Main-Kinzig-Kreis

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Main-Kinzig-Kreises Deutschlandkarte, Position des Main-Kinzig-Kreises hervorgehoben50.2011111111119.1975Koordinaten: 50° 12′ N, 9° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Verwaltungssitz: Gelnhausen
Fläche: 1.397,52 km²
Einwohner: 404.995 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 290 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: MKK, GN, SLÜ, Hanau: HU Vorlage:Infobox Verwaltungseinheit in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Kleinbuchstaben
Kreisschlüssel: 06 4 35
Kreisgliederung: 29 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Barbarossastraße 16–24
63571 Gelnhausen
Webpräsenz: www.mkk.de
Landrat: Erich Pipa (SPD)
Lage des Main-Kinzig-Kreises in Hessen
Kassel Landkreis Kassel Werra-Meißner-Kreis Schwalm-Eder-Kreis Landkreis Waldeck-Frankenberg Landkreis Hersfeld-Rotenburg Landkreis Fulda Vogelsbergkreis Landkreis Marburg-Biedenkopf Lahn-Dill-Kreis Landkreis Limburg-Weilburg Landkreis Gießen Main-Kinzig-Kreis Wetteraukreis Rheingau-Taunus-Kreis Hochtaunuskreis Wiesbaden Main-Taunus-Kreis Kreis Groß-Gerau Frankfurt am Main Offenbach am Main Landkreis Offenbach Darmstadt Landkreis Darmstadt-Dieburg Kreis Bergstraße Kreis Bergstraße Odenwaldkreis Baden-Württemberg Rheinland-Pfalz Bayern Nordrhein-Westfalen Niedersachsen ThüringenKarte
Über dieses Bild

Der Main-Kinzig-Kreis ist ein Landkreis im Regierungsbezirk Darmstadt in Hessen, der bevölkerungsreichste Landkreis des Landes und zugleich der flächenmäßig größte Landkreis in Südhessen. Die Kreisstadt ist Gelnhausen, die größte Stadt ist Hanau.

Der Kreis liegt im östlichen Rhein-Main-Gebiet in der südöstlichen Wetterau. Der dicht besiedelte südwestliche Teil des Landkreises um die Städte Hanau und Maintal ist zudem Bestandteil der Stadtregion Frankfurt. Der Landkreis entstand 1974 durch den Zusammenschluss der Landkreise Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern mit der kreisfreien Stadt Hanau. Darüber hinaus kamen durch Eingemeindungen Orte zum Main-Kinzig-Kreis, die zuvor nicht den Altkreisen angehörten, so z. B. Heldenbergen als Stadtteil von Nidderau und Büdesheim als Stadtteil von Schöneck, die bis dahin dem Landkreis Friedberg angehörten, sowie die heutigen Hanauer Stadtteile Steinheim und Klein-Auheim, zuvor Landkreis Offenbach. 1977 wurde die Stadt Bergen-Enkheim, die zunächst dem Main-Kinzig-Kreis angehörte, Stadtteil von Frankfurt am Main. Darüber hinaus liegt der gemeindefreie Gutsbezirk Spessart im Gebiet des Main-Kinzig-Kreises.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Der Landkreis hat seinen Namen von den zwei Hauptflüssen, dem Main, der die südwestliche Kreisgrenze bildet und der Kinzig, ein rechter Nebenfluss des Mains, die das Kreisgebiet von Nordosten nach Südwesten durchfließt. Die Landschaften um die Kinzig sind die Ausläufer von Vogelsberg, Spessart und der westlichen Rhön. Nördlich der Kinzig erstreckt sich das Ronneburger Hügelland und der Büdinger Wald.

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Der Main-Kinzig-Kreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an den Wetteraukreis, den Vogelsbergkreis, den Landkreis Fulda (alle in Hessen), an die Landkreise Bad Kissingen, Main-Spessart und Aschaffenburg (alle in Bayern) sowie an den Landkreis Offenbach und die kreisfreien Städte Offenbach am Main und Frankfurt am Main (alle wiederum in Hessen).

Geschichte[Bearbeiten]

Der Main-Kinzig-Kreis mit den Gemeinden nach der Gebietsreform sowie den Altkreisen Hanau (HU), Gelnhausen (GN) und Schlüchtern (SLÜ)

Das heutige Kreisgebiet war früher in zahlreiche Herrschaftsgebiete zersplittert. Großen Anteil hatten die Grafen von Hanau sowie die Adelshäuser Hutten (1704 ausgestorben); die Teil-Grafschaften Ysenburg und Büdingen in Büdingen, in Meerholz und in Wächtersbach wurden 1806 mediatisiert und in das (Fürstentum Isenburg (Rheinbund)) eingegliedert, sie kamen nach einer Landesteilung 1816 an das Großherzogtum Hessen (Hessen-Darmstadt) und Kurhessen (Hessen-Kassel).

Am 21. August 1821 wurde Kurhessen in Kreise eingeteilt. Die neuen Kreise Hanau, Gelnhausen, Salmünster und Schlüchtern bildeten dabei die Provinz Hanau, die südlichste der vier Provinzen des Landes (mit anderen Maßen und anderer Währung als der Norden). Zum 1. Januar 1830 wurde der Kreis Salmünster aufgelöst und seine Gemeinden auf die benachbarten Kreise Gelnhausen und Schlüchtern verteilt.

1866 wurde Kurhessen von Preußen annektiert, 1867 wurde sein Gebiet in den neuen Regierungsbezirk Kassel überführt; die Provinz Hanau wurde aufgelöst. Der Kreis Gelnhausen erhielt den größten Teil des Landgerichtsbezirks Orb von dem Königreich Bayern.

1885 wurde der Kreis Hanau durch die Abtrennung des neuen Landkreis Frankfurt sowie den Austritt der Stadt Hanau verkleinert.

Seitdem bestanden die drei Landkreise sowie die nun kreisfreie Stadt Hanau weitgehend unverändert bis in die 1970er Jahre. Allerdings wechselten Hanau und die drei Kreise noch zweimal den Regierungsbezirk, sie kamen 1944 zum Regierungsbezirk Wiesbaden und 1968 zum Regierungsbezirk Darmstadt.

Im Vorfeld der Gebietsreform in Hessen wurden zahlreiche Varianten diskutiert[2], wie man aus den zu klein gewordenen Landkreisen größere Einheiten schaffen könnte.[3] Im Kinzigtal einigte man sich schließlich auf die „große Lösung“: die Fusion der drei Landkreise und der Stadt Hanau zum neuen Main-Kinzig-Kreis, dem (nