Magden

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Dieser Artikel behandelt die Schweizer Gemeinde Magden; für die türkische Schriftstellerin siehe Perihan Mağden.
Magden
Wappen von Magden
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Rheinfeldenw
BFS-Nr.: 4253i1f3f4
Postleitzahl: 4312
Koordinaten: 628365 / 26433847.5291637.81528325Koordinaten: 47° 31′ 45″ N, 7° 48′ 55″ O; CH1903: 628365 / 264338
Höhe: 325 m ü. M.
Fläche: 11.04 km²
Einwohner: 3832 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 347 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 14,7 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.magden.ch
Magden

Magden

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Magden (schweizerdeutsch: Magde ˈmɑgdə)[3] ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Rheinfelden des Schweizer Kantons Aargau. Sie liegt im Westen der Region Fricktal, etwa drei Kilometer südlich der Grenze zu Deutschland und grenzt an den Kanton Basel-Landschaft.

Geographie[Bearbeiten]

Das Dorf liegt am Magdenerbach, der zunächst in Richtung Westen, dann nach Norden fliesst und bei der Altstadt von Rheinfelden in den Rhein mündet. Der flache Talboden ist durchschnittlich 200 Meter breit und wird von Hügeln des Tafeljuras begrenzt. Diese steigen im unteren Bereich steil an und gehen in Hochebenen über, die teils bewaldet sind und teils landwirtschaftlich genutzt werden. Auf der Nordseite des Magdenertals liegt der «Galgen» (450 m ü. M.), ein Ausläufer des 632 Meter hohen Sonnenbergs. An der Westseite des Tals liegt der Schönenberg (469 m ü. M.). Im Dorfzentrum zweigt in Richtung Südsüdost das Tal des Wintersingerbachs ab, in dem der Weiler Iglingerhof (370 m ü. M.) liegt. Zwischen diesem Tal und dem Magdenertal erhebt sich der Önsberg (563 m ü. M.). Etwa einen Kilometer südlich des Dorfzentrums verzweigt sich das Tal des Wintersingerbachs; in Richtung Südsüdwest erstreckt sich ein fast drei Kilometer langes Seitental, schlicht «Tal» genannt. Dazwischen erhebt sich der 514 Meter hohe Chüller. Ganz im Südwesten befindet sich der 607 Meter hohe Halmet.[4]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 1104 Hektaren, davon sind 461 Hektaren bewaldet und 121 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt liegt auf 607 Metern auf dem Halmet, der tiefste auf 308 Metern am Magdenerbach.

Nachbargemeinden im Aargau sind Olsberg im Westen (mit einer kleinen Exklave im Süden), Rheinfelden im Nordwesten und Möhlin im Nordosten. Nachbargemeinden im Kanton Baselland sind Arisdorf und Hersberg im Südwesten, Nusshof im Süden, Wintersingen im Südosten und Maisprach im Osten.

Geschichte[Bearbeiten]

Diverse Einzelfunde auf dem Gemeindegebiet deuten auf eine Besiedlung während der Römerzeit hin. Eine in Kaiseraugst gefundene Inschrift aus der Regierungszeit von Kaiser Valentinian I. beschreibt die Wiederherstellung der «murum magidunensem», die Ostmauer des fünf Kilometer westlich gelegenen Kastells.[5] Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 804, als der alamannische Adlige Morand den Hof Magden (in curte magaduninse) der Abtei St. Gallen schenkte. Der Ortsname stammt vom keltischen Magodunon und bedeutet «befestigte Anlage auf dem freien Feld».[3] 1036 vermachte Graf Ulrich von Lenzburg seinen gesamten Grundbesitz in Magden dem Stift Beromünster. Die damals erwähnte Kirche dürfte im 7. Jahrhundert entstanden sein. Nach dem Aussterben der Grafen von Lenzburg im Jahr 1173 stellte Kaiser Barbarossa dem Stift Beromünster einen Schutzbrief aus und bestätigte dessen Besitz in Magden.

