Madonna mit der Spindel

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Kopie 2 des Bildes

Die Madonna mit der Spindel ist ein Madonnenbild des Leonardo da Vinci. Das Bild der Maria mit dem Kinde wird nach einem der gemalten Hauptattribute auch allgemein als die Madonna mit der Spindel bezeichnet.

Geschichte des Bildes[Bearbeiten]

Das Original des Bildes ist nicht erhalten, es ist nur durch Kopien überliefert.

Die älteste und einzige schriftliche Quelle zu dem Bild stammt von Pietro da Novellara, der es am 4. April 1501 in einem Brief an Isabella d’Este erwähnt:

„…eine Madonna, die dasitzt, als ob sie eine Spindel wickeln will, und das Kind, den Fuss in einem Spindelkörbchen, hat die Spindel genommen und betrachtet aufmerksam die vier Strahlen, welche das Kreuz darstellen sollen. Als ob es sich nach dem Kreuz sehnt, lacht es und hält die Spindel so fest, dass es ihm die Mutter nicht wegnehmen kann.“

Auftraggeber des Bildes war der Staatssekretär von Ludwig XII., Florimond Robertet. Weitere Dokumente sind derzeit nicht bekannt. Es gibt eine vorbereitende Skizze die in der Sammlung der L‘ Accademia von Venedig aufbewahrt wird (Leonardo da Vinci, Study of Madonna with the Yarnwinder ).

Kopien[Bearbeiten]

Es sind heute mehrere Bilder bekannt, von denen man annimmt, dass sie die verschollene Vorlage wiedergeben könnten. Insbesondere zwei leonardeske Tafeln, die von einigen Forschern als mögliche Originale betrachtet worden sind, gelten heute als möglichst nahe an das Original herankommende Kopien:

Kopie 1[Bearbeiten]

  • Gemalt um 1501–1510
  • Öl auf Holz
  • Abmessungen: 48,3 cm × 36,9 cm

Drumlanring CastleDuke of Buccleuch

Hierbei handelt es sich um die bekanntere Version des Themas. Sie ist der Kunstwissenschaft seit 1898 bekannt, als es im Burlington Club in London ausgestellt worden ist. Dieses Bild geriet in die Schlagzeilen, als es am 27. August 2003 gestohlen wurde. Am 4. Oktober 2007 wurde das Bild bei einer Razzia der britischen Polizei in Glasgow sichergestellt.

Kopie 2[Bearbeiten]

  • Gemalt nach 1510
  • Öl auf Leinwand
  • Abmessungen: 50,2 cm × 36,4 cm

New York – Privatsammlung

Diese Kopie ist auch bekannt als Madonna Reford, da sich die Tafel lange Zeit in der Sammlung Reford in Montreal befunden hat. Sie gilt als etwas schwächer als die Tafel in Drumlanring Castle. Ursprünglich auf Holz gemalt, wurde das Bild später auf Leinwand übertragen.

Abweichungen vom Original[Bearbeiten]

Beide Bilder weichen jedoch in entscheidenden Punkten von der Beschreibung des Novellara ab. Von dem von ihm erwähnten Spindelkörbchen ist auf beiden Bildern keine Spur zu entdecken und auch das Hauptmotiv, das Spindel-Kreuz-Symbol ist von den Kopisten in ein eindeutig zu erkennendes Holzkreuz abgeändert worden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm Suida: Leonardo und sein Kreis. Verlag F. Bruckmann, München 1929
  • Maria Pomilio / Angela Ottino Della Chiesa: Klassiker der Kunst – Leonardo da Vinci. Kunstkreis Luzern, Freudenstadt – Wien 1967

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Madonna mit der Spindel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien