Mahle (Unternehmen)

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MAHLE GmbH
Mahle
Rechtsform GmbH
Gründung 1. Dezember 1920
Sitz Stuttgart DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Heinz Junker, Vorsitzender der Geschäftsführung
Mitarbeiter 64.000 [1]
Umsatz 6.941 Mio. Euro [1]
Branche Automobilzulieferer
Website www.mahle.com

Die MAHLE GmbH ist ein in vielen Ländern der Welt aktiver bzw. produzierender Automobilzulieferer mit Unternehmenssitz in Stuttgart. Mahle ist einer der 20 größten Automobilzulieferer der Welt und gilt als ein führender globaler Entwicklungspartner der Automobil- und Motorenindustrie.

Als Hersteller von Komponenten und Systemen für den Verbrennungsmotor und dessen Peripherie zählt Mahle zu den drei größten Systemanbietern von Kolben, Zylindern und Ventilsteuerungen (Ventiltrieben).

Mahle ist bei der Herstellung von Kolben, Motorkomponenten und Schmiede-Crackpleueln Weltmarktführer, die Mahle NFV bei Schiffsbilgewasserentölern.[2]

Daten & Fakten[Bearbeiten]

Mahle beschäftigte im Jahr 2013 weltweit rund 65.000 Mitarbeiter an rund 140 Produktionsstandorten und in zehn Forschungs- und Entwicklungszentren. An den deutschen Standorten waren zu dieser Zeit etwa 14.500 Mitarbeiter [1] tätig. Rund 3.000 Entwicklungsingenieure und Techniker arbeiten als Entwicklungspartner der Kunden an Konzepten, Produkten und Systemen für die Weiterentwicklung des Verbrennungsmotors. 2013 erzielte der Mahle-Konzern einen Umsatz von über 6,9 Mrd. Euro [1]

Geschichte[Bearbeiten]

1920 gründete der Ingenieur Hellmuth Hirth gemeinsam mit anderen im Stuttgarter Stadtteil Cannstatt eine kleine Werkstatt, wo er Zweitaktmotoren entwickelte und baute. Am 1. Dezember 1920 trat der 26-jährige Kaufmann Hermann Mahle als siebter Mitarbeiter in die Firma von Hellmuth Hirth ein. Die Werkstatt hieß nun „Versuchsbau Hellmuth Hirth“. Dieser 1. Dezember 1920 gilt als Geburtstag des heutigen Mahle-Konzerns.

Relativ schnell wurde klar, dass sich die Werkstatt nur mit Motorenversuchen auf Dauer nicht über Wasser halten konnte. Es galt, einen gewinnbringenden Produktionszweig aufzubauen, der es ermöglichte, die Motorenversuche weiter zu betreiben. Zu dieser Zeit wurden in der Automobilproduktion vorwiegend Kolben aus Grauguss eingesetzt; man kam auf die Idee, Kolben aus Leichtmetall für Verbrennungsmotoren zu produzieren.

Am 1. November 1922 trat der Bruder von Hermann Mahle, der Ingenieur Ernst Mahle, mit 26 Jahren als technischer Leiter in den Betrieb ein. 1924 kam die Umfirmierung in Elektronmetall GmbH. 1927 entwickelte das Unternehmen den ersten Regelkolben in Deutschland, 1931 den weltweit ersten Aluminium-Ringträgerkolben für Dieselmotoren. In der Folgezeit wurde die Kolbentechnik weiter verbessert. [3]

Das Mahle-Logo wurde 1938 eingeführt, als auch die Firma in MAHLE KG umbenannt wurde. Das Unternehmen entwickelte sich stetig weiter, immer neue Produkte wurden erfunden und produziert (z. B. Aluminiumzylinder mit Cromal-Lauffläche 1951).

1964 beschlossen die Unternehmensgründer Hermann und Ernst Mahle, ihr Eigentum am Unternehmen in eine gemeinnützige Stiftung einzubringen. Sie verzichteten auf den größten Teil ihres persönlichen Eigentums und übertrugen ihre Gesellschaftsanteile auf die MAHLE-Stiftung GmbH.

1976 ging Mahle mit den ersten europäischen Aluminium-Motorblöcken aus einer übereutektischen Legierung auf den Markt. 1988 wurde die sog. gebaute Nockenwelle zur Serienreife entwickelt und 2001 ein neuartiges Kühlkonzept für Kolben hochdrehender PKW-Dieselmotoren präsentiert. 2003 folgte der erste Vollkunststoff-Ölfilter weltweit. Im gleichen Jahr entwickelte und baute Mahle seinen ersten Komplettmotor; dieser kam in der Formula Student zum Einsatz. [3]

2005 erfolgte der Erwerb der Cosworth Technology Ltd. mit Standorten in UK und USA – heute MAHLE Powertrain Ltd.[4] sowie die vollständige Übernahme der Brockhaus Soehne GmbH, Deutschland – heute MAHLE Brockhaus GmbH.

