Zentrales Mahngericht

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Gebäude der zentralen Mahnabteilung des Amtsgerichts Hagen
Gebäude der zentralen Mahnabteilung des Amtsgerichts Hagen

Das Zentrale Mahngericht oder Gemeinsame Mahngericht ist die Abteilung eines Amtsgerichts, in der Mahnverfahren aus den Bezirken mehrerer Amtsgerichte bearbeitet werden.

Das gerichtliche Mahnverfahren, also die Geltendmachung einer Zahlungsforderung per gerichtlichem Mahnbescheid, ist in den §§ 688 ff. der Zivilprozessordnung (ZPO) geregelt. Hierfür war grundsätzlich das Amtsgericht am Wohnsitz des Gläubigers zuständig (§ 689 Abs. 2 ZPO).

Die Landesregierungen haben jedoch nunmehr fast vollständig von der Ermächtigung in § 689 Abs. 3 ZPO Gebrauch gemacht, „durch Rechtsverordnung Mahnverfahren einem Amtsgericht für die Bezirke mehrerer Amtsgerichte zuzuweisen" und sog. gemeinsame Mahngerichte einzurichten, sogar über Ländergrenzen hinweg.

So wurde z. B. zum 1. November 2005 das Gemeinsame Mahngericht der Länder Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern beim Amtsgericht Hamburg eingerichtet. Dort wird - wie in zwölf weiteren Bundesländern - das Mahnverfahren automatisch betrieben. Die maschinelle Bearbeitung, die nach den Bestimmungen der ZPO möglich und auch über Ländergrenzen hinaus zulässig ist, hat sich zu einem anerkannten und bewährten Verfahren entwickelt, mit dem bereits etwa 90 % aller deutschen Mahnverfahren bearbeitet werden. Das Verfahren gewährleistet einen effektiven Rechtsschutz, ist rationeller und wesentlich schneller als die bisherige manuelle Bearbeitung.

Zuletzt wurde das Amtsgericht Aschersleben, Zweigstelle Staßfurt, am 1. Mai 2007 Zentrales Mahngericht für die Mahnverfahren aus Sachsen-Anhalt und Sachsen, sowie für maschinell lesbare Mahnanträge aus Thüringen.

Nur noch nicht maschinell lesbare Mahnanträge in Thüringen werden weiterhin am Wohnsitzgericht des Antragstellers bearbeitet.

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