Maharlika

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Maharlika-Paar, dargestellt im Boxer Kodex, um 1595

Maharlika wurden Mitglieder der Tagalog-Krieger-Klasse genannt, in der vorkolonialen Ära, auf der Insel Luzon, Philippinen. Sie hatten die gleichen Rechte und Pflichten wie die gesellschaftlich über ihn stehenden Klasse des Adels, der Timawa, und bildeten die dritte Klasse im Gesellschaftssystem der vorkolonialen feudalen Tagalog-Gesellschaft. In Zeiten des Krieges wurden Maharlikas verpflichtet, ihrem Datu, Rajah oder Lakan im Kampf zu dienen. Sie mussten sich dazu auf eigene Kosten bewaffnen, wurden jedoch auch an der Beute, die sie zu gewannen halfen, beteiligt.

Obwohl sie teilweise mit dem Adelsstand verbunden waren, waren die Maharlikas rechtlich gesehen weniger frei als die Timawas, da sie ihre Zugehörigkeit zu einem Datu nicht frei wählen konnten. Wollten sie die Zugehörigkeit zu einem Führer wechseln mussten sie zuerst eine großes öffentliches Fest ausrichten und eine Zahlung an den Datu leisten die, wie spanische Chronisten berichten, zwischen 6 und 18 Pesos in Gold betragen haben soll.

Der Begriff Maharlika leitet sich aus dem Begriff Maharddhika ab, der aus dem indischen Sanskrit stammt, und bedeutet: ein Mann von Reichtum, Wissen und Geschicklichkeit. Vielfach wird der Begriff heute mit den Begriffen Adel oder Aristokratie gleichgesetzt, was so jedoch nicht ganz richtig ist. Die Aristokratie in der mittelalterlichen Tagalog-Gesellschaft waren die Maginoo und die Kriegerklasse der Maharlikas waren deren Gefolgsleute. Sie waren aus heutiger Sicht ein Äquivalent zum europäischen niederen Adel des Mittelalters, dem Dienstadel. Die Maharlikas standen in der hierarchisch strukturierten Gesellschaft über den unfreien Alipin, diese stellten die gesellschaftliche Basis dar. Das Gesellschaftsmodell der Tagalog-Gesellschaft war im Gegensatz zu vergleichbaren europäischen Gesellschaften jedoch durchlässiger, so dass die Maharlikas die Möglichkeit hatten zum Aufstieg in die Klassen des Adels und der Aristokratie. Seit Anfang des 17. Jahrhunderts verschwanden die Maharlika Krieger aus der Tagalog-Gesellschaft, da im Zuge der Kolonialisierung der Philippinen durch Spanien, die Gesellschaft abgeflacht wurde zu einer reinen Bauerngesellschaft, die nur noch Tribute an die spanischen Mönchsorden und den Kolonialbeamten zu leisten hatten.

Maharlika Kultur[Bearbeiten]

Der Begriff Maharlika-Kultur entstand erst im 20. Jahrhundert, es wurde versucht für die junge Nation der Philippinen eine ähnliche Kulturgeschichte zu konstruieren, wie sie Japan oder China haben. In der Zeit der Diktatur des Ferdinand Marcos (Präsident von 1965 bis 1986) wurde dieses auf die Spitze getrieben. Marcos spielte sogar mit dem Gedanken die Philippinen in Maharlika umzubenennen. Es wurden unter anderem Straßen, Plätze, Gebäude, Schulen offiziell als Maharlika benannt. Sogar der Eingangsbereich des Malacañang Palace wurde Maharlika genannt. Kurz nach dem Kriege behauptete Marcos eine Einheit befehligt zu haben, die sich Maharlika nannte und 8000 Mann stark gewesen sein soll, was sich später als Lüge herausstellte. Auch stammt aus dieser Zeit die fälschliche Zuordnung zur Aristokratie.

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