MadWorld

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MadWorld
Madworld logo.png
Entwickler Platinum Games
Publisher Sega
Erstveröffent-
lichung
März 2009
Plattform Nintendo Wii
Genre Beat 'em up
Spielmodus Einzelspieler
Steuerung Wii-Fernbedienung + Nunchuk
Sprache Englisch
Altersfreigabe
PEGI ab 18+ Jahren empfohlen
Information nicht in Deutschland erschienen, indiziert

MadWorld ist ein stark gewalthaltiges Videospiel für die Wii-Konsole, von Platinum Games entwickelt und von Sega herausgegeben. In Deutschland ist es indiziert.

Spielbeschreibung[Bearbeiten]

Das Spiel präsentiert sich in einer stilisierten Schwarzweiß-Comic-Grafik, in der allein rotes Blut in Farbe dargestellt wird. Der Spieler steuert einen mit einer Kettensäge ausgerüsteten Mann namens Jack. Jack ist Teilnehmer der TV-Sportsendung "Death Watch", in welcher die Bewohner einer abgeriegelten und kamera-überwachten Stadt sich gegenseitig umbringen müssen, um in einer Rangliste aufzusteigen und zu überleben. Der Spieler ist gefordert, Gegner mit einer Verkettung von Attacken zur Strecke zu bringen und damit seine Punktezahl zu erhöhen. Das Geschehen ist oft unrealistisch und fantastisch.[1][2]

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In den einzelnen Spielabschnitten kann sich Jack frei bewegen und muss dabei andere Teilnehmer der Ranking-Show ausschalten und das zumeist auf möglichst brutale Weise – je ausgefallener, desto mehr Punkte bekommt Jack für die einzelnen Morde. Bei der Darstellung von Blut haben die Entwickler nicht gespart und so ist es fast immer der Fall, dass die getöteten Gegner schlussendlich in ihren eigenen Blutlachen sterben.

Das Kampfgeschehen wird von zwei Kommentatoren verfolgt, die die Zuschauer auf dem neuesten Stand halten und sich des Öfteren über die Getöteten oder manchmal auch die Tötenden, zumeist Jack lustig machen.

Am Ende eines jeden Levels trifft Jack auf einen Endgegner, der in einer eigenen Mini-Arena versucht, Jack außer Gefecht zu setzen. Diese haben alle besondere Fähigkeiten, so gibt es zum Beispiel eine Frau namens Elise, die sich in eine Fledermaus verwandeln kann und deshalb von den Kommentatoren der Show auch als „Vampire Lady“ bezeichnet wird. An anderer Stelle im Spiel trifft man auf Frank, der Frankensteins Monster ähnelt, oder auf Kojack, gegen den man auf einem motorisierten Zweirad antreten muss.

Die gewonnenen Punkte im Spiel stellen, wie die extreme Gewaltdarstellung, das wesentliche Element von MadWorld dar. Zwar kann sich der Spieler dafür entscheiden, die Mitkämpfer nur mit Fäusten oder der an Jacks Arm befestigten Kettensäge zu töten, doch auf diese Art erreicht man am Spielende nur den schlechtesten Rang. Um sein Endergebnis zu verbessern, ist es daher ratsam, bei der Ausschaltung von Gegnern auch die verschiedenen Gegenstände, die sich in den Arealen finden lassen, miteinzubeziehen. So kann man beispielsweise ein Verkehrsschild aus dem Boden reißen, es einem Gegner in den Kopf rammen, ihm anschließend einen Autoreifen überwerfen, sodass er sich nicht mehr bewegen kann und ihn als Schlusspunkt vor einen gerade vorbeifahrenden Zug werfen. Dabei vervielfachen alle Kombinationen die Punkte von Jack, die er für den Mord an dem jeweiligen Teilnehmer bekommen hätte. Jack kann des Weiteren auch Schlagwaffen wie etwa ein Katana, einen Baseballschläger oder eine Keule mit Nägeln benutzen, um seine Mitstreiter aufs Übelste abzurichten. Die vielen verschiedenen Aktionen, die der Spieler mit den Waffen und den Gegnern ausführen kann, basieren allesamt auf relativ einfachen Bewegungen der Wii-Remote oder dem Nunchuk. Für viele Moves, die das Spiel dem Spielenden vorschlägt, muss man einfache Gesten absolvieren (wie etwa das kreisförmige Drehen der Wii-Fernbedienung).

Rezeption[Bearbeiten]

In Großbritannien äußerte sich der Leiter der mediawatch-uk, eine Lobby für Sitte in Film, Fernsehen und Videospielen, enttäuscht darüber, dass MadWorld auf der Wii veröffentlicht werde. Das Spiel verderbe das familienfreundliche Image der Konsole. Gleichzeitig wünschte er, dass MadWorld von der BBFC keine Einstufung erhalte, was einem totalen Verkaufsverbot gleichgekommen wäre.[3] Als Reaktion hierauf erhielt die Organisation ein Vielzahl an E-Mails verärgerter Gamer.[4] MadWorld wurde mit der BBFC-Einstufung "Nur für Erwachsene" veröffentlicht.[1][5]

Auch das National Institute on Media and the Family in den Vereinigten Staaten verurteilte in einer Presseerklärung anlässlich der Veröffentlichung des Spiels, dass sich Nintendo gewalthaltigen Spielen geöffnet habe.[6]

In Australien erhielt das Spiel von dem üblicherweise strengen Australian Classifications Board eine Freigabe ab 15.[5]

Im Vorfeld gab SEGA bekannt, dass man das Spiel nicht in Deutschland veröffentlichen wolle.[7] Im Mai 2010 wurde die europäische Version des Spiels von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in Deutschland indiziert.[8]

In den Vereinigten Staaten wurden im ersten Verkaufsmonat lediglich 66.000 Einheiten des Titels abgesetzt, ähnlich dem Lightgun-Shooter House of the Dead: Overkill und anderen Spielen mit hoher Altersbegrenzung für die familienfreundliche Wii-Konsole. Derartige Spiele sind auf der Plattform eine Ausnahme, die nordamerikanische Klassifikationsorganisation ESRB nannte (mit Stand vom April 2009) 26 Spiele mit einer Altersfreigabe ab 17 aus insgesamt fast tausend Wii-Titeln.[9] Die Verkaufszahlen zum November 2012 lagen niedrig bei ca. 700.000.[10]

Belege[Bearbeiten]

  1. a b MADWORLD. In: British Board of Film Classification. Abgerufen am 17. Mai 2013.
  2. eurogamer.de auf archive.org: Spielkritik vom 10. März 2009 (Seitenkopie, zweiseitig, aufgerufen am 17. Mai 2013)
  3. dailymail.co.uk: Artikel vom 12. August 2008 (englisch, aufgerufen am 17. Mai 2019)
  4. gamesindustry.biz: Meldung vom 13. November 2008 (englisch, aufgerufen am 17. Mai 2013)
  5. a b ign.com: Meldung vom 18. Januar 2009 (englisch, aufgerufen am 17. Mai 2013)
  6. ign.com: Meldung vom 10. März 2009 (englisch, aufgerufen am 17. Mai 2013)
  7. nintendoeverything.com: Meldung vom 19. August 2008 (englisch, aufgerufen am 17. Mai 2013)
  8. eurogamer.de: Meldung vom 31. Mai 2010 (aufgerufen am 12. Juli 2013)
  9. gamasutra.com: Meldung vom 17. April 2009 (englisch, aufgerufen am 12. Juli 2013)
  10. whatculture.com: Artikel vom 3. Dezember 2012 (englisch, Seite 10, aufgerufen am 17. Mai 2013)