Maggiora

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Dieser Artikel behandelt das Karosseriebau-Unternehmen Maggiora. Für den ehemaligen italienischen Automobilhersteller siehe Automobili Maggiora; für die gleichnamige italienische Gemeinde im Piemont siehe Maggiora (Piemont)
Glas V8
Glas 1700 GT Coupe
DeTomaso Pantera
Fiat Barchetta
Lancia Kappa Coupé

Maggiora war eine italienische Karosseriebaufirma aus Moncalieri bei Turin. Sie produzierte unter anderem die Fiat Barchetta sowie das von Gianna Maggiora entworfene Lancia Kappa Coupé in Handarbeit, aber auch andere Personenwagen wurden zu Coupés und Cabriolets veredelt; ferner fertigte die Firma auch Einzelstücke und Prototypen. Maggiora beschäftigte zeitweise bis zu 430 Mitarbeiter in Moncalieri, Chivasso und Val di Sangro-Atessa (als Zulieferer am Werk von Sevel Süd). 1998 belief sich der Umsatz auf 145,6 Mio. €.

Geschichte der Fahrzeugfertigung[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1925 unter dem Namen Martelleria Maggiora von Arturo Maggiora in Turin gegründet. 1951 wurde die Werkstatt nach Borgo San Pietro Moncalieri verlegt. In Moncalieri wurden im Auftrag von Pietro Frua u.a. die Karosserien für den Glas 1300 und 1700 GT sowieso im weiteren Verlauf für den BMW 1600 GT (1963-1968), Glas V8 (1965) und den Maserati Mistral (1963) gefertigt. Weitere Auftraggeber dieser Zeit waren Alfa Romeo, Fiat, Lancia und später auch De Tomaso. 1978 wurde Maggiora eine Aktiengesellschaft und bekam den Namen Ilca Maggiora S.p.A. (Industria Lavorazione Carrozzerie Auto). Nachdem Erich Bitter die Verträge mit der Carrozzeria OCRA in Turin gekündigt hatte, erhielt Maggiora den Auftrag zum Bau der Karosserien für das Bitter SC Coupé (1982) und den Bitter SC Sedan (1984).

Nach dem Tod von Arturo Maggiora übernahmen 1985 die Söhne Vincenzo (*17. November 1926), Mauro und Bruno (*30. November 1936) und die Tochter Giuseppina (*20. August 1936) die Leitung des Unternehmens. Neben der Kleinserienfertigung übernahm Maggiora 1993 das Lancia-Werk Chivasso und fertigte dort noch ein letztes Jahr das sportliche Spitzenmodell des Lancia Delta, Integrale Evoluzione, wobei auch Sonderwünsche von Kunden berücksichtigt wurden, etwa ein individuelles Fahrzeug für Laurent-Désiré Kabila.

1995 begann im Auftrag von Fiat die Fertigung der Fiat Barchetta. Maggiora entwickelte auch das Barchetta Coupé, das jedoch ein Einzelstück blieb; dessen Serienfertigung scheiterte zum einen an freien Kapazitäten, zum anderen daran, dass Fiat mit dem von 1995 bis 2000 bei Pininfarina produzierten Fiat Coupé dieses Marktsegment bereits anderweitig bediente. 1996 wurde das von Gianna Maggiora entworfene Lancia Kappa Coupé präsentiert und Maggiore übernahm die Kleinserienfertigung, diese wurde jedoch mit der Einstellung des Lancia Kappa im Jahr 2000 beendet. Daraufhin entwickelte man die Studie Granturismo Lancia auf Basis des Nachfolgemodells Lancia Thesis und präsentierte diese zwei Jahre später. Zu einer Serienfertigung kam es nicht mehr, 2003 ging das Unternehmen in Konkurs.

Die Fertigung von Kleinserien und Einzelstücken wurde aufgegeben, Fiat übernahm die Werkzeuge der Barchetta und baute sie in einem eigenen Werk weiter. Das Werk Chiavasso wurde von NCT (Nuova Carrozzeria Torinese) übernommen. Stola übernahm die ILCA SpA.

Die verbliebenen Standorte Carmagnola und Arbatax wurden für die Fertigung des Mopeds Hupper ("by Maggiora") umgebaut. Das jetzige Unternehmen hat jedoch bis auf die Werkshallen nichts mehr mit der ursprünglichen Automanufaktur Maggiora gemeinsam.

Weiterhin wurde bei Maggiora mit erneuerbaren Energiequellen (z.B. Methan) geforscht.

Als Zulieferer[Bearbeiten]

Die Tochtergesellschaft Irma S.p.A. in Atessa fertigte Blechmontagegruppen für die Fiat-Modelle Ducato und Punto, und die Emmedue S.r.l. im Werk Chiavasso fertigte Innenausstattungen für PKW. Maggiora versuchte die Abhängigkeit von Fiat zu verringern indem man sich als Zulieferer um Aufträge von VW, Audi und BMW bewarb, erhielt jedoch keinen Auftrag.

Bei Maggiora gefertigte Fahrzeuge (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]