Magyar Nemzet

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Magyar Nemzet (deutsch: „Ungarische Nation“) ist eine konservative ungarische Tageszeitung, die sechsmal pro Woche erscheint.

Allgemeine Daten[Bearbeiten]

Magyar Nemzet hat eine Auflage von etwa 70.000 Exemplaren.[1] Sie gilt als der Partei Fidesz – Ungarischer Bürgerbund nahestehend.[1] Daher wird ihre Bedeutung als über die bloße Auflage weit hinausgehend angesehen: Ihre Artikel werden von anderen von Fidesz dominierten Medien üblicherweise sofort aufgegriffen, teilweise wörtlich wiedergegeben,[1] darunter auch Fernsehsender – nach dem Wahlsieg von Fidesz 2010 auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Magyar Nemzet wurde noch vor dem Zweiten Weltkrieg als Sprachrohr des gemäßigten Konservativismus gegründet. Während der deutschen Besatzung 1944/45 war sie offiziell verboten und erschien illegal. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erschien sie als Tageszeitung der bürgerlichen Kräfte. Obwohl stark zensiert, konnte sich die Magyar Nemzet auch während der Herrschaft der Sozialistischen Arbeiterpartei eine gewisse Unabhängigkeit bewahren. Im Kádár-Regime war die Tageszeitung das Blatt des deklassierten liberalen Bürgertums. Dabei dominierten eher die kulturellen Artikel die Berichterstattung.

Nach der Wende avancierte das Blatt zum Hauptorgan der bürgerlichen Antikommunisten, blieb aber unabhängig. Die Mitte-Rechts-Regierung von Viktor Orban (1998–2002) wollte aus der Zeitung die größte bürgerliche Tageszeitung machen, daher wurde sie mit der rechtsradikalen Tageszeitung Napi Magyarorszag („Tägliches Ungarn“) zwangsvereinigt. Die neue Magyar Nemzet steht ideologisch der Fidesz-Partei nahe, ist aber keine reine Parteizeitung. 2005 bekam sie Konkurrenz von rechts, da sich die umstrukturierte, ehemalige linksliberale Tageszeitung Magyar Hirlap („Ungarische Zeitung“) ebenfalls als bürgerlich versteht.

Heutige Lage[Bearbeiten]

Chefredakteur der Magyar Nemzet ist der Rechtsanwalt Gábor Liszkay, der auch andere Medien (Hír Televízió, Lánchíd Rádió) besitzt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Florence Bruyère: Hongrie: Orbán cible les philosophes. Une campagne antisémite relayée par les médias proches du pouvoir attaque cinq intellectuels. In: Liberation.fr, 21. Januar 2011, abgerufen am 22. Januar 2011.