Maidbronn

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49.8469444444449.9711111111111245Koordinaten: 49° 50′ 49″ N, 9° 58′ 16″ O

Maidbronn
Markt Rimpar
Wappen von Maidbronn
Höhe: 245 m
Einwohner: 1032 (31. Dez. 2012)
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 97222
Vorwahl: 09365

Maidbronn ist seit dem 1. Mai 1978 ein Ortsteil des Marktes Rimpar. Maidbronn liegt etwa sieben km nördlich von Würzburg, Pleichachaufwärts in etwa 250 m Höhe ü. NN vor dem Maidbronner und Gramschatzer Wald. Der ursprüngliche Ortskern und die ehem. Klosteranlage schmiegt sich in eine Schleife der Pleichach um den Mühlenberg.

Geographie[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Maidbronn liegt inmitten des Maindreiecks (Mainfranken) und grenzt an die Fränkische Platte, einen flachen und fruchtbaren Landstreifen unter anderem zwischen der östlichen Gemarkungsgrenze von Maidbronn bis Schweinfurt. Im Regenschatten der umgebenden Mittelgebirge Rhön (im Norden), Spessart (im Westen), Odenwald (im Südwesten) und Steigerwald (im Südosten) liegt die mittlere Temperatur und die Anzahl der Sonnenstunden überdurchschnittlich hoch, und die Niederschläge liegen häufig bei unter 600 mm pro Jahr.

Gemarkung Maidbronn und Maidbronner Wald[Bearbeiten]

Die Bundesautobahn A7 begrenzt im Wesentlichen die Gemarkungen an der östlichen Grenze. Nach Süden hin läuft die Gemarkungsgrenze auf dem Höhenzug entlang, über die Höhe 304 zwischen Estenfeld und Maidbronn, vorbei am Versbacher Breitholz (Eichig), bis zum Dreimarker Rimpar-Versbach-Maidbronn. Von da an läuft die westliche Gemarkungsgrenze unterhalb des Gewerbegebietes in Rimpar bis an die Pleichach. Von dort läuft die Grenze bis zum nördlichen Ende der Gemarkung nahe der Kreisstraße Rimpar-Burggrumbach.

Interessanterweise geht ein Teil der Gemarkungsgrenze auf die Markbeschreibung durch Karl den Großen zurück.

Flora und Fauna[Bearbeiten]

In der fränkischen Platte, wie oben dargestellt ab der Gemarkungsgrenze zwischen Maidbronn und Mühlhausen, findet sich gelegentlich die streng geschützte Wiesenweihe. In den umliegenden Feldern zahlreich Feldhamster (Cricetus criteus L.), an den steinigen Hängen die Zauneidechse (Lacerta agilis L.). Im Maidbronner und Gramschatzer Wald gehen mehrere Fledermausarten auf die Jagd und nehmen auch gerne ihr Übergangs-Wohnquartier. Diese Arten sind alle geschützt durch Anhang IV der FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitat), d. h. es sind bei allen Maßnahmen im Lebensraum dieser Tierarten die artenschutzrechtlichen Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes und der FFH-Richtlinie anzuwenden.

Geschichte und Entwicklung[Bearbeiten]

Maidbronn, früher auch Meidebrunnen (Etzelhusen, Etzelnhusen, Bergherbrunnen, Bergerebrunne). 1169 erste urkundliche Erwähnung des Ortes Ezzelshausen durch Otto von Ezelenhusen. 1232 gründete Bischof Hermann I. von Lobdeburg an einem Ort Bergherbrunnen das Zisterzienserinnenkloster Fons Virginis Sanctae Mariae. Schon 1235 hatte der Würzburger Bischof dem Kloster das Dorf (villa) Ezelenhusen für einen Umzug in eine wirtlichere Gegend überlassen. Unten, im Tal von Etzelhausen standen Wasser und Wald reichlich zur Verfügung. Etzelhausen, dem in der 2. Hälfte des 8. Jahrhunderts ein Etzilo den Namen gegeben hatte, war 1235 Lehensbesitz des Boppo Graf von Henneberg. Bevor daher Bischof Hermann die Zisterzienserinnen an den neuen Ort verlegen konnte, musste Boppo von Henneberg dem Würzburger Bischof das Lehen zurückgeben. In der am 1. August 1235 darüber ausgestellten Urkunde führte das Kloster bereits den deutschen Namen Meidebrunnen (Brunnen der Jungfrau bzw. Maid Maria). Aus den Häusern des Etzilo war Maidbronn geworden.

Die Eisenbahnzeitung No. 25 Stuttgart, 22. Juni 1845 berichtete über Baupläne für die Westbahn von Bamberg nach Würzburg und Aschaffenburg: Die Westbahn wird ganz auf dem rechten Mainufer erbaut. Sie geht von Bamberg in dem sehr breiten Thale fort bis jenseits Schweinfurt, und macht nur auf einigen Stellen Mainkorrekzionen nothwendig. Unterhalb Schweinfurt bei dem Orte Wipfeld hebt sie sich mit nicht unbedeutender Steigung über den Bergrücken, und geht über Pleichfeld und Maidbrunn nach Würzburg. Daraus ist dann letztendlich nichts geworden, und so führt lediglich die Kreisstraße WÜ 8 von Rimpar über Maidbronn zur Anbindung an die B19 Richtung Würzburg.

