Madame Tussauds

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Madame Tussauds Museum & Planetarium in London
Madame Tussaud als Wachsfigur bei der Arbeit

Madame Tussauds ist ein Museum in London. Es ist ein Wachsfigurenkabinett mit weiteren Niederlassungen auf der ganzen Welt. Ausgestellt werden lebensnah nachempfundene Wachsfiguren von historischen Gestalten und Personen der aktuellen Zeitgeschichte, solche von Sportlern, Schauspielern, Musikern, Politikern und Models.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründerin des Museums war Marie Tussaud. Ihr Handwerk erlernte sie bereits mit 17 Jahren von ihrem Förderer und Onkel Philippe Curtius in Bern.[1] Ab 1767 lebte sie in Paris, wo sie Privatlehrerin der Schwester von König Ludwig XVI wurde. Während der Revolution modellierte sie zahlreiche prominente Opfer für das Revolutionsmuseum. Die Köpfe der Hingerichteten wurden aufgespießt auf Lanzen zur Schau gestellt, verwesten jedoch recht schnell. Deshalb wurden sie durch Wachsköpfe, gegossen in Totenmasken, ersetzt. Nachdem Maries Onkel 1794 starb, erbte sie seine Wachsfigurensammlung, die sie um von ihr selbst erstellte Wachsfiguren ergänzte. Mit ihrer Wanderausstellung tourte sie mehrere Jahre durch Großbritannien und Irland. In London stellte sie ihre Sammlung erstmals 1802 aus. 1835 gründete sie in The Baker Street Bazaar an der Baker Street zusammen mit ihren Söhnen ein eigenes Museum für ihre Ausstellung; sie führte das Wachsfigurenkabinett bis zu ihrem Tod im Jahre 1850. Im Jahr 1884 verlegte ihr Enkel Joseph Randall die Ausstellung an ihren jetzigen Ort an der Marylebone Road.

Im Laufe der Jahre gab es einige Katastrophen, die die Ausstellung jedoch nicht vollständig vernichteten. Die erste war ein Brand im Jahre 1925, der durch einen elektrischen Kurzschluss verursacht wurde. Dabei gingen viele der Porträtfiguren verloren und auch wichtige Stücke der napoleonischen Zeit, so z. B. die Kutsche Napoleons. Die meisten Formen konnten allerdings gerettet werden, sodass die Figuren nachgegossen werden konnten. Es waren aber noch sehr viele Gipsfiguren in einem Lagerraum vorhanden, die nicht beschädigt waren. 1926 wurde das Unternehmen Madame Tussauds eine Limited Company. 1928 wurde das Museum, erweitert um ein Kino, wiedereröffnet.

Im Jahr 1940 erfolgte eine zweite Katastrophe. In der Luftschlacht um England während des Zweiten Weltkriegs wurden in der ersten Nacht der deutschen Luftangriffe im Jahr 1940 rund 5000 Kopf-Gussformen unwiederbringlich beschädigt und das angrenzende Kino zerstört.

Seitdem hat Madame Tussauds kontinuierlich an der Erweiterung der Ausstellung gearbeitet. Heute sind die neuesten Attraktionen die Zeitreise Spirit of London, welche die Geschichte der britischen Hauptstadt von der Zeit Elisabeths I. bis in die Gegenwart umspannt,Scream, das neue Gruselkabinett, sowie der 4D-Film Marvel Super Heroes 4D. Einige der neueren Figuren sind Daniel Radcliffe, Justin Timberlake und Kate Moss und nach zehn Jahren wurde mit Angela Merkel auch wieder ein Politiker aufgenommen.

Weitere Niederlassungen[Bearbeiten]

Madame Tussauds Museum in Wien
Madame Tussauds in Berlin
Madame Tussauds in Amsterdam

Neben der Erweiterung der Stammausstellung eröffnete Madame Tussauds seit 1971 12 weitere Niederlassungen auf der ganzen Welt: 1971 wurde die Amsterdamer Zweigstelle eröffnet. Ab 1999 eröffneten in rascher Folge Las Vegas (1999), New York (2000), Shanghai (2006) und Washington D.C. (2007). Am 5. Juli 2008 wurde in der Straße Unter den Linden in Berlin die siebte Niederlassung außerhalb Londons von Madame Tussauds mit 75 Wachs-Exponaten eröffnet.[2] Kurz nach der Eröffnung wurde der rund 200.000 Euro teuren Hitler-Wachsfigur durch einen Besucher der Kopf abgeschlagen.[3] Vor dieser Ausstellung gab es mit Castans Panoptikum (1869 bis 1922) an der Stechbahn bzw. in der Friedrichstraße sowie dem Berliner Panoptikum (1972 bis 1996) am Kurfürstendamm/Ecke Joachimstaler Straße bereits Wachsfigurenkabinette in Berlin, welche aber nicht zur Madame Tussauds Gruppe gehörten.[4][5] 2009 eröffnete Madame Tussauds in Hollywood, im September 2010 in Bangkok. Im April 2011 wurde in Wien im Prater die elfte Niederlassung eröffnet.[6] Seit dem 16. April 2012 hat eine weitere Niederlassung in Sydney, Australien eröffnet.

Das Unternehmen[Bearbeiten]

Die Gesellschaft Tussauds Group betreibt neben ihren Wachsfigurenkabinetten weltweit zahlreiche weitere Freizeiteinrichtungen, u. a. auch das London Eye und den Heide-Park in Soltau. Im Jahr 2007 erwarb die Merlin Entertainments Group die Mehrheit der Unternehmensanteile und forcierte eine Expansion der Wachsfigurenmuseen an weiteren internationalen Standorten.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Madame Tussauds – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Helmut Stalder: Madame Tussaud. Geschäfte mit Köpfchen. In: Helmut Stalder: Verkannte Visionäre. 24 Schweizer Lebensgeschichten. Verlag NZZ Libro, Zürich 2011, ISBN 978-3-03823-715-0, S. 59-63.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alex Capus: Himmelsstürmer: Zwölf Portraits, S. 11ff
  2. Bei Madame Tussauds ist Hitler bestens aufgehoben. In: weltonline.de, 5. Juli 2008
  3. Museumsbesucher reisst Hitler den Kopf ab. In: NZZ Online, 5. Juli 2008
  4. Ehemaliges Berliner Wachsfigurenkabinett zieht nach Mannheim. Artikel vom 14. August 2012, abgerufen am 12. Oktober 2014.
  5. Ehemaliges Berliner Panoptikum, Wachsfigurenkabinett. In: Lexikon Charlottenburg-Wilmersdorf von A bis Z
  6. Neue Filiale im Prater eröffnet. In: Der Standard, 31. März 2011

51.522777777778-0.15527777777778Koordinaten: 51° 31′ 22″ N, 0° 9′ 19″ W