Magdeburger Reiter
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Der Magdeburger Reiter ist das erste freistehende Reiterstandbild nördlich der Alpen. Es entstand Mitte des 13. Jahrhunderts.
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[Bearbeiten] Original
Das Original des Magdeburger Reiters befindet sich heute im Kaiser-Otto-Saal des Kulturhistorischen Museums Magdeburg. Er besteht aus Sandstein und war früher vermutlich bemalt. Über die Jahrhunderte verschwand allerdings diese Bemalung, und es ist nicht bekannt, welche farbliche Gestaltung gewählt wurde.
Vermutlich wird Kaiser Otto der Große bei einer seiner Ankünfte in seiner Lieblingspfalz Magdeburg dargestellt. Eine der weiblichen Begleitfiguren trägt einen Schild mit dem Reichsadler, die andere eine Fahnenlanze, welche beide Symbole des Kaisers sind. Da der Magdeburger Reiter vor dem Gerichtsplatz aufgestellt wurde, ist anzunehmen, dass das Denkmal sinnbildlich auch die vom Kaiser verliehene Gerichtshoheit ausdrücken soll.[1].
Bis zur Herstellung der Kopie 1966 stand der Magdeburger Reiter auf dem Alten Markt Magdeburg, zuerst in einem frühgotischen Baldachin mit Spitzhelm und Zinnenkranz, ab 1651 in einem Barockbaldachin.
[Bearbeiten] Nachbauten
Heinrich Apel stellte 1966 eine Kopie des Standbildes her. Diese befindet sich auf dem Alten Markt und ist seit dem Jahr 2000 vergoldet.
Nachbauten des Magdeburger Reiters kann man in verschiedenen Formen und Größen erwerben.
Der bekannteste ist dabei der Magdeburger Reiter von Playmobil. Zur 29. Ausstellung des Europarates und Landesausstellung Sachsen-Anhalt Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation (2006) vom Kulturhistorischen Museum Magdeburg und dem Deutschen Historischem Museum Berlin hat der Spielzeughersteller erstmalig eine historische Figur nachgebaut und wirbt damit für eine Stadt. Da die farbige Gestaltung des originalen Magdeburger Reiters nicht mehr zu rekonstruieren ist, orientierten sich die Spielzeuggestalter an der Darstellung des singenden Kaisers Heinrich VI. aus dem Codex Manesse, dem Hauptmotiv der Ausstellung. Die Figur ist 7,5 cm hoch und besteht aus Plastik. Für die auf 20.000 Stück limitierten Reiterfiguren gab es nicht nur Bestellungen aus Deutschland und der EU, sondern u. a. auch aus den USA, Australien oder Südafrika. Neben dieser populären Spielzeugfigur gibt es auch andere Nachbauten mit einer Höhe von 20 cm, die aus teurerem Material hergestellt und damit höherwertig sind.
[Bearbeiten] Anmerkungen
- ↑ Magdeburg und Bamberg sind durch epochale Gemeinsamkeiten verbunden: Beide Bistümer verdanken sich der Initiative eines Kaisers (Magdeburg: Otto der Große; Bamberg: Heinrich II.), beide Dome fielen einem Brand zum Opfer (Magdeburg: 1207; Bamberg: 1185), in beiden Städten entstanden etwa zeit- und stilgleich die Meisterstücke der "Reiter". Die Frage nach dem Verhältnis der beiden "Reiter" zueinander liegt zwar nahe, lässt sich aber nur hypothetisch bestimmen. Wenn im Magdeburger Reiter auf Otto den Großen rekurriert wurde, entstünde damit eine Konkurrenz zum Bamberger Reiter: Otto I. gilt als Bezwinger der Ungarn, eine ungarische Linie stellte in Bamberg den Bischof, Ekbert von Andechs-Meranien, in dessen Amtszeit wohl die Aufstellung des Bamberger Reiters datiert, der Affinitäten zu Philipp von Schwaben aufweist. Da Philipp 1199 den Hoftag zu Magdeburg abhält und die Stadt den staufischen König gegen die Welfen unterstützt, bestünde eine weitere Konkurrenzsituation zweier Städte im Ringen um die Gunst des staufischen Kaisers. Da die Reihenfolge der Aufstellung beider "Reiter" ungeklärt ist, helfen bislang nur Indizien weiter, um den Umstand zu erhellen, wieso in einer Bauepoche zwei gekrönte "Reiter" staufischen Gepräges entstanden sind (zur Bedeutung Magdeburgs und Bambergs für Heinrich II. vgl. Achim Hubel: Kaiser Heinrich II., die Idee einer Roma secunda und die Konkurrenz zwischen Regensburg und Bamberg im 11. Jahrhundert. In: Christine und Klaus van Eickels (Hgg.): Das Bistum Bamberg in der Welt des Mittelalters. Bamberg 2007, S. 103–140).
[Bearbeiten] Literatur
- Ernst Schubert: Der Magdeburger Reiter, Magdeburg 1994, ISBN 3-930030-04-7.
[Bearbeiten] Weblinks
- Kulturhistorisches Museum Magdeburg
- „Magdeburger Reiter“ von Playmobil begeistert Ausstellungsbesucher
- Seite über die Ausstellung zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation
52.1315111.63936Koordinaten: 52° 7′ 53″ N, 11° 38′ 22″ O

