Maha Chakri Sirindhorn

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Dieser Artikel behandelt die thailändische Kronprinzessin Sirindhorn. Für weitere Bedeutungen, siehe Sirindhorn (Begriffsklärung)
Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn

Maha Chakri Sirindhorn (* 2. April 1955 in Bangkok, Thailand) ist Prinzessin des Königreichs Thailand. Sie ist das dritte Kind des Königs Bhumibol Adulyadej und der Königin Sirikit Kitiyakara.

Leben[Bearbeiten]

Die Prinzessin hat drei Geschwister, die ältere Prinzessin Ubol Ratana Rajakanya, den älteren Kronprinzen Maha Vajiralongkorn sowie die jüngere Prinzessin Chulabhorn Walailak. Sie ist unverheiratet und hat keine Kinder.

Prinzessin Sirindhorn schloss 1976 ein Studium der Geschichte an der Chulalongkorn-Universität mit dem Bachelor-Grad ab. Anschließend spezialisierte sie sich auf die klassischen Sprachen Südasiens, schloss 1978 mit einem Master in orientalischer Epigraphik (Sanskrit und Khmer) von der Silpakorn-Universität und 1980 mit einem in Sanskrit und Pali von der Chulalongkorn-Universität ab. Sie wurde 1987 durch die Srinakharinwirot-Universität zum Doktor in entwicklungspolitischer Bildung promoviert.

Ab 1979 lehrte sie als Dozentin im Studium-Generale-Programm der Chulalongkorn-Universität, ab 1980 im akademischen Zweig der Chulachomklao-Militärakademie des thailändischen Heeres, wo sie der Abteilung für Geschichte vorsteht.

Im Jahr 1991 wurde ihr der Ramon-Magsaysay-Preis in der Kategorie "Public Service" verliehen.[1] 2001 erhielt sie das Ehrendoktorat der japanischen Gakushūin-Universität.

Sirindhorn engagiert sich in einer Reihe gemeinnütziger Projekte und Organisationen. Seit 1977 ist sie Exekutivvizedirektorin der Thailändischen Rotkreuz-Gesellschaft. Daneben steht sie mehreren Stiftungen des Königshauses vor: der Chaipattana-Stiftung, die die königlichen Entwicklungs- und Umweltschutzprojekte koordiniert, der Ananda-Mahidol-Stiftung, die sich um die weiterführende Bildung bemüht, der Rama-II-Stiftung zur Erhaltung und Förderung der thailändischen Kultur, der Sai-Jai-Thai-Stiftung, die verwundete und behinderte Veteranen unterstützt, der Prinz-Mahidol-Preis-Stiftung, die einen jährlichen Preis für Leistungen in Medizin und Gesundheitswesen verleiht.

Öffentliche Wahrnehmung[Bearbeiten]

Der thailändischen Bevölkerung ist sie besser bekannt unter dem Namen Phra Thep (dt. ,edler Engel‘). Auch wird sie Prinzessin der Technologie genannt. Dies kommt durch ihr Interesse und Fachwissen über neue Technologien und wie man sie für Verbesserungen des Landes anwenden kann.

Titel[Bearbeiten]

Ihr königlicher Titel lautet Somdech Phra Debaratana Rajasuda Chao Fah Maha Chakri Sirindhorn Rathasimakunakornpiyajat Sayam Boroma Rajakumari[2] (Thai: สมเด็จพระเทพรัตนราชสุดา เจ้าฟ้ามหาจักรีสิรินธร รัฐสีมาคุณากรปิยชาติ สยามบรมราชกุมารี; RTGS: Somdet Phra Theppharat Ratchasuda Chao Fa Maha Chakri Sirinthon Rathasimakhunakon Piyachat Sayam Boromma Ratchakumari, Aussprache: [sǒmdèt pʰrá tʰêːppʰárát râːtʨʰásùdaː ʨâːwfáː máhǎː ʨàkriː sìrintʰɔːn rátsǐːmaːkʰúnaːkɔːn pìjáʨʰâːt sàjǎːm bɔ̀rommáʔ râːtʨʰákùmaːriː]).

Der Titel Maha Chakri („Große Chakri“) und Sayam Boroma Rajakumari („Siams erhabenste Königstochter“) wurden ihr 1977 von ihrem Vater verliehen. Sie ist die erste Prinzessin der Chakri-Dynastie (seit 1782 auf dem Thron), die ihn trägt. Er gilt als weibliche Entsprechung des Titels Sayam Makut Rajakumarn („Siams Kronprinz“) ihres Bruders Vajiralongkorn. Zusammen mit der Verfassungsänderung von 1974, die weibliche Thronfolge ermöglicht, führte er zu Spekulationen, ob Sirindhorn anstelle des unbeliebten Vajiralongkorn zur Nachfolgerin von König Bhumibol Adulyadej aufgebaut werden sollte, was viele Thailänder befürwortet hätten.[3][4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Des Weiteren ist Prinzessin Sirindhorn seit 1996 Generalin des thailändischen Heeres, Admiralin der thailändischen Marine und Generalin der thailändischen Luftwaffe.[6]

Siehe auch: Thailändische Adelstitel

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Princess Maha Chakri Sirindhorn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Biografie im Verzeichnis der Gewinner des Ramon-Magsaysay-Preises (engl.)
  2. Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn, Porträt auf der Website der TU Chemnitz.
  3. Paul Handley: The King Never Smiles. Yale University Press, 2006, S. 249-250, 304.
  4. Thailand's succession. As father fades, his children fight. In: The Economist, 18. März 2010.
  5. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF-Datei; 6,59 MB)
  6. Einladung Besuch Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn, Universitätsklinikum Tübingen, 23. Juni 2010.