Die Landesherrschaft ging 1232 von den Grafen von Homberg-Tierstein an die Habsburger über. 1255 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Iglingen, dem heutigen Iglingerhof. 1351 musste das Stift Beromünster wegen einer finanziellen Notlage seinen gesamten Besitz in Magden an das Kloster Olsberg verkaufen. Am 18. November 1409 kam es zur «Schlacht bei Magden»: Bürger der Stadt Rheinfelden kehrten von einem Viehraubzug aus dem Waldenburgertal zurück. Bei Magden lauerten ihnen die Baselbieter auf. Bei dieser Auseinandersetzung starben 80 Rheinfelder und 30 Baselbieter. Das Ende des 12. Jahrhunderts entstandene Dorf Deschlikon im «Tal» wurde 1437 durch einen Erdrutsch vollständig zerstört und danach nicht wieder aufgebaut. 1461 gelangten die Nachbardörfer Magdens in den Besitz der Stadt Basel. Die Habsburger verpfändeten nach dem Waldshuterkrieg von 1468 das gesamte Fricktal an Burgund. Als die Burgunder von den Eidgenossen während der Burgunderkriege vernichtend geschlagen worden waren, kam Magden 1477 wieder unter österreichische Herrschaft.

Nach der Reichsreform des österreichischen Kaisers Maximilian I. im Jahr 1491 gehörte Magden zu Vorderösterreich und lag in der Landschaft Möhlinbach, einer untergeordneten Verwaltungseinheit der Kameralherrschaft Rheinfelden im Oberamt Breisgau. Am 30. Mai 1499 bezog das 6000 Mann starke habsburgische Reichsheer während des Schwabenkriegs Quartier in Magden. Die Soldaten plünderten die Region und sämtliche Bewohner von Magden, Maisprach und Wintersingen mussten nach Liestal fliehen. Im Jahr 1525, während der Reformationswirren, wurde das Schwesternhaus in Iglingen verlassen, und die Einwohner Magdens beteiligten sich an der Plünderung des Klosters Olsberg. Im 17. Jahrhundert gab es kaum längere Friedenszeiten. Der Rappenkrieg, ein Bauernaufstand, dauerte von 1612 bis 1614. Der Dreissigjährige Krieg, der zwischen 1633 und 1638 auch das Fricktal erfasste, warf das Dorf in seiner Entwicklung zurück. Besonders die Schweden hinterliessen grosse Verwüstungen und plünderten das Dorf. Das Dorf Höflingen an der Grenze zu Rheinfelden wurde völlig zerstört und danach nicht wieder aufgebaut. Auch während des Pfälzischen Erbfolgekriegs (1688–1697) zogen fremde Truppen durch die Region.

1797 wurde das Fricktal nach dem Frieden von Campo Formio ein französisches Protektorat. Während des Zweiten Koalitionskrieges verlief hier die Frontlinie zwischen den Armeen Frankreichs und Österreichs. Die Bevölkerung litt unter Rekrutierungen, Einquartierungen, Requisitionen, Kriegsabgaben und Frondiensten. Am 20. Februar 1802 wurde Magden eine Gemeinde im Distrikt Rheinfelden des Kantons Fricktal, der sich im August der Helvetischen Republik anschloss. Seit dem 19. Februar 1803 gehört die Gemeinde zum Kanton Aargau. Von 1813 bis 1815 mussten nochmals über 16'000 österreichische Soldaten einquartiert werden, ein Achtel der Dorfbevölkerung starb an Typhus. Nach einem schweren Unwetter im Juni 1814 und zwei Missernten folgte eine erste grössere Auswanderungswelle in die Vereinigten Staaten. Weitere Auswanderungswellen gab es in den 1840er und den 1850er Jahren.