Oktober 2009 Vereinbarung mit der 'KTM Kühler GmbH' über den Erwerb des Automotive-Geschäfts am Standort Mattighofen/Oberösterreich. [5]

2010 übernahm Mahle 60 % der Behr Industry sowie 19,9 % der Anteile an der Mahle Behr GmbH & Co. KG.[6]

2012 übernahme MAHLE die InnoWa Membrane mit Sitz in Schwaikheim.[7] 2013 erhöhte MAHLE die Beteiligung an der Mahle Behr GmbH & Co. KG von 36,85 Prozent auf rund 51 Prozent.[8]

Im Januar 2014 übernahm MAHLE alle Anteile am indischen Kolben-Joint-Venture MAHLE IPL Limited,[9] im selben Jahr die Mehrheit am slowenischen Elektromotorenbauer Letrika mit 2400 Mitarbeitern, 243 Mio. Euro Umsatz und sieben Standorten in Slowenien, Bosnien-Herzegowina, Weißrussland, China und Brasilien.[10]

Entwicklungsstandorte[Bearbeiten]

Weltweit arbeiten etwa 4.000 Entwicklungsingenieure und Techniker an zahlreichen Entwicklungsstandorten sowie in zehn Forschungs- und Entwicklungszentren (Stuttgart, Northampton, Detroit (Farmington Hills, Novi), Tokio (Kawagoe, Okegawa), Shanghai, Pune und São Paulo (Jundiaí)).

Organisation [11][Bearbeiten]

Geschäftsbereiche[Bearbeiten]

  • Motorsysteme und -komponenten:

Aluminiumkolben für Otto- und Dieselmotoren, Pendelschaft- und Stahlkolben für Nutzfahrzeugmotoren, Kolbenassemblies, Komplette Power-Cell-Module, Kolbenringe, Kolbenbolzen, Pleuel, Zylinderlaufbuchsen, Gleitlager und Lagerbuchsen, Kolbeneingussteile, Ventiltriebsysteme und -komponenten, Turboladerteile.

Filterwerk in Sankt Michael ob Bleiburg (Kärnten)
  • Filtration und Motorperipherie:

geregelte und ungeregelte Öl- und Wasserpumpen, Luftansaug- und Luftfiltersysteme, Zylinderkopfhauben mit integrierten Ölnebelabscheidern, aktive und passive Ölnebelabscheidersysteme mit Druckregelventilen zur Kurbelgehäuse-Entlüftung, Abgasrückführungssysteme, Mechatronik-Komponenten,Ölfiltermodule, Ölpumpen, Öl- und Kraftstoffanschraubfilter, Kraftstofffiltermodule, Kraftstoffdruckregler, Inline-Kraftstofffilter, Aktivkohlefiltermodule, Getriebeölfiltermodule, geregelte Öl- und Kühlmittelpumpen, Wärmetauscher für Motoren und Getriebe, Hydraulikölfilter, Lufttrockner.

  • Thermomanagement:

Fahrzeugklimatisierung, Motorkühlung

Versorgung des freien Ersatzteilmarkts weltweit mit Motorkomponenten, Filtern und Ergänzungsprodukten

  • Industrie:

Fluidfiltration, Entstaubung, Prozesstechnik, Flüssigkeitsseparatoren und -aufbereitungssysteme, Großkolben, Thermomanagement

Profit-Center[Bearbeiten]

Die Profit-Center von Mahle im Einzelnen:

  • Motorsport und Sondermotoren:

Motorsport: Kolben, Kolbenringe, Kolbenbolzen, Pleuel, NIKASIL-beschichtete Zylinderlaufflächen und -buchsen sowie Gleitlager und Lagerbuchsen. Sondermotoren: Aluminium-Gießerei, Bearbeitung von Zylinderköpfen und Motorblöcken, Zylinderkopf-Assemblierung, Motorenfertigung in Kleinserien.

  • Engineering Services:

Benchmarking, Simulation und Berechnung, Konstruktion, Kalibrierung, Motor- und Fahrzeugelektronik, Diagnosegeräte, Prototypenbau, Prüfstandsuntersuchungen, Komponentenbearbeitung, (Kleinserien-)Motorenfertigung.

  • Kleinmotoren-Komponenten:

Zylinderassemblies, Zylinderköpfe, Kolben und Filter für Kleinmotoren von handgeführten Motorgeräten, Motorrädern und Freizeitfahrzeugen.

