Madsen (Waffe)

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Madsen (Waffe)
Madsen machine gun with magazine.jpg
Allgemeine Information
Entwickler/Hersteller: Dansk Rekylriffel Syndikat
Herstellerland: Dänemark
Produktionszeit: 1903 bis 1955
Waffenkategorie: leichtes Maschinengewehr
Ausstattung
Gesamtlänge: 1145 mm
Gewicht: (ungeladen) 9 kg
Lauflänge: 585 mm
Technische Daten
Kaliber: verschiedene (8 mm Mauser und 6,5 × 55 mm Mauser am häufigsten)
Mögliche Magazinfüllungen: 25, 30 oder 40 Patronen
Munitionszufuhr: gebogenes Kastenmagazin
Kadenz: 450 Schuss/min
Anzahl Züge: 4
Drall: rechts
Ladeprinzip: Zuschießender Rückstoßlader
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Das Madsen war ein leichtes Maschinengewehr, dass 1883 vom "Rüstmeister" der Königlichen Militärwaffenfabrik in Kopenhagen, Julius Alexander Rasmussen Bjarnov (1838–1908), und dem Hauptmann der Artillerie Vilhelm Herman Oluf Madsen (1844–1917) konstruiert wurde. Die Firma Compagnie Madsen A/S, später in Dansk Rekylriffel Syndikat umbenannt, fabrizierte eine von Theodor Schoubue verbesserte Variante, die 1903 von Madsen, jetzt Generalmajor und dänischer Kriegsminister, in der dänischen Armee eingeführt wurde. Die Waffe gilt als eines der ersten leichten Maschinengewehre, das in großen Stückzahlen gefertigt wurde. Der Mechanismus war einzigartig. Im Grunde basierte er auf einer automatischen Variante des Verschlusses des Martini-Henry-Gewehrs.

Funktion[Bearbeiten]

Die Waffe ist ein zuschießender Rückstoßlader mit langem Rohrrücklauf. Im Waffengehäuse befindet sich ein aus dem Lauf, dem Verschlussgehäuse und dem Verschluss bestehendes Martini-System, das durch den Rückstoß zurückläuft und durch die Vorholfeder wieder nach vorn gebracht wird. Der Verschluss kann nach oben und unten schwenken. Er wird beim Rücklauf durch eine am Waffengehäuse angebrachte Kulisse nach oben geschwenkt. Dabei tritt der Auswerfer in Funktion und wirft die Patronenhülse nach unten aus.

Im Vorlauf des Systems wird der Verschluss nach unten geschwenkt und ein Zubringerhebel schiebt die nächste Patrone aus dem Magazin ins Patronenlager. In der letzten Phase des Vorlaufes schwenkt der Verschluss in die Mittelstellung hinter dem Patronenlager und ein innenliegender Hahn löst den Schuss über einen Zündstift aus.

Einsätze[Bearbeiten]

1903 bis Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

Die kaiserlich russische Armee kaufte 1250 Exemplare des Madsen-LMGs, die während des Russisch-Japanischen Krieges zum Einsatz kamen. 1914 wurde das Madsen von Infanteriekompanien, Gebirgsjägereinheiten und später auch von Sturmtruppen der deutschen Armee vornehmlich in der Defensive eingesetzt. Dabei benutzte das deutsche Heer das Kaliber 8 mm Mauser, da die Patrone besser verfügbar war als die ursprüngliche Munition (6,5 × 55 mm Mauser). Die Herstellung des Madsens war zwar aufwändig, es war jedoch auch für seine Zuverlässigkeit bekannt. Während des Ersten Weltkrieges und noch danach wurde es an 34 Staaten in zwölf verschiedenen Kalibern verkauft.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Bis Juni 1940 wurde das Madsen von der königlichen norwegischen Armee während des Norwegenfeldzuges benutzt. 3500 Stück im Kaliber 6,5 × 55 mm Mauser wurden von den dänischen Streitkräften eingesetzt, um die deutsche Invasion abzuwehren. Auch die Deutschen benutzten während des Krieges hindurch Madsen-LMGs als Beutewaffe. Erst 1955 ersetzte die dänische Armee das Madsen durch eine neuere Waffe.

Da die königlich-niederländisch-indische Armee vor dem Krieg standardmäßig mit dem Madsen-LMG ausgerüstet war, fielen der kaiserlich japanischen Armee nach dem Fall von Niederländisch-Indien einige Exemplare des LMGs in die Hände.

Heute[Bearbeiten]

Die Militärpolizei des Bundesstaates Rio de Janeiro, Brasilien benutzt noch über hundert Jahre nach seiner Entwicklung das Madsen-LMG [1].

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Madsen-Maschinengewehr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien