Magnus Magnusson (Schriftsteller)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Magnus Magnusson (* 12. Oktober 1929 in Reykjavík auf Island; † 7. Januar 2007 in Balmore, Dunbartonshire, Schottland im Vereinigten Königreich) war ein isländisch-britischer Fernseh-Moderator, Journalist, Übersetzer, Schriftsteller und Historiker. Magnusson erreichte auch einen hohen Bekanntheitsgrad durch seine 25 Jahre lang währende Tätigkeit als Gastgeber und Moderator in der britischen Quiz-Show Mastermind im BBC Two.[1]

Biografie[Bearbeiten]

Magnusson wuchs im schottischen Edinburgh auf, wo sein Vater isländischer Konsul war. Nach der Tradition der isländischen Namensgebung hätte er eigentlich Magnús Sigursteinsson heißen sollen. Seine Familie orientierte sich aber an ihren schottischen Vorfahren bei der Wahl seines Vornamens Magnus und er behielt dadurch den Nachnamen seines Vaters Magnusson.

Er ging an der Edinburgh Academy zur Schule und absolvierte danach sein Examen am Jesus College in Oxford. Anschließend war er als Journalist für die Tageszeitung Scottish Daily Express und The Scotsman tätig. Ab 1967 arbeitete er als Freiberufler und war in der Zeit beim BBC tätig, wo er Moderator bei Programmen zur Geschichte und Archäologie sowie Nachrichtensendungen mitwirkte. Er war von 1975 bis 1978 Rektor an der University of Edinburgh und später als Kanzler an der Glasgow Caledonian University berufen. Der Weiteren war er auch als Vorstand der Scottish Natural Heritage tätig, eine staatliche Organisation, die sich in Schottland mit Problematiken zur Umwelt beschäftigt.

Magnusson präsentierte als Moderator von 1972 bis 1997 die lang andauernde britische Fernseh-Quizshow Mastermind. Magnussons Markenzeichen in der Fernsehshow Mastermind war der Spruch: «I've started, so I'll finish.» (Ich habe angefangen, also werde ich zu Ende sprechen.), der von seinem Nachfolger John Humphrys übernommen wurde. Dieser Spruch kam immer, wenn das Signal am Ende der Ratezeit für einen Kandidaten ertönte, bevor die letzte Frage vollständig ausgesprochen worden war. Magnusson hatte später noch einmal einen einmaligen Gastauftritt in Mastermind als er selbst zu der Kinder-Serie Dizzy Heights.

Er übersetzte mehrere Bücher aus der Isländischen Sprache und aus Norrön ins Englische und umgekehrt. Darunter befinden sich mehrere Werke des Schriftstellers und Nobelpreisträgers der Literatur, Halldór Laxness, und eine Reihe von isländischen Sagen wie: Njal Saga (1960), Vinland-Sagas (1965), König Harald's Saga (1966) und die Laxdæla saga (1969). Seine letzte bekannte Übersetzung tätigte er zusammen mit Hermann Pálsson. Magnusson war der Autor der populären Geschichtsbuchsreihe The Vikings (Die Wikinger, erweiterte Ausgabe von 2000). Drei dieser Bücher übersetzte er auch ins Norwegische.

Zusammen mit der Sängerin Björk gehörte Magnusson zu den in Großbritannien bekanntesten Isländern. Seine älteste Tochter Sally Magnusson ist ebenfalls als Moderatorin in Schottland tätig. Im Oktober 2006 erhielt Magnusson die Diagnose Krebs und starb am 7. Januar 2007 an den Folgen dieser Erkrankung.[2][3]

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Fakers, Forgers and Phoneys: Famous Scams and Scamps 2005, ISBN 978-1845961909
  • Scotland: The Story of a Nation 2000, ISBN 978-0006531913
  • The Vikings 1980, ISBN 978-0752426990
  • Iceland Saga 2005, ISBN 978-0752433424
  • Lindisfarne 2004, ISBN 978-0752432274
  • Keeping Your Words: An Anthology of Quotations 2005, ISBN 978-0340862643
  • Scotland Since Prehistory: Natural Change and Human Impact 1993, ISBN 978-1898218036
  • I've Started So I'll Finish 1998, ISBN 978-0751525854
  • Viking Expansion Westwards 1973, ISBN 978-0809835294
  • BC The Archaeology of the Bible Lands 1977, ISBN 978-0671240103
  • The Clacken and the Slate" 1974, ISBN 0-00-411170-2
  • Fakers, Forgers and Phoneys: Famous Scams and Scamps, 2006
  • Iceland Saga, 2005
  • Keeping Your Words: An Anthology of Quotations, 2005
  • Lindisfarne, 2004
  • Keeping My Words, 2004
  • The Vikings, 2003 – flere tidligere utgaver. – Vikingene!. Hjemmet, 1980. ISBN 82-7001-718-3
  • Contested Mountains: Nature, Development and Environment in the Cairngorms Region of Scotland, 1880-1980, zusammen mit Robert A. Lambert, 2001
  • Scotland: The Story of a Nation, 2001
  • Magnus Magnusson's Quiz Book, 2000
  • I've Started So I'll Finish, 1997
  • Rum: Nature's Island, zusammen mit Iain Sarjeant und Martin Howells, 1997
  • Voyage of «Odin's Raven», zusammen mit Michael Ingram, 1997
  • Icelandic Journals: Journals of Travel in Iceland 1871 and 1873 zusammen mit Fiona MacCarthy und William Morris, 1996
  • The Return of Cultural Treasures, zusammen Jeanette Greenfield, 1996
  • Scottish Plants for Scottish Gardens, zusammen mit Jill Hamilton und Jill Duchess of Hamilton, 1996
  • Scotland Since Prehistory: Natural Change and Human Impact, zusammen mit T.C. Smout, 1993
  • Landlord or Tenant?: A View of Irish History, 1978
  • Liv og tro i vikingtiden Tiden forlag, 1978 ISBN 82-10-01432-3
  • BC, the Archaeology of the Bible Lands, 1975
  • Viking Expansion Westwards (Bodley Head Archaeology), 1973 – Funn og fakta om vikinger i vesterveg (Luther, 1975) ISBN 82-531-4064-9
  • Introducing Archaeology (Bodley Head Archaeology), zusammen mit Martin Simmons, 1972

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1966-1979: Chronicle (bei einigen Episoden auch Drehbuch)
  • 1968: Jackanory (Fernsehserie)
  • 1975: Die Extras
  • 1978: Curriculee Curricula (Fernsehfilm)
  • 1997: Liebe und Tod auf Long Island (Love and Death on Long Island)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1] Magnus Magnusson auf wireimage.de, Abgerufen am 2. April 2013, (englisch)
  2. Dennis Barker: Nekrolog im The Guardian auf guardian.co.uk (englisch), am 9. Januar 2007, Abgerufen am 2. April 2013
  3. Magnus Magnusson - Presenter of the BBC quiz show 'Mastermind' who was himself a writer of real scholarship auf independent.co.uk (englisch), am 9. Januar 2007, Abgerufen am 2. April 2013