E-Mail-Programm

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Das E-Mail-Programm Mozilla Thunderbird 17.0 unter Windows 8

Als E-Mail-Programm (bzw. E-Mail-Client oder Mail-Client; technisch Mail User Agent, abgekürzt MUA) bezeichnet man ein Programm, mit dem E-Mails empfangen, gelesen, geschrieben und versendet werden.

Zustellprozess einer E-Mail: Der Versender erstellt eine Nachricht mit seinem MUA (Mail User Agent). Diese Nachricht wird anschließend mit einem oder mehreren MTA (Mail Transfer Agents) übertragen, bis sie den MDA (Mail Delivery Agent) am Ziel-Server erreicht. Der Empfänger ruft die Nachricht wiederum mit seinem MUA ab.

Die Programme werden meist kostenlos angeboten. Zu den meistverbreiteten gehören Windows Live Mail sowie Mozilla Thunderbird.

Empfang[Bearbeiten]

Um eine E-Mail anzuzeigen, kann ein E-Mail-Programm sie entweder direkt auf dem Mail-Server öffnen (meist über IMAP oder IMAPS) oder aber von einem Mailserver herunterladen (meist über POP3 oder POP3S) und dann lokal öffnen, in der Regel, nachdem sie in einem dazu vorher angelegten Benutzer-Postfach abgelegt wurde.

E-Mail-Programm Microsoft Outlook 2013 aus der Office-Suite Microsoft Office 2013

Senden[Bearbeiten]

Zum Versand einer E-Mail schickt das E-Mail-Programm des Benutzers diese üblicherweise per Simple Mail Transfer Protocol (SMTP) an einen SMTP-Relay-Server (auch Smarthost), der sie dann weiter zum Mail-Server des Empfängers schickt. Der Nachteil dieses Verfahrens ist, dass bei fehlender Erreichbarkeit des Relay-Servers kein Versand von E-Mails möglich ist.

Alternativ erfolgt der Versand über einen lokal zur Verfügung stehenden Mail-Transfer-Agenten (MTA), wobei sich bei Linux oder Unix die sendmail-Schnittstelle dafür durchgesetzt hat, selbst dann, wenn andere Mail-Transfer-Agenten wie etwa qmail, Postfix oder Exim zum Einsatz kommen. Diese Lösung hat den Vorteil einer lokalen Warteschlange für ausgehende E-Mails und den Nachteil einer aufwendigeren Installation.

Konfiguration[Bearbeiten]

Ein E-Mail-Programm braucht zur Konfiguration üblicherweise folgende Angaben, die beim Internetdienstanbieter in Erfahrung gebracht werden können:

  • Adresse des Servers zum Lesen (IMAP-Server) bzw. Abrufen (POP3-Server) der Mails
  • Benutzername und Passwort für den Abruf
  • Adresse des Servers zum Versenden (SMTP–Relay–Server) der Mails
  • Benutzername und Passwort zum Versand

Häufig sind POP3- und SMTP-Server sowie die Zugangsdaten identisch.

Wie beim Zugriff auf andere Benutzerkonten im Internet wird empfohlen, die Datenübertragungsarten zu verschlüsseln, siehe Transport Layer Security. Andernfalls können Benutzername und Passwort abgehört werden; ein Angreifer könnte die E-Mails lesen oder E-Mails über das Benutzerkonto versenden.[1] Seit Anfang 2014 verpflichten freenet, t-online.de, GMX und WEB.de ihre Nutzerinnen und Nutzer, Mails ausschließlich verschlüsselt zu empfangen bzw. versenden. [2]

Organisation[Bearbeiten]

Der Benutzer des Programms hat üblicherweise mehrere Ordner zur Verfügung, in denen einzelne Mails gespeichert werden können. Je nach System und Programm sind diese Ordner tatsächliche Unterverzeichnisse im Dateisystem des Computers mit einzelnen Dateien für jede Mail (siehe Maildir) oder Archive, in denen mehrere Mails speichersparend zusammengepackt werden. Die Archive können wiederum in „Klartext“ als Textdateien (siehe mbox) oder als komprimierte Archive ausgeführt sein, ggf. nach freier Wahl des Benutzers.

  • Einkommende Mail wird üblicherweise in einem „Eingangsordner“ abgelegt. Dem Benutzer wird der Inhalt des Ordners in Listenform angezeigt, wobei die neuen, noch ungelesenen Mails hervorgehoben sind und einzeln gelesen werden können. Manche Programme erlauben das Definieren von Regeln, nach denen Mails automatisch auf mehrere Eingangsordner verteilt werden.
  • Nach dem Lesen – bzw. bei Spam auch schon vor dem Öffnen einer einzelnen Mail – kann der Benutzer eine Mail löschen, wodurch sie in einen „Papierkorb“ verschoben wird, genau wie auf dem Desktop eines Betriebssystem-GUIs. Wie bei letzterem werden die Mails normalerweise also nicht sofort gelöscht, sondern erst in einem zweiten Schritt durch das Leeren des Papierkorbs. Oft kann der Benutzer aber auch in der Konfiguration wählen, dass dieser zweite Schritt übersprungen wird.
  • Wenn eine Mail weiter aufbewahrt werden soll, kann der Benutzer sie in einen „Archivordner“ verschieben. Er kann davon mehrere anlegen, um beispielsweise private und geschäftliche Mails separat zu speichern.
  • Daneben gibt es oft noch einen „Entwürfe-Ordner“, in dem Muster-Mails gespeichert werden, die als Ausgangsgerüst für später zu erstellende Mails dienen sollen. Hier landen auch Mails, die der Benutzer erstellt hatte und eigentlich abschicken wollte, letzteres dann aber doch noch abbrach, den schon erstellten Inhalt aber nicht komplett verwerfen wollte.
  • Wenn der Benutzer eine Mail abgeschickt hat, landet sie zunächst in einem „Ausgangsordner“, der sozusagen der FIFO-Speicher zum physischen Mail-Versand darstellt. Am Füllstand dieses Ordners lässt sich also ablesen, wie weit der Versand schon fortgeschritten ist.
  • Die Einträge des Ausgangsordners werden nach erfolgreichem Versenden automatisch in einen „Gesendetes-Ordner“ umgespeichert, so dass der Benutzer immer einen Beleg hat, was er nun genau versandt hat. Der Ausgangsordner wird dadurch also nach und nach geleert.

Den Inhalt aller dieser Ordner kann der Benutzer in Listenform anzeigen lassen und Mails nach Wahl nochmal lesen, endlich beantworten, als Ausgangsgerüst für eine neu zu erstellende Mail verwenden, löschen oder in einen anderen Ordner verschieben oder kopieren.

Wenn der Benutzer mehrere Benutzerkonten besitzt, wird diese Ordnerstruktur ggf. für jeden Account einzeln erstellt.

Benutzeraktionen[Bearbeiten]

Der Benutzer kann das Programm anweisen, beim Mail-Server ggf. neu eingetroffene Mails abzurufen, sie zu lesen, sie zu beantworten, sie weiterzuleiten, zu versenden oder zu löschen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: E-Mail-Programme – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. E-Mail, die elektronische Post. Projekt „Verbraucher sicher online“, Technische Universität Berlin
  2. http://www.e-mail-made-in-germany.de/Verschluesselung.html