Maggie McNamara

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Maggie McNamara (* 18. Juni 1928 in New York, New York; † 18. Februar 1978 ebenda; eigentlich Marguerite McNamara) war eine US-amerikanische Schauspielerin und Fotomodel.

Biografie[Bearbeiten]

Maggie McNamara wurde 1928 in New York als Marguerite McNamara geboren und wuchs mit einem Bruder und zwei Schwestern auf.[1] Sie besuchte die St. Catherine of Genoa School in ihrer Heimatstadt und später eine Textilschule.[2] Bereits als Jugendliche begann McNamara als Fotomodel zu arbeiten. Zweimal erschien sie auf der Titelseite des US-amerikanischen Life Magazines und begann später Schauspielunterricht zu nehmen. Im Alter von 23 Jahren wurde McNamara von dem österreichisch-amerikanischen Film- und Theaterregisseur Otto Preminger entdeckt. Preminger verschaffte der charismatischen, dunkelhaarigen Schauspielerin den erfolgreich von Barbara Bel Geddes am Broadway kreierten Part der Patty O'Neill in der National-Company-Produktion von F. Hugh Herberts The Moon Is Blue in Chicago. In der Komödie war McNamara 18 Monate in der Hauptrolle einer attraktiven jungen Frau besetzt, die trotz Avancen zweier alternder Playboys gedenkt als Jungfrau in die Ehe zu gehen.

Im Februar 1952 feierte McNamara ihr Debüt am New Yorker Broadway in The King of Friday's Men, was ihr Lob seitens der Kritiker einbrachte. Brook Atkinson, Theaterkritiker der New York Times, urteilte über sie, sie sei „bemerkenswert schön und hat Talent für die Schauspielerei.“ (Original-Ton: „remarkably pretty and has a gift for acting.“). 1953 wurde Maggie McNamara für die gleichnamige Filmversion von The Moon Is Blue (dt. Titel Wolken sind überall) verpflichtet. Sie unterschrieb einen Vertrag mit dem Filmstudio 20th Century Fox und agierte neben William Holden und David Niven. Der kontroverse Filmstoff von Otto Preminger inszeniert, forderte den Hays Codes heraus und schürte den Ärger der US-amerikanischen Zensoren, darunter die 1933 gegründete Legion of Decency. Dennoch wurde Wolken sind überall in den USA veröffentlicht, wo er sich sechzehn Wochen lang unter den zehn besten Filmen des Branchenmagazins Variety platzieren konnte.

Preminger hatte Maggie McNamara ausgewählt, da sie seiner Meinung nach das unschuldige, jungfräuliche Aussehen für den Film mitbrachte. Bei Barbara Bel Geddes, die die Rolle bis zur Perfektion am Broadway spielte, hatte er die Befürchtung, dass sie vor der Kamera nicht jung genug wirken würde.[3] Tatsächlich erhielt McNamara bei der Oscarverleihung 1954 eine Nominierung in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin, musste sich aber der Britin Audrey Hepburn (Ein Herz und eine Krone) geschlagen geben. Ein Jahr später wurde sie für ihre erste Filmrolle mit einer Nominierung für den British Film Academy Award als Beste Nachwuchsdarstellerin honoriert.

Nach Wolken sind überall sollte McNamara jedoch nur in drei weiteren Filmen mitwirken. In Otto Premingers deutschsprachiger Filmversion von Wolken sind überall, Die Jungfrau auf dem Dach (1953) mit Hardy Krüger und Johanna Matz in den Hauptrollen, agierte sie gemeinsam mit William Holden in kleinen Gastrollen als Touristenpaar. Erfolgreicher war Jean Negulescos Drei Münzen im Brunnen (1954), über drei US-Amerikanerinnen, die von der großen Liebe im fernen Rom träumen. Die romantische Komödie, in der Louis Jourdan, Dorothy McGuire und Jean Peters ihre Filmpartner waren, errang eine Oscar-Nominierung als bester Film. Gleichzeitig handelte es sich um die erste Filmproduktion, die außerhalb der Hollywood-Studios vor Ort an Originalschauplätzen im Cinemascope-Format abgedreht wurde.[4]

Nach Philip Dunnes Filmbiografie König der Schauspieler (1955) mit Richard Burton verließ Maggie McNamara Hollywood. Ihre Ehe mit dem Drehbuchautor David Swift (1919–2001) war gescheitert, nachdem dieser sie betrogen hatte. McNamara hatte daraufhin einen Nervenzusammenbruch erlitten. Mehr als sieben Jahre nach ihrem letzten Film sah ihr ehemaliger Mentor und Förderer Otto Preminger sie wieder. Hatte McNamara früher auf ihn einen ausgeglichen und glücklich Eindruck gemacht, wirkte sie nun verändert, wie er später in seiner Autobiografie festhalten sollte. In dieser führte er sie neben Marilyn Monroe und Gene Tierney als eine „weitere Schauspielerin“ an, die nach ihrem Aufstieg zum Star außerordentlich gelitten hätte[5] Preminger verhalf McNamara 1963 zu einer weiteren Filmrolle in Der Kardinal. Ein Jahr zuvor war sie in einer Nebenrolle in dem Broadway-Stück Step on a Crack aufgetreten. Eine erneute Karriere im Kino stellte sich aber trotz Premingers Hilfe nicht ein. Nach sporadischen Auftritten im US-amerikanischen Fernsehen, so unter anderem in Episoden der Fernsehserien The Twilight Zone (1963), The Greatest Show on Earth und The Alfred Hitchcock Hour (beide 1964), verschwand McNamara Mitte der 1960er Jahre vom Fernsehbildschirm, der Kinoleinwand und der Theaterbühne.

Maggie McNamara verdingte sich nach ihrer Schauspielkarriere als Schreibkraft bei einer Versicherungsgesellschaft.[5] Von ihrem Ehemann David Swift geschieden, nahm sie sich 1978 im Alter von neunundvierzig Jahren mit einer Überdosis Schlaftabletten das Leben. Sie hinterließ einen Abschiedsbrief. Freunde berichteten, dass McNamara lange Zeit unter starken Depressionen gelitten hatte. Die Schauspielerin, die man oft mit Leslie Caron oder Audrey Hepburn verglich[6], wurde auf dem Saint Charles Cemetery in Farmingdale, auf Long Island beerdigt.

Filmografie[Bearbeiten]

Theaterstücke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1951: The Moon Is Blue
  • 1952: The King of Friday's Men
  • 1962: Step on a Crack

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. The Associated Press, 16. März 1978, BC cycle (aufgerufen am 4. Februar 2007 via LexisNexis Wirtschaft)
  2. vgl. Maggie McNamara. In: Daniel Blum (Hrsg.): Theatre world. Season l947–48; Season 1949–50; Season 1950–1951. Norman Macdonald [et al.], New York 1948–1951. (aufgerufen am 1. November 2009 via WBIS)
  3. vgl. Otto Preminger: Preminger. An autobiography. Doubleday, Garden City, N.Y. 1977. S. 108
  4. vgl. Drei Münzen im Brunnen. In: Das große TV-Spielfilm-Filmlexikon (CD-ROM). Directmedia Publ., 2006, ISBN 978-3-89853-036-1
  5. a b vgl. Preminger, S. 94
  6. vgl. Maggie McNamara Actress star of Moon is Blue. In: The Globe and Mail (Canada), 17. März 1978 (aufgerufen am 4. Februar 2007 via LexisNexis Wirtschaft)