Magic-Bullet-Theorie

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"Magische Kugel" = Commission Exhibit 399 = CE 399 Seitenansicht
CE399 Rückansicht

Ursprung der Magic Bullet Theory (dt. ‚Theorie der magischen Kugel‘) oder auch Single Bullet Theory (‚Eine-Kugel-Theorie‘) war die Schlussfolgerung des Staatsanwalts von New Orleans, Jim Garrison, der in dem von ihm 1967 angestrengten Prozess gegen Clay Shaw (Kennedy-Attentat) argumentierte, dass gemäß den Befunden der Warren-Kommission ein Schuss sieben Verletzungen verursacht und die Kugel zudem keinerlei Verformungen erlitten haben soll, was schlechterdings unmöglich sei.

Die Theorie[Bearbeiten]

Die Dealey Plaza mit der Fahrtroute der Präsidentenlimousine

Am 22. November 1963 fuhr die Limousine mit dem Präsidenten John F. Kennedy, seiner Frau Jackie Kennedy, dem damaligen Gouverneur von Texas, John Connally, dessen Frau, dem Bodyguard Roy Kellerman und dem Chauffeur und Secret-Service-Agenten William Greer vom Flughafen Dallas Love Field durch die Innenstadt zum Dallas Trade Mart, wo Kennedy eine Rede halten wollte. Als die Limousine auf der Elmstreet Richtung Unterführung fuhr, ertönten verschiedene Schüsse. Lee Harvey Oswald soll mindestens zwei Schüsse aus dem Fenster des fünften Stockwerks des Texas School Book Depository abgefeuert haben. Der erste Schuss ging angeblich daneben, der zweite jedoch traf und verursachte nach der Magic-Bullet-Theorie bei Kennedy und Connally sieben Verletzungen.

Alte Darstellung[Bearbeiten]

Die alte Darstellung der Magic Bullet

Die Kugel habe sieben Verletzungen verursacht: Sie kam von hinten oben, durchschlug zunächst Kennedys Hals (2), machte dann eine Rechtskurve mit anschließender Linkskurve, durchschlug dann Connallys Oberkörper (2), nach einer weiteren Kurve sein Handgelenk (2) und nach einer weiteren Kurve bleibt sie in seinem Oberschenkel stecken (1). Auch wäre es nicht möglich, dass die Kugel von einzelnen Körperteilen oder anderen Gegenständen im Fahrzeug genau so abgelenkt worden sei und dies zudem unbeschadet überstanden haben sollte.

Neue Darstellung[Bearbeiten]

Die neue Darstellung der Flugbahn, jedoch mit nicht übereinstimmendem Ausgangspunkt der abgegebenen Kugel zur oberen Darstellung
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Neue Darstellungen kommen ohne die Theorie einer abgelenkten Kugel aus. Es wurden verschiedene Korrekturen an der Theorie vorgenommen:

  • Man war davon ausgegangen, dass Connally und Kennedy auf der gleichen Höhe saßen. Doch Connally saß auf einer ausklappbaren Sitzfläche, die sich ca. 5 cm tiefer befand als der Sitz des Präsidenten.
  • Auch war man der Ansicht, dass Connally genau vor Kennedy saß. Doch der Notsitz, auf dem Connally saß, befand sich ca. 10 cm von der Autotür entfernt.
  • Zusätzlich sei zu beachten, dass sich Connally genau in diesem Moment, in dem der Schuss fiel, nach rechts hinten gedreht hatte.

So ergibt sich, wenn man alle Verletzungen betrachtet, eine gerade Linie durch die Verletzungen und bis zum Abschussfenster im sechsten Stock. Kleinere Abweichungen sind durch die damalige Rekonstruktion durchaus möglich, diese jedoch werden durch die Möglichkeit kleiner Umlenkungen des Schusses wieder abgedeckt.

Die Limousine nach den ersten zwei Schüssen. Pfeil: Kennedy.

Bei dieser Zeichnung wurde jedoch offenbar nicht berücksichtigt, dass Connally deutlich größer war als Kennedy, dass Connally untersetzter (also breiter) war als der schlanke Kennedy, der sich zudem nicht körpernah an die Autotür gesetzt hatte, und dass die Schussbahnen und damit der Ausgangspunkt nicht deckungsgleich sind, so dass diese Reproduktion der Sitzordnung fragwürdig ist. Außerdem liefert sie keine Erklärung für die Unversehrheit der Kugel.

