Magdalenenkirche (Breslau)

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Gemälde von A. Woelfl (1867)

Die Magdalenenkirche zu Breslau (St. Maria Magdalena, poln. Katedra św. Marii Magdaleny) ist eine gotische Backsteinkirche. Sie war als eine vom Rat und der Bürgerschaft erbaute Bürgerkirche zugleich eine der Hauptkirchen der Stadt an der Oder. Am 23. Oktober 1523 hielt Johann Heß, der Reformator von Breslau, seine erste Predigt in der Magdalenenkirche. Bis 1945 war die Kirche evangelisch, seitdem ist sie altkatholisch.

Geschichte[Bearbeiten]

Außenansicht
Innenansicht
Romanische Portal

Vorgängerbauten[Bearbeiten]

Die Gründung der ersten Pfarrkirche – als Nachfolgerin der Adalbertkirche – unter dem Patrozinium St. Andreas und Maria Magdalena erfolgte zwischen 1226 und 1232 durch Bischof Lorenz I. von Breslau. 1241 zerstörte ein Brand während des Tatareneinfalls diesen Kirchbau. Ein zweiter Bau, der zwischen 1242 und 1248 durchgeführt wurde, hatte nur etwa 100 Jahre Bestand.

Architektur[Bearbeiten]

Die Kirche ist als dreischiffige Basilika angelegt. Ihre heutige Gestalt erhielt die in Backstein erbaute Kirche in den Jahren 1342 bis 1362, während die Türme später vollendet wurden. An Stelle der 1481 errichteten bleigedeckten, gotischen Holzspitzen erhielten die Türme zwischen 1564 und 1581 die kupfergedeckten Renaissancehauben. Die in 47 Meter Höhe befindliche Brücke zwischen den beiden Türmen wurde erstmals 1459 urkundlich erwähnt.

Am 22. März 1887 brannte man anlässlich des 90. Geburtstags Kaiser Wilhelms I. auf der Brücke ein Feuerwerk ab. Dabei geriet der Nordturm in Brand und die beiden Türkenglocken fielen herunter und zerschellten.

Portale[Bearbeiten]

Das Westportal ist das Hauptportal der Kirche. Sein ornamentaler, figürlicher Schmuck ist gotisch. An der Südseite ist ein Renaissanceportal sowie ein spätromanisches Portal, das von dem 1546 abgebrochenen Vinzenzkloster auf dem Elbing stammt. An der Nordseite befindet sich ein Barockportal.

Ausstattung[Bearbeiten]

Im Inneren der Kirche befinden sich 16 Kapellen sowie zahlreiche Nebenaltäre und Epitaphien. Das Epitaph für Adam von Arzat schuf 1677 der Bildhauer Matthias Rauchmüller, von dem auch das Epitaph für Octavius Pestaluzzi stammt.

Glocken[Bearbeiten]

Im Südturm hing die Armesünderglocke, die 1386 gegossen wurde. Sie wurde an Festtagen und zum Vaterunser geläutet. Als wahrscheinlich größte Glocke Schlesiens mit einem Umfang von 6,30 Meter und einer inneren Höhe von 1,80 Meter wurde sie durch den Brand am 17. Mai 1945 für immer vernichtet.[1]

Gegenwart[Bearbeiten]

Heute ist die Magdalenenkirche im Besitz der Polnisch-Katholischen Kirche. Sie ist die Kathedralkirche der altkatholischen Diözese Breslau.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Johann Carl Hermann Schmeidler: Urkundliche Beiträge zur Geschichte der Haupt-Pfarrkirche St. Maria Magdalena zu Breslau vor der Reformation. Breslau 1838 (Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Magdalenenkirche (Breslau) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.breslau-wroclaw.de/de/breslau/history/magdalenen

51.10944444444417.034722222222Koordinaten: 51° 6′ 34″ N, 17° 2′ 5″ O