Magazinbeute

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Magazinbeuten (je 3 Zargen) als Wanderstand an einem Rapsfeld
Magazinbeuten aus Holz am Waldrand im Taunus
Zargen einer Magazinbeute
Magazinbeuten (links auf eine elektronische Stockwaage aufgesetzt) auf dem Dachgarten der Bundeskunsthalle in Bonn (2013)

Magazinbeuten werden in der modernen Imkerei als Behausung (Beute) von Honigbienen verwendet. Eine besondere Form ist die Erlanger Magazinbeute.

Aufbau[Bearbeiten]

Magazinbeuten bestehen aus oben und unten offenen Holz- oder Kunststoffkisten (Zargen), in die von oben die Rähmchen mit den Bienenwaben eingehängt werden. Eine Magazinbeute setzt sich dann aus mehreren übereinander gesetzten Zargen zusammen, die unten mit einem Boden und oben mit einem Deckel abgeschlossen werden. Der Boden hat ein Flugloch (Schlitz) und der Deckel wird durch eine zusätzliche Abdeckung als Wetterschutz ergänzt. Je nach Volksstärke, die im Jahreslauf stark schwankt, werden eine bis maximal vier oder gar fünf Zargen pro Volk und Beute verwendet.

Im Gegensatz zur Horizontalbeute findet in der Magazinbeute die Volksentwicklung vertikal statt. Im unteren Bereich der Beute, in der Vegetationszeit sind dies meist zwei Zargen, befindet sich der Brutraum, darüber der Honigraum, der je nach Trachtverhältnissen und bereits eingelagertem Honig aus den restlichen Zargen besteht. Häufig wird zwischen Brut- und Honigraum ein sogenanntes Absperrgitter eingesetzt, das ein Bebrüten des Honigraums verhindert. Da die Bienenkönigin nicht durch das Gitter passt, kann sie keine Eier im Honigraum legen.

Die Urform des Magazins geht auf den amerikanischen Imker Lorenzo L. Langstroth (1810–1895) zurück, der ein nach ihm benanntes Rähmchenmaß einführte und den Bienenabstand (bee-space) entdeckte, den natürlichen Idealabstand zwischen Waben und Beutenwand.

Eine Variante der Langstroth-Beute stellt z. B. die Dadant-Beute dar. Hier werden verschiedene Rähmchen- und damit auch Zargengrößen für den Brutraum und den Honigraum verwendet. Bei anderen Magazinbeuten-Typen werden sogenannte Halb- oder Flachzargen (nur halb hoch) verwendet. Ziel bei allen diesen Varianten ist es, auch kleinere Mengen Honig ernten zu können (sogenannte Läppertrachten) und ein besseres Reifen des Honigs zu ermöglichen. Am häufigsten wird allerdings nur mit einer einzelnen Zargengröße geimkert, weil dadurch eine einheitlichere Materialhaltung ermöglicht wird: Ein einziger Zargen-Typ kann so universell für den Brut- und Honigraum, den Wabentransport und die Einlagerung überzähliger Waben (Rähmchen) im Winterhalbjahr verwendet werden. Zudem können unbebrütete ausgeschleuderte Honigwaben des Vorjahres zur Erweiterung des Brutraums von einer auf zwei Zargen – z. B. zur Kirschblüte – verwendet werden, was die Wabenerneuerung und -hygiene deutlich vereinfacht.

Magazin-Betriebsweise[Bearbeiten]

In der Imkerei werden weltweit am häufigsten Rassen der Westlichen Honigbiene (Apis mellifera) gehalten und hierzu überwiegend Magazinbeuten verwendet. Für die Unterbringung der Magazinbeuten ist kein Bienenhaus erforderlich. Die Bienenvölker werden ganzjährig in diesen Behältnissen einzeln oder nebeneinander (als Gruppe) auf einem einfachen, bodennahen Holzgestell (Wanderbock) im Freien aufgestellt. Ein wesentlicher Vorteil dieser modularen und sehr flexiblen Betriebsweise ist der geringe Aufwand beim Verstellen der Bienenvölker, z. B. beim Anwandern in einzelne Blüten- oder Honigtau-Trachten.

Bis Mitte der 1960er Jahre wurden in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Bienen hauptsächlich in ortsfesten Bienenhäusern mit den sogenannten Hinterbehandlungsbeuten gehalten. In der DDR waren bis zur Wiedervereinigung Bienenwagen sehr verbreitet. Inzwischen sind diese klassischen Betriebsweisen durch die einfachere Magazin-Betriebsweise weitgehend ersetzt worden, bzw. neue Bienenhäuser und -wagen werden nicht mehr gebaut, oder zumindest, falls noch vorhanden, auch mit Magazin-Beuten bestückt.

In einigen Gegenden (Mittelmeerraum, Afrika) werden in der mobilen Imkerei vorwiegend kompakte Lagerbeuten eingesetzt (ohne aufzusetzende Zargen), bei denen die Honigräume nicht wie bei den sonst üblichen Ständerbeuten über, sondern neben den Bruträumen liegen. Die Bearbeitung erfolgt hier von oben, ansonsten ähnelt die Betriebsweise im Wesentlichen der von Magazinbeuten.

Für die Bienen spielt es keine Rolle, welche Art der Behausung ihnen Menschen zur Verfügung stellen, solange die Größe dieser „künstlichen Höhle“ der Volksdynamik entspricht. Weitere Voraussetzungen sind ein Schutz vor direkten Witterungseinflüssen wie Nässe und Zugluft. Trockene Kälte im Winter macht den regional angepassten Bienen nichts aus, wie auch der Bienenwissenschaftler Gerhard Liebig an der Landesanstalt für Bienenzucht der Universität Stuttgart-Hohenheim in Untersuchungen nachgewiesen hat. Er empfiehlt die Magazin-Betriebsweise in der Zanderbeute[1], da sie durch ihre Einfachheit und vor allem durch die mechanisch modulare Möglichkeit der Raumerweiterung ideale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bienenhaltung bietet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Pfefferle: Imkern mit dem Magazin und mit der Varroatose : das Handbuch für den Magazinimker; 8., überarb. Aufl.; Münstertal: Selbstverlag Pfefferle 1990
  • Karl Kieß: Bauanleitung für das Zander-Magazin - kompatibles System -, Lindenberg 1998
  • Karl Weiß: Der Wochenendimker, Eine Schule für das Imkern mit Magazinen, 10. Auflage München, 1996, ISBN 3-431-02275-8
  • Werner Schundau: So imkern wir in der Seegeberger Kunststoff-Magazinbeute, 4. Auflage Brockel, 2003

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das Zander Beutensystem