Austrittswunde[Bearbeiten]

Die Theorie wurde später noch massiv kritisiert. Dabei wurde unter anderem die fehlende Austrittswunde ins Feld geführt: Es war zwar am Nacken ein Schusseintrittsloch gefunden worden, jedoch vorne am Hals kein Austrittsloch. Dies könnte damit zu erklären sein, dass die Ärzte des Parkland Memorial Hospital einen Luftröhrenschnitt vornahmen – um das Leben des Präsidenten zu retten – und eine mögliche Austrittswunde dadurch nicht mehr zu erkennen war. Dem steht jedoch entgegen, dass die Parkland-Hospital-Ärzte vor dem Luftröhrenschnitt dort zwar eine Schusswunde entdeckten, jedoch keine Austrittswunde, sondern eine Eintrittswunde.

Die Behauptung, es habe sich dabei um eine Eintrittswunde gehandelt, kommt im Wesentlichen von Dr. Perry, der einen Kontusionsring zu erkennen glaubte. Zu diesem Zeitpunkt, vor dem Luftröhrenschnitt, kämpfte Dr. Perry allerdings noch um das Leben Kennedys, so dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit lediglich um eine oberflächliche Betrachtung handelt.

Ein Kontusionsring entsteht als Projektion der temporären Wundhöhle auf der Haut. Die temporäre Wundhöhle bildet sich, weil das Geschoss nach Auftreffen seine Energie auch radial abgibt und dementsprechend das Gewebe verdrängt. Die temporäre Wundhöhle ist damit größer, als das Geschoss selbst. Da das Geschoss die Haut maximal bis zu seiner Größe zerstört, ist die Gewebszerstörung größer, als die Zerstörung der Haut. Das zeigt sich als Kontusionsring.

Die temporäre Wundhöhle wird in Abhängigkeit von Kaliber und Treibladung in ihrer Größe variieren, sie wird aber immer kürzer sein, als die primäre Wundhöhle, die durch die Penetration des Geschosses entsteht. Somit zeigen sich temporäre Wundhöhlen und damit auch Kontusionsringe immer bei Einschusswunden. Die Behauptung, sie entstünden nur bei Einschusswunden, ist hingegen falsch.

Der Schuss hat lediglich Kennedys Hals durchschlagen. Bei einer so geringen Gewebstiefe zieht sich die temporäre Wundhöhle komplett durch das Gewebe. Nun bildet sich aufgrund des Aufreissens der Haut beim Ausschuss in der Regel dort dennoch kein Kontusionsring. Es sei denn, die Haut hat ein festes Widerlager, welches das Aufreissen der Haut verhindert. In diesem Fall entstehen bei Austrittswunden sogenannte Pseudo-Kontusionsringe.

Die Wunde an Kennedys Kehle befand sich exakt am Krawattenknoten. Die Kugel hat die Krawatte selbst noch durchtrennt. Damit ist die Wahrscheinlichkeit, dass Dr. Perry einen Pseudo-Kontusionsring gesehen hat und dadurch fälschlicherweise die Wunde für eine Einschusswunde hielt, sehr hoch.

Die Limousine des Präsidenten und die Sicht eines Schützen aus dem Fenster im 5. Stock des Schulbuchlagers

Schütze[Bearbeiten]

Nach den damaligen Ermittlungen ist der Schütze Lee Harvey Oswald. Doch verschiedene Kritiker sind der Ansicht, dass er auch nur Opfer eines größeren Komplotts geworden sei. Man fand am Abschussfenster zwar drei Hülsen aus dem Gewehr Oswalds, welche aber auch von jemand anderem dort platziert worden sein könnten. Dagegen spricht wiederum, dass Oswald, als er zur Arbeit kam (er arbeitete im School Book Depository), eine Tasche mit einem länglichen Gegenstand dabei hatte. Auf Fragen, was das sei, antwortete er „eine Vorhangsstange, um die neuen Vorhänge aufhängen zu können“. Allerdings wurde im School Book Depository nie eine solche Vorhangs- oder auch Gardinenstange gefunden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]