  • Mechatronik:

Mechatroniksysteme und -komponenten für Automobilanwendungen

  • Thermostate und Ventile

Dehnstoffarbeitselemente, Thermostateinsätze, Integralthermostate, Gehäusethermostate, Kennfeldthermostate, Bypassthermostate, Getriebeölthermostate, Wasserventile, Thermoschalter, Kühlmittelregler, Öltemperaturregler und -einsätze, Ringschieber-Thermostateinsätze

  • Bediengeräte:

Steuer- und Bediengeräte für die Fahrzeugklimatisierung, Gebläseregler, Regler für elektrische Zuheizsysteme und Klima-Sensoren.

  • Frontend-Module

Wesentliche deutsche Gesellschaften der Mahle-Gruppe[Bearbeiten]

Mahle in Stuttgart-Bad Cannstatt
  • MAHLE GmbH (Muttergesellschaft und Eigentümerin aller anderen Gesellschaften)
  • MAHLE International GmbH
  • MAHLE Filtersysteme GmbH
  • MAHLE Ventiltrieb GmbH
  • MAHLE Motorkomponenten GmbH
  • MAHLE Kleinmotoren-Komponenten GmbH & Co. KG
  • MAHLE Aftermarket GmbH (100 %)[12]
  • MAHLE Industriefiltration GmbH (100 %)[13]
  • Bosch MAHLE Turbo Systems GmbH & Co. KG (50 %); gemeinsam mit der Robert Bosch GmbH
  • MAHLE Industrial Thermal Systems GmbH & Co. KG (60 %)[14]
  • Mahle Behr (51 %)[15]

Eigentümerstruktur[Bearbeiten]

Die MAHLE GmbH ist heute zu 99,9 Prozent im Besitz der 1964 von den Brüdern Ernst und Hermann Mahle gegründeten MAHLE-Stiftung GmbH mit Sitz in Stuttgart. Die Stiftung wird von einem unabhängigen Treuhändergremium geleitet und erhält jährlich einen Teil des Unternehmensgewinns als Dividende ausgezahlt. Die Stiftung ist unter anderem Hauptgesellschafterin der Filderklinik in Filderstadt-Bonlanden bei Stuttgart. 0,1 Prozent des Unternehmens hält der Mabeg–Verein zur Förderung und Beratung der MAHLE-Gruppe e. V., ebenfalls mit Sitz in Stuttgart.

Geschäftsführung[Bearbeiten]

Die Geschäftsführung der MAHLE GmbH besteht aus sechs Mitgliedern:[16]

  • Heinz K. Junker (seit 1996 Vorsitzender der Geschäftsführung und CEO des Mahle-Konzerns)
  • Michael Glowatzki (seit 2005)
  • Rudolf Paulik (seit 2008)
  • Wilhelm Emperhoff (seit Oktober 2012)
  • Arnd Franz (seit Februar 2013)
  • Jörg Stratmann (seit Januar 2014)
  • Michael Frick ( seit Juli 2014)

MAHLE-Inside-Museum[Bearbeiten]

im September 2008 eröffnete Mahle das MAHLE-Inside-Museum. Architekten waren Heinisch, Lembach und Huber aus Stuttgart-Bad Cannstatt.[17] Die Außenhaut des Museumsneubaus ist mit verschiedenen Metallen überzogen und verweist so auf den Inhalt. Auf 1200 Quadratmetern Ausstellungsfläche bekommen die Besucher Einblicke in die Technik des Konzerns und seine Produkte, Geschichte und Philosophie. Der Museumsbau wurde 2010 mit einem Deutschen Designpreis ausgezeichnet.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d [1]
  2. Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.
  3. a b www.mahle.com
  4. MAHLE Powertrain GmbH, Homepage
  5. www.auto-motor-und-sport.de
  6. Mahle stockt Beteiligung an Behr auf, Automobilwoche, Online-Artikel vom 1. März 2011
  7. [2], MAHLE Pressemeldung, Online-Artikel vom 31. Januar 2012
  8. [3], MAHLE Pressemeldung, Online-Artikel vom 16. Mai 2013
  9. [4], MAHLE Pressemeldung, Online-Artikel vom 10. Januar 2014
  10. Mahle kauft in Slowenien zu. Econo, 23. Juni 2014
  11. [5]
  12. MAHLE Aftermarket GmbH, Homepage
  13. MAHLE Industriefiltration GmbH, Homepage
  14. Umfirmierung MAHLE Behr Industries GmbH & Co. KG. MAHLE Industry. Abgerufen am 2013-28-09.
  15. MAHLE übernimmt Mehrheit an Behr, Stuttgart, 16. Mai 2013, behrgroup.com. Abgerufen am 23. August 2013.
  16. MAHLE GmbH, Homepage
  17. Pressemitteilung