Maidbronn war somit zu Beginn des 20. Jahrhunderts praktisch nur über Feldwege an das öffentliche Straßennetz angebunden. Am 20. April 1905 haben die bei der Gemeindeversammlung anwesenden 21 Gemeindebürger die Aufnahme eines Annuitätenkapitals von 3.000 Mark zur Bestreitung des von der Gemeinde Maidbronn zu tragenden Kosten bei Übernahme des Verbindungsweges Rimpar, Maidbronn und Estenfeld (jetzige Kreisstraße WÜ 8) aufgenommen.

Maidbronn wuchs von 236 Einwohnern im Jahr 1860 auf 436 Einwohner im Jahr 1939. Erst nach der Währungsreform im Jahr 1948 ist eine größere Aufwärtsentwicklung festzustellen. Dann wuchs die Gemeinde Maidbronn nochmals sprunghaft von 705 Einwohnern im Jahr 1968 auf 907 Einwohner im Jahr 1977. Am 30. Juni 2007 hatten 1012 Einwohner ihren Haupt- oder Nebenwohnsitz in Maidbronn.

Mit der Bevölkerungsentwicklung einher ging in der Ägide des Bürgermeisters Albin Jörg die Entwicklung der Gemeinde Maidbronn[1]:

  • 1960 - Bau der Ortskanalisation mit Ausbau des örtlichen Straßennetzes
  • 1963 - Bau des Leichenhauses
  • 1969/70 - Friedhofsgestaltung und -erweiterung
  • 1971 - Sportplatzbau
  • 1977 - Neubaugebiet Kleines Flürlein

Maidbronn wurde im Rahmen der Gemeindegebietsreform am 1. Mai 1978 ein Ortsteil des Marktes Rimpar im Landkreis Würzburg in Bayern.[2]

  • 1978/79 - Bau der Mehrzweckhalle
  • 1991 - Widmung des St. Afra-Kindergartens in Maidbronn im Gebäude der Alten Schule (s. u. Baudenkmäler / ehem. Schulhaus)
  • 2001 - Erweiterung der Sportanlage um einen Fußballplatz
  • 2003 - Einweihung des neu gewidmeten Feuerwehrhaus und Jugendzentrum
  • 2010 - Am 10. August wurde als Fahrradweg der Bachrundweg eingeweiht. Der Bachrundweg bietet auf dem Gelände des teichwirtschaftlichen Musterbetriebes des Bezirkes Unterfranken eine Raststelle in Maidbronn. Er führt von da aus gemeinsam mit dem Kulturweg u. a. am ehemaligen Kloster Maidbronn vorbei.
  • 2010 - Am 18. September wurde als Wanderweg der Kulturweg Gramschatzer Wald 1 eröffnet. Der Kulturweg des Archäologischen Spessartprojektes widmet sich in besonderer Weise dem ehemaligen Kloster Maidbronn und dem Maidbronner Riemenschneider-Altar und zeigt vor Ort auf Bildtafeln interessante Details

Kloster Maidbronn[Bearbeiten]

Der Riemenschneideraltar

S. Hauptartikel Kloster Maidbronn.

Das von 1232 bis 1581 bestehende Zisterzienserinnenkloster ist in Teilen erhalten. Die Kirche enthält ein steinernes Relief der Beweinung Christi, ein bedeutendes Spätwerk von Tilman Riemenschneider, etwa 1519 bis 1522 entstanden.

Baudenkmäler in Maidbronn[Bearbeiten]

(Information nach Bayern-Viewer)

Reste der Klosteranlage:

  • Pfarrkirche: ehem. Abteikirche der Zisterzienserinnen. Gegenüber Riemenschneiderstraße 14. Beschreibung: Kath. Pfarrkirche St. Afra, vom ursprünglichen Bau des 13. Jh. der Ostteil mit Laienkirche und Chor erhalten, der Mittelturm im frühen 19. Jh. erneuert; mit Ausstattung.
  • Pfarrhaus: Riemenschneiderstraße 14, bez. 1884, unter Verwendung der Außenmauern des Nonnenchors der Klosterkirche.
  • Ehemaliger Westflügel des Konventsgebäudes des Zisterzienserinnenklosters, zwei Satteldachbauten mit Formen des 17. Jh., im Kern wohl mittelalterlich, mehrfach verändert.
  • Ehemalige Klostermühle: im Kern wohl mittelalterlich, mehrfach verändert; Pietà-Relief, um 1700; Nebengebäude.
  • Außenmauer des ehemaligen Ostflügels des Zisterzienserinnenklosters wurde zuletzt 2008 in die Denkmalliste aufgenommen, die Renovierung wurde im Frühjahr 2009 abgeschlossen.

Andere Baudenkmäler:

  • Prozessionsaltar: 18. Jh.; Ecke Wiesenstraße.
  • Ehem. Schulhaus: Riemenschneiderstraße 18, Walmdachbau mit Rundbogenfenstern, um 1860.

Wander- und Radwege[Bearbeiten]

  • Fränkischer Marienweg
  • Rotkreuz-Wanderweg, von Würzburg über Maidbronn und das Waldhaus Einsiedel (neu seit 2007 mit Hochseilgarten und Walderlebniszentrum) bis nach Retzbach.
  • Kulturweg Gramschatzer Wald 1 des Archäologischen Spessartsprojektes e.V.
  • Main-Werra-Radweg und Bachrundweg (Radweg).

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. nach der Ortschronik, herausgegeben von MdL a. D. Christian Will und Werner Siegler
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 756.