Madman-Theory

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Madman-Theory, zu Deutsch: Theorie vom Verrückten, bezeichnet eine von US-Präsident Richard Nixon bewusst gewählte Taktik, in der Hoffnung, die schwierige Lage der USA im Vietnamkrieg zu beenden.

Die Regierung unter Nixon wollte die Welt davon überzeugen, dass der Präsident unzurechnungsfähig und zu irrationalen Handlungen imstande sei. Dies sollte bei den Staaten des Ostblocks die Furcht vor einem Angriff mit Atomwaffen schüren, deren Verwendung in einem konventionellen Krieg nicht mehr ausgeschlossen wurde, um sie somit zu einem Einlenken auf US-amerikanische Positionen zu bewegen.

Seinem Berater Harry Robbins Haldeman erklärte er:

„Ich will die Nordvietnamesen glauben machen, dass ich den Punkt erreicht habe, wo ich alles tun werde, um den Krieg zu beenden. Wir werden ihnen so etwas zuspielen wie: ‚Mein Gott, sie wissen ja, wie sehr Nixon den Kommunismus hasst. Wenn er in Wut gerät, kann ihn keiner mehr zurückhalten – und er hat die Hand am nuklearen Drücker.‘ In zwei Tagen ist Ho Chi Minh persönlich in Paris und bittet um Frieden.“

Als Demonstration seiner Entschlossenheit befahl der Präsident die Durchführung streng geheimer Flächenbombardements auf Kambodscha 1969 und die Invasion des Landes 1970. Die Taktik erzielte jedoch nicht den von Nixon erhofften Erfolg.

Literatur[Bearbeiten]

  • Marc Frey: Geschichte des Vietnamkriegs. Die Tragödie in Asien und das Ende des amerikanischen Traums. 4. Auflage. C. H. Beck, München 1999, ISBN 3-406-42078-8 (Beck'sche Reihe 1278).
  • H. R. Haldeman, Joseph DiMona: The Ends of Power. Dell Publishing, New York NY 1978, ISBN 0-440-12239-2.