Magnus Carlsen

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Magnus Carlsen
Magnus Carlsen, 2008
Name Magnus Øen Carlsen
Land Norwegen Norwegen
Geboren 30. November 1990
Tønsberg, Norwegen
Titel Großmeister (2004)
Derzeitige Elo-Zahl 2772 (Juli 2009)
Beste Elo-Zahl 2786 (Oktober 2008)
Karteikarte bei der FIDE (englisch)

Magnus Øen Carlsen (* 30. November 1990 in Tønsberg) ist ein norwegischer Schachspieler und Großmeister. Er erspielte sich seine dritte Großmeisternorm im Alter von 13 Jahren, 3 Monaten und 27 Tagen. Damit ist er der drittjüngste Spieler überhaupt, der je Großmeister wurde, nach dem Ukrainer Serhij Karjakin und dem Inder Parimarjan Negi.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Frühe Erfolge

Carlsen erlernte die Schachregeln im Alter von fünf Jahren von seinem Vater, interessierte sich aber zunächst nicht sonderlich für das Spiel. Bereits als Kind fiel er durch sein ausgezeichnetes Gedächtnis auf. Sein erstes Schachturnier spielte er dann im Juli 1999. Ein Jahr später gewann er die norwegische Meisterschaft der Unter Elfjährigen. Sein erstes internationales Turnier spielte er im Oktober 2000 beim Open in Bad Wiessee, wo er 4,5 Punkte aus 9 Partien errang. Im September 2001 spielte er für seinen Verein Asker SK bei der Europäischen Mannschaftsmeisterschaft in Panormos. Bei der Weltmeisterschaft U12 in Iraklio 2002 kam er mit 9 Punkten aus 11 Partien auf Platz 2. Die erste Norm für den Titel eines Internationalen Meisters erzielte er im Januar 2003 beim Turnier in Gausdal. Im gleichen Jahr belegte er Platz 3 bei der Jugendeuropameisterschaft und Platz 9 bei der Jugendweltmeisterschaft.

[Bearbeiten] Erreichen des Großmeistertitels

Alle drei Großmeisternormen sicherte sich Magnus Carlsen innerhalb von 4 Monaten Anfang 2004 in einer Serie hervorragender Turnierergebnisse. Seine erste GM-Norm erzielte er mit einem überragenden Sieg und 10,5/13 Punkten in der Gruppe C des renommierten Turniers in Wijk aan Zee. Dieser erste aufsehenerregende Auftritt des jungen Schachtalentes veranlasste GM Lubomir Kavalek Carlsen in seiner Schach-Kolumne für die Washington Post vom 24. Januar 2004 als den "Mozart des Schachs" zu bezeichnen.

Magnus Carlsen, 2007

Seine beiden weiteren GM-Normen erzielt Magnus Carlsen bei den Aeroflot-Open in Moskau im Februar sowie bei den Dubai-Open im April 2004. Bei einem Blitzturnier in Reykjavík im März 2004 sorgte er durch einen Sieg gegen Exweltmeister Anatoli Karpow für Schlagzeilen. Im Juni 2004 nahm er an der Schachweltmeisterschaft der FIDE in Tripolis teil, verlor dort jedoch in der ersten Runde 1,5:2,5 gegen Lewon Aronjan. Im Juli 2005 teilte er in Sandnes den ersten Platz bei der norwegischen Landesmeisterschaft mit seinem Trainer Simen Agdestein, verlor jedoch den Stichkampf um den Titel. Im Dezember 2005 wurde er beim nach K.o.-System ausgespielten FIDE-Weltpokal in Chanty-Mansijsk nach einem Platzierungskampf gegen Gata Kamsky, den er mit 1-3 (1-1 nach Turnierpartien, 0-2 nach Schnellschachstechen) verlor, Zehnter und qualifizierte sich mit diesem Resultat für das von der FIDE wieder eingeführte Kandidatenturnier zur Schachweltmeisterschaft 2007. Carlsen traf in der ersten Runde der Kandidatenkämpfe in Elista auf Lewon Aronjan und verlor mit 5-7 nach Stichkampf.

Im Februar 2006 gewann er zusammen mit Alexander Motyljow das B-Turnier in Wijk aan Zee. Einen Monat später gewann er ein sehr stark besetztes Blitzturnier in Reykjavík, bei dem er unter anderem Viswanathan Anand ausschaltete. Bei der Schacholympiade in Turin spielte er am Spitzenbrett für Norwegen und erzielte 6 Punkte aus 8 Partien. Im August erzielte er bei einem Turnier in Amsterdam, bei dem junge Talente gegen erfahrene Großmeister antraten, mit 6,5 Punkten aus 10 Partien das beste Ergebnis der Junioren und erhielt dafür eine Einladung zum hochdotierten Turnier Melody Amber in Monaco. Im September kam er bei der norwegischen Landesmeisterschaft in Moss wie im Vorjahr punktgleich mit Agdestein auf Platz 1, gewann aber diesmal den Stichkampf. Im April 2007 gewann er die Gausdal Chess Classics mit 7 Punkten aus 9 Partien.

Carlsen beim Simultanspiel

[Bearbeiten] Zugehörigkeit zur Weltspitze

Im August 2007 gewann er das GM-Turnier in Biel nach einem Stichkampf um den 1. Platz gegen Olexandr Onyschtschuk. Im Dezember 2007 erreichte er das Halbfinale im FIDE-Welt-Pokal, schied dann aber gegen Gata Kamsky aus. Mit dem Erreichen des Halbfinals qualifizierte er sich für den Grand-Prix 2008/2009.

Im Januar 2008 gewann Carlsen zusammen mit dem Armenier Lewon Aronjan das Corus-Turnier in Wijk aan Zee, unter 14 Teilnehmern mit einem Elo-Schnitt von 2742 (Kategorie 20) erzielten beide 8 Punkte aus 13 Partien. Beim Schachturnier in Linares belegte Carlsen mit einer Elo-Leistung von über 2800 hinter Weltmeister Anand den zweiten Platz. Im Juni 2008 gewann Carlsen das Aerosvit-Turnier in Foros (Elo-Durchschnitt 2711, Kategorie 19) mit einem ganzen Punkt Vorsprung vor seinen elf Wettbewerbern.

Carlsen beendete das Chess Masters Bilbao 2008 in Spanien (2. bis 13. September) mit 3 Siegen, 2 Niederlagen und 4 Remis auf dem zweiten Platz hinter Wesselin Topalow. Während dieses Turniers war Carlsen nach inoffiziellen Berechnungen fünf Tage lang vor Anand die Nummer 1 der Weltrangliste, was in zahlreichen Presseberichten thematisiert wurde.

[Bearbeiten] Sonstiges

In der Schachbundesliga spielt er für den OSG Baden-Baden, in Frankreich für Clichy.

Garri Kasparow bezeichnete Carlsen neben Serhij Karjakin und Hikaru Nakamura als den seiner Meinung nach hoffnungsvollsten Spieler der Zukunft.

Seine aktuelle Elo-Zahl beträgt 2772 (Stand: Juli 2009). Er nimmt damit Platz 3 der FIDE-Weltrangliste ein.

Carlsen lebt mit seiner Familie in Lommedalen.

[Bearbeiten] Literatur

  • Simen Agdestein: Wunderjunge: wie Magnus Carlsen der jüngste Schachgroßmeister der Welt wurde. Alkmaar 2004, ISBN 90-5691-134-1

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Magnus Carlsen – Bilder, Videos und Audiodateien
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