Magical Negro

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Der Magical Negro (dt.: Magischer Neger) ist ein regelmäßig wiederkehrender Charakter in amerikanischen Büchern und Filmen. Dieser tritt als Helfer des weißen Protagonisten auf.[1] Diese Charaktere verfügen oft über spezielle spirituelle Fähigkeiten, die dem Protagonisten fehlen und mit denen der Magical Negro ihm hilft.[2]

Mitglieder der afro-amerikanischen Gemeinschaft in den Vereinigten Staaten sehen diese Figur mitunter als kritisch an. Der schwarze Filmemacher Spike Lee äußerte sich 2001 kritisch gegenüber der Figur des Bagger Vance in Die Legende von Bagger Vance, da sie kein realistisches Bild von Schwarzen zeige.[3][4][5]

2012 wurde in einem Essay des Time Magazine über Präsident Obamas Wiederwahl argumentiert: „Die Verwendung der Begriffe ‚Magical‘ im Zusammenhang mit erstklassigen Leistungen Schwarzer, suggerierte, dass hinter einer großartigen Leistung nur Magie stecken könne.“[6]

Verwendung[Bearbeiten]

In der Fiktion[Bearbeiten]

Der Magical Negro wird oft so dargestellt, dass er körperlich oder aufgrund seiner Situation benachteiligt ist, z. B. als Gefangener.[7] Er hat oft keine Vergangenheit, sondern taucht einfach auf, um dem Hauptdarsteller zu helfen.[8][9] Meistens verfügt er über magische Kräfte;[8] er ist meistens geduldig und weise.[4]

Meistens hilft der Magical Negro dem Protagonisten aus dessen Notsituation, indem er auch diesen zur Selbstkritik bewegt.[4] Kritiker werfen diesem Konzept vor, dass der Schwarze sich auch als "Magical Negro" immer noch dem Weißen unterordnet und auch meist nur als Ausnahmecharakter unter den Schwarzen dargestellt wird.[10]

Beispiele in Filmen[Bearbeiten]

Realität[Bearbeiten]

Im März 2007 verwendete der US-amerikanische Kritiker David Ehrenstein den Titel "Obama the 'Magic Negro'" für einen Beitrag in der Los Angeles Times.[13] Paul Shanklin schrieb daraufhin den Song "Barack the Magic Negro", den Rush Limbaugh dann in seiner Radiosendung spielte.[14]

Weihnachten 2008, schickte Chip Saltsman, Politiker der Republikanischen Partei und Mitglied des Vorstandes der Tennessee Republican Party eine CD mit diesem Song an das Republican National Committee.[15] Dies löste eine Kontroverse aus, die zum Rücktritt Saltsmans führte.[16][17]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel von Christopher John Farley im Time Magazine (engl.)
  2. D. Marvin Jones: Race, Sex, and Suspicion: The Myth of the Black Male. Praeger Publishers, Westport, Conn. 2005, ISBN 0-275-97462-6, S. 35.
  3. Rita Kempley: Too Too Divine: Movies' 'Magic Negro' Saves the Day – but at the Cost of His Soul. 7. Juni 2003, abgerufen am 17. März 2012.
  4. a b c d e Nnedi Okorafor-Mbachu: Stephen King's Super-Duper Magical Negroes. In: Strange Horizons, 25. Oktober 2004. Abgerufen am 3. Dezember 2006. 
  5. Susan Gonzalez: Director Spike Lee slams 'same old' black stereotypes in today's films. In: Yale Bulletin & Calendar, Yale University, 2. März 2001. Abgerufen am 29. Dezember 2008. 
  6. [Read more: http://ideas.time.com/2012/09/26/the-magical-negro-falls-to-earth/#ixzz2D93CK53p Time: The Magical Negro falls to Earth]
  7. Heather J. Hicks: Hoodoo Economics: White Men's Work and Black Men's Magic in Contemporary American Film. In: Camera Obscura (Hrsg.): Camera Obscura. 18, Nr. 2, 1. September 2003, S. 27–55. doi:10.1215/02705346-18-2_53-27. Abgerufen am 3. Februar 2007.
  8. a b Audrey Colombe: White Hollywood's new Black boogeyman. Nr. 45, Oktober 2002. Abgerufen am 3. Dezember 2006.
  9. Georgia Anne Persons: Contemporary Patterns of Politics, Praxis, and Culture. Transaction Publishers, New Brunswick, NJ 2005, ISBN 1-4128-0468-X, S. 137.
  10. Krin Gabbard: Black Magic: White Hollywood and African American Culture. Rutgers University Press, New Brunswick, NJ 2004, ISBN 0-8135-3383-X, S. 173.
  11. Krin Gabbard: Black Magic: White Hollywood and African American Culture. Rutgers University Press, New Brunswick, NJ 2004, ISBN 0-8135-3383-X, S. 154.
  12. Larry Wilmore: The First 364 Days 23 Hours. 19. Januar 2010, abgerufen am 24. Februar 2011: „Larry Wilmore also compares Obama's pre-election image to that of other notable magic negro archetypes in fiction, such as Bagger Vance and John Coffey. ...“
  13. David Ehrenstein: Obama the 'Magic Negro'. In: Los Angeles Times. 19. März 2007, abgerufen am 12. Mai 2010.
  14. Jason DeParle: G.O.P. Receives Obama Parody to Mixed Reviews. In: New York Times, 28. Dezember 2008. 
  15. Andy Barr: "'Magic Negro' flap might help Saltsman". www.politico.com, 30. Dezember 2008, abgerufen am 1. Februar 2009.
  16. Sam Stein: Chip Saltsman Withdraws From RNC Race After 'Magic Negro'l Star Spanglish Banner' Stirs. In: Huffington Post, 29. Januar 2009. 
  17. Adam Nagourney: Candidate Linked to Obama Parody Song Leaves Race for G.O.P. Chairman. In: New York Times, 29. Januar 2009. 

Weblinks[Bearbeiten]