Mahbub ul Haq

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Mahbub ul Haq

Mahbub ul Haq (* 22. Februar 1934 in Jammu, Fürstentum Kashmir und Jammu; † 16. Juli 1998 in New York) war ein einflussreicher und weltbekannter pakistanischer Ökonom. Er beschäftigte sich mit Theorien zur Entwicklung der Menschheit und hat maßgeblich den Human Development Index entwickelt. Seine Vorschläge waren Grundlage zur Weiterentwicklung des Wirtschafts- und Sozialrates der Vereinten Nationen.

Leben und berufliche Laufbahn[Bearbeiten]

Haq besuchte in Lahore die Government College University und das King's College. Später schrieb er sich am Trinity College in Cambridge ein, wo er einen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften erworben hat. Er studierte dort zusammen mit Amartya Sen, mit dem ihn eine enge lebenslange Freundschaft verband.[1] Haq beendete seine Studien schließlich an der Yale University.

Von 1970 bis 1982 diente er als Direktor der Weltbank und leitete anschließend von 1982 bis 1988 in Pakistan das Finanzministerium als Minister für Finanzen und Planung. Im Jahre 1989 wurde er zum Sonderberater des UNDP-Administrators ernannt. In dieser Zeit erstellte Haq zusammen mit Paul Streten, Frances Stewart, Amartya Sen und Richard Jolly den jährlichen Human Development Report. Aus jenem wurde ein Index entwickelt, um die Entwicklung in unterschiedlichen Staaten zu analysieren und vergleichbar zu machen. Im Jahr 1996 gründete Haq das Human Development Center in Islamabad, ein pakistanisches Politikforschungsinstitut mit einem besonderen Fokus auf die Region Südasien.

Am 16. Juli 1998 starb Mahbub-ul-Haq und hinterließ seine Frau Khadija Haq sowie einen Sohn und eine Tochter.

Ehrungen[Bearbeiten]

Sowohl der damalige Generalsekretär der Vereinten Nationen Kofi Annan als auch der Präsident der Weltbank äußerten ihr Bedauern über den Verlust eines Mannes, der entscheidende Impulse für die Arbeit dieser internationalen Organisationen geliefert hat. Im Gedenken an Mahbub-ul-Haq hat das UNDP einen Preis für „Außergewöhnliche Beiträge zur Entwicklung der Menschheit“ gestiftet. Preisträger waren u.a. 2002 Fernando Henrique Cardoso, 2004 Fazle Hasan Abed oder 2007 Sheila Watt-Cloutier. Das von Haq in Pakistan gegründete Institut wurde nach seinem Tod nach ihm benannt.

Ausgewählte Werke[Bearbeiten]

  • The Strategy of Economic Planning. 1963
  • The Poverty Curtain: Choices for the Third World. Columbia University Press 1976. 247 Seiten. ISBN 0-231-04062-8
  • The Myth of the Friendly Markets. 1992
  • Reflections on Human Development. Oxford University Press, 1. Aufl. 1996: 288 Seiten, ISBN 0-19-510193-6. 2. Auflage 1999: 324 Seiten, ISBN 0-19-564598-7
  • The UN And The Bretton Woods Institutions : New Challenges For The Twenty-First Century. Mahbub Ul Haq (Hrsg.) u.a., 1995
  • The Vision and the Reality. 1995
  • The Third World and the international economic order. 1976
  • New Imperatives of Human Security. 1995
  • A New Framework for Development Cooperation. 1995
  • Humanizing Global Institutions. 1998

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. Amartya Sen in Nermeen Shaikh (Hrsg.): The Present as History: Critical Perspectives on Contemporary Global Power. Columbia University Press, New York 2007. ISBN 978-0-231-14299-1. Seite 4f..