Madang

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Madang (Begriffsklärung) aufgeführt.
Madang
Staat: Papua-Neuguinea Papua-Neuguinea
Provinz: Flag of Madang.svg Madang
Koordinaten: 5° 14′ S, 145° 48′ O-5.226944145.793889Koordinaten: 5° 14′ S, 145° 48′ O
 
Einwohner: 27.420 (2005)
Zeitzone: AEST (UTC+10)
Madang (Papua-Neuguinea)
Madang
Madang

Madang (dt. historisch: Friedrich-Wilhelms-Hafen[1]) ist die Hauptstadt der Provinz Madang an der Nordküste von Papua-Neuguinea. Durch Siedlungen an der Peripherie der Stadt hat sich die Bevölkerung auf 27.420 Einwohner im Jahr 2005 erhöht (Zählung 1980: 21.335 Einwohner). Madang ist damit hinter Port Moresby, Lae, Arawa, Mount Hagen und Popondetta die sechstgrößte Stadt Papua-Neuguineas.

Geografie[Bearbeiten]

Madang liegt im Zentrum der langen Nordküste an der Astrolabe Bay. Die nahen Berge trennen die Stadt vom Inland und machen sie vor allem in der Regenzeit, wenn Erdrutsche die Passstraßen unpassierbar machen, schwer erreichbar.

Lage[Bearbeiten]

Madang liegt am nördlichen Ende der Astrolabe Bay. Während im Osten der Zugang zum Meer frei ist, befinden sich im Norden kleinere Koralleninseln und Riffe. Das Land ist in westlicher Richtung im Umkreis von rund sechs Kilometern flach. Die historische Gründung fand nur im nordöstlichen Teil des Naturhafens statt, da dieser weder von Mangroven noch versumpften Flussmündungen beeinträchtigt wurde. Als entscheidender Grund wurde jedoch die vom Meer kommende frische Luftzufuhr genannt, die eine besondere Bedeutung für die Gesundheit der Kolonisten hatte.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Station Friedrich-Wilhelms-Hafen, 1892
Der Hafen von Friedrich-Wilhelms-Hafen vor 1910.

Friedrich-Wilhelms-Hafen wurde von Otto Finsch und Kapitän Eduard Dallmann entdeckt. Im Auftrag der Neuguinea-Kompagnie untersuchte eine Expedition im April 1886 den Landungspunkt und erklärte ihn als nicht geeignet, um eine Plantage zu gründen. Erst 1888 wurde nach einer erneuten Begutachtung durchweg von guten Bodenbeschaffenheiten gesprochen, die eine Kaffeeanpflanzung möglich machen würde.[3]

Im Sommer 1891[4] wurde die Station errichtet und war bereits ab dem 17. September 1892 Sitz der Landesverwaltung mit dem Kaiserlichen Regierungskommissar. Das Regierungsgebäude lag auf der der nördlich gelegenen Eickstedtinsel. Die Landesverwaltung hatte zuvor vom 23 Kilometer entfernten Stephansort aus den Besitz verwaltet. Der Generaldirektor der Neuguinea-Kompagnie blieb jedoch in Stephansort. Bei der Verlegung des Verwaltungssitzes begleiteten Papuaner die deutschen Verwaltungsbeamten. Diese Einheimischen nannten Friedrich-Wilhelms-Hafen untereinander nach ihrer Heimatinsel Madang. Dieser Name wurde nach dem Ende der deutschen Kolonialherrschaft als offizieller Ortsname übernommen. Ab 1896 wurde die wirtschaftliche Bedeutung der Plantagen von Friedrich-Wilhelms-Hafen zu Gunsten der bedeutenderen Pflanzungen von Stephansort für wenige Jahre stark eingeschränkt.[4]

Zwischen 1893 und 1894 wurde Friedrich-Wilhelms-Hafen ausgebaut. 1896 bestand die Station aus 13 Wohnhäusern für Europäer, die auf zwei Meter hohen Pfählen errichtet worden waren. 10 weitere Gebäude wurden zur Verwaltung, als Wohnhäuser für Einheimische, als Lager, Schuppen und als Sägewerk genutzt. Eine Fabrik zur Verarbeitung der vielfach benutzten Blättern der Atap-Palme war zu diesem Zeitpunkt bereits wieder aufgelassen worden. Das nur Europäern zugängliche Krankenhaus war 1892 zunächst auf der Beliao-Insel errichtet worden. 1897 verlegte man es auf die Schering-Insel. Dort wurde das seit 1895 freistehende ehemalige Wohnhaus des Landeshauptmanns Georg Schmiele zu einem Hospital mit acht Betten für Europäer und 160 Einheimische umgebaut. Ein eigenes Einheimischenkrankenhaus bestand zudem seit 1892[5] auf der Kutter-Insel direkt im Hafen.[6] Auf der zwei Kilometer nördlich liegenden Insel Siar lag eine durch die Rheinische Missionsgesellschaft betriebene Missionsstation.

