Madar-e sefr daradscheh

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Seriendaten
Originaltitel Madar-e sefr daradscheh
Produktionsland Iran
Originalsprache Persisch
Jahr 2007
Produktions-
unternehmen
Islamic Republic of Iran Broadcasting
Länge ca. 50 Minuten
Episoden 30 in 1 Staffel
Genre Drama
Produktion Hasan Beshkufe
Musik Fardin Khalatbari
Kamera Morteza Poursamadi
Erstausstrahlung 23. April 2007 auf Islamic Republic of Iran Broadcasting
Besetzung
  • Shahab Hosseini: Habib Parsa
  • Nathalie Matti: Sara Astrok
  • Roya Taymourian: Asieh
  • Masoud Rayegany: Mohammadhoseyn Parsa

Madar-e sefr daradscheh (persisch ‏مدار صفر درجه‎; inoffiziell auf Englisch Zero Degree Turn; inoffiziell auf Deutsch Breite: Null Grad) ist eine dreißigteilige iranische TV-Serie, die im Jahr 2007 zum ersten Mal im iranischen Fernsehen ausgestrahlt worden ist. Sie behandelt erstmals den Holocaust in den iranischen Massenmedien. Produziert wird die Serie vom iranischen Staat.[1] Auch treten in dem Film Frauen ohne Kopftuch auf, was im iranischen Fernsehen sonst nicht üblich ist.

Die Serie wurde nur auf Farsi ausgestrahlt, jedoch kann sie im Internet auf der offiziellen Homepage der Serie mit englischen Untertiteln heruntergeladen oder im Stream angesehen werden.[1]

Handlung[Bearbeiten]

Habib, ein junger Iraner, kommt mit zwei Freunden kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs nach Paris, um Philosophie zu studieren. Er verliebt sich in seine jüdische Kommilitonin Sara. Bald besetzen die Nazis die französische Hauptstadt und beginnen, Juden in die Konzentrationslager zu deportieren. Das Leben von Sara und ihrer Familie ist in akuter Gefahr. Habib tritt als Retter auf: Er beschafft ihnen iranische Pässe, so dass sie nach Teheran fliehen können.

Rezeption[Bearbeiten]

Die Serie ist im Iran ein großer Erfolg. Auch viele ausländischen Medien loben die Serie. So schreibt das Wall Street Journal, dass die Serie die Sympathien klar auf die verfolgten Juden lege, betont jedoch gleichzeitig, dass die Serie sich auch gegen den Zionismus richte.[1] Diese Kritik greife jedoch zu kurz, so Spiegel Online: Die Serie sei kaschierter Revisionismus und greife auf subtile Weise die Thesen von Holocaust-Leugnern und Revionisten wie Roger Garaudy auf, um die historische Rechtfertigung für das Existenzrecht Israels zu untergraben. So werde z. B. unterstellt, jüdische Zionisten hätten mit Adolf Hitler kollaboriert, um den Holocaust voranzutreiben. Dieser verschwörungstheoretische Aspekt habe gegenüber der Darstellung der historischen Tatsachen ein Übergewicht in der Serie.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Farnaz Fassihi: Iran's Unlikely TV Hit (Version vom 2. Dezember 2007 im Internet Archive). In: Wall Street Journal, 7. September 2007 (englisch).
  2. Mohammad Reza Kazemi: „Iranische Holocaust-Serie: Verschwörer als Betörer.“ In: SPIEGEL-Online, vom 10. September 2007, abgerufen am 9. Dezember 2013.