Während des Kulturkampfes traten die Dorfbewohner geschlossen zum christkatholischen Glauben über, bis 1960 war Magden die einzige Schweizer Gemeinde mit einer christkatholischen Mehrheit. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts stürzte die Reblaus-Epidemie den Weinbau in eine tiefe Krise. An seine Stelle trat der Obstanbau (insbesondere Kirschen). 1914 erfolgte der Anschluss an das Elektrizitätsnetz. Die Einwohnerzahl stieg bis 1960 nur leicht an, doch dann erlebte Magden einen noch nie dagewesenen Aufschwung. Immer mehr Menschen zogen aus der Stadt Basel und dessen Vororten hierher; als Folge davon wurde das Dorf mehrheitlich reformiert. Innerhalb von knapp 50 Jahren stieg die Einwohnerzahl um das Dreifache an.

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Weiss auf grünem Boden grüner Apfelbaum mit neun roten Früchten, beseitet von zwei Weinstöcken mit zwei blauen Trauben und zwei grünen Blättern an rotem Stickel.» Das erstmals 1872 auf dem Gemeindesiegel abgebildete Wappen stellt die zwei Hauptpfeiler der Magdener Landwirtschaft dar, den Obstbau und den Weinbau.[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Christkatholische Kirche St. Martin
  • Christkatholische Pfarrkirche St. Martin: Erstmals 1036 erwähnt; 1620 im gotischen Stil neu erbaut; um 1750 barockisiert.
  • Madonnenfresko am Haus Maiengässli 3
  • Kapelle St. Niklaus beim Iglingerhof
  • Museums-Telefonzentrale
  • Magdalenaquelle

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung:[7]

Jahr 1768 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 869 1075 894 975 975 1107 1799 2218 2665 3043 3628

Am 31. Dezember 2013 lebten 3832 Menschen in Magden, der Ausländeranteil betrug 14,7 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 40,1 % reformiert, 27,5 % römisch-katholisch, 12,9 % christkatholisch und 1,4 % muslimisch; 1,3 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[8] 92,9 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 1,5 % Französisch, 1,4 % Englisch, 1,0 % Albanisch, 0,9 % Italienisch.[9]

Politik und Recht[Bearbeiten]

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre, und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Rheinfelden zuständig. Magden gehört zum Friedensrichterkreis Rheinfelden.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Magden gibt es gemäss Betriebszählung 2008 rund 640 Arbeitsplätze, davon 12 % in der Landwirtschaft, 28 % in der Industrie und 60 % im Dienstleistungssektor.[10] Industriebetriebe sind in der Mess- und Regeltechnik, in der Prozesstechnik, im Chemie-Anlagenbau und in der Metallverarbeitung tätig. An exponierten Südhanglagen des «Galgen» wird Weinbau betrieben. Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in den grösseren Gemeinden des Fricktals und in der Agglomeration der Stadt Basel.

Verkehr[Bearbeiten]

Magden liegt an der Hauptstrasse zwischen Rheinfelden und Gelterkinden, etwas mehr als zwei Kilometer südlich der Anschlussstelle Rheinfelden der Autobahn A3. Weitere Strassen führen nach Sissach und OlsbergKaiseraugst. Die Anbindung an das Netz des öffentlichen Verkehrs erfolgt durch eine Postautolinie, die von Rheinfelden über Magden nach Gelterkinden führt. Eine weitere Postautolinie verbindet Magden mit Giebenach.

Bildung[Bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über vier Kindergärten und zwei Schulhäuser, in denen die Primarschule, die Realschule und die Sekundarschule unterrichtet werden. Die Bezirksschule kann in Rheinfelden besucht werden. Aufgrund einer interkantonalen Vereinbarung können Jugendliche aus Teilen des Fricktals das Gymnasium in Muttenz (Kanton Basel-Landschaft) absolvieren.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Edith Hunziker, Peter Hoegger: Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Band IX: Der Bezirk Rheinfelden. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK Bern 2011 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 119). ISBN 978-3-906131-94-8. S.&nbsp313–333.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Magden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  2. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  3. a b  Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 259–261.
  4. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1068, Swisstopo
  5.  Martin Hartmann, Hans Weber: Die Römer im Aargau. Verlag Sauerländer, Aarau 1985, ISBN 3-7941-2539-8, S. 182.
  6.  Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 206.
  7. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  8. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 24. August 2012.
  9. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 24. August 2012.
  10. Betriebszählung 2008. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 24. August 2012.