In den Jahren 1895 und 1896 nahmen mehrere deutsche Kriegsschiffe an Vermessungen in den Schutzgebieten teil. Dabei erkrankten neben etlichen Matrosen besonders viele Landvermesser – insgesamt 295 Mann. Als Herkunftsorte der Krankheit konnten unter anderem Friedrich-Wilhelms-Hafen und Stephansort ausgemacht werden, die nun auch als „recht ungesunde Plätze“ bezeichnet wurden.[7] Allerdings bestand unter den zeitgenössischen Besuchern von Stephansort der Eindruck eines relativ gesunden Klimas.[6]

Ab 1899 wurde die Siedlung mit dem bisherigen Schutzgebiet Teil des deutschen Kolonialbesitzes im Bismarck-Archipel und verlor damit den Status als Hauptort der Neuguinea-Kompanie. Zum neuen Hauptort wurde Herbertshöhe auf die Insel Neu-Pommern (heute Neu-Britannien).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die moderne Stadt Madang mit ihrem Verkehr und ihren Supermärkten gilt als das pulsierende Herz zur sie umgebenden urtümlicheren Provinz Madang.

Obwohl durch Veränderungen der jüngsten Zeit stark beeinträchtigt, gilt Madang noch immer als eine der schönsten Städte der Südsee und als wohl schönste von Papua-Neuguinea. Viel Grün, schöne Parks, ein herrlich gelegener Golfplatz zieren den Ort, der sich auf einer Halbinsel ins blau-türkise Meer erstreckt.

Tourismus[Bearbeiten]

Madang ist heute (2011) Landepunkt von Kreuzfahrtschiffen und Ausgangspunkt von Touristenflügen in das Hochland von Neuguinea mit Ziel Goroka im Mount Hagen-Bezirk.

Bilder[Bearbeiten]

Klimatabelle[Bearbeiten]

Madang
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
360
 
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371
 
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156
 
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134
 
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137
 
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23
 
 
288
 
30
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375
 
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402
 
30
23
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Madang
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 30,2 30,1 30,1 29,9 30,2 29,8 29,6 29,7 29,9 30,1 30,2 30,1 Ø 30
Min. Temperatur (°C) 23,2 23,1 23,2 23,2 23,3 22,9 22,8 22,9 22,9 22,9 23,0 23,2 Ø 23,1
Niederschlag (mm) 360 312 340 429 371 205 156 134 137 288 375 402 Σ 3.509
Sonnenstunden (h/d) 5,1 4,8 4,6 5,5 6,3 6,5 6,3 6,8 7,6 6,8 6,2 5,2 Ø 6
Regentage (d) 19 17 19 18 19 16 12 9 10 14 17 19 Σ 189
Luftfeuchtigkeit (%) 85 85 85 85 85 84 84 82 83 83 84 84 Ø 84,1
T
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30,2
23,2
30,1
23,1
30,1
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29,9
23,2
30,2
23,3
29,8
22,9
29,6
22,8
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22,9
29,9
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Literatur[Bearbeiten]

  • James Sinclair, Madang, Divine Word University Press, Madang (PNG) 2005, 450 pp., ISBN 9980-9976-8-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsches Koloniallexikon. Hrsg. von Heinrich Schnee. - Leipzig: Quelle & Meyer 1920. - 3 Bde
  2. Maximilian Krieger (Hrsg.): Neu-Guinea. (Reihe: Bibliothek der Länderkunde.) Alfred Schall, Berlin 1899. S. 238–239.
  3. Otto Finsch: Systematische Uebersicht der Ergebnisse seiner Reisen und schriftstellerischen Thätigkeit (1859-1899). Verlag von R. Friesländer & Sohn, Berlin 1899. S. 128.
  4. a b Maximilian Krieger (Hrsg.): Neu-Guinea. (Reihe: Bibliothek der Länderkunde.) Alfred Schall, Berlin 1899. S. 238.
  5. Margrit Davies: Public health and colonialism. Otto Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2002. ISBN 3447046007. S. 107.
  6. a b Maximilian Krieger (Hrsg.): Neu-Guinea. (Reihe: Bibliothek der Länderkunde.) Alfred Schall, Berlin 1899. S. 239.
  7. Centralblatt für Bakteriologie, Parasitenkunde und Infektionskrankheiten. Band 25. Gustav Fischer Verlag, Jena 1899. S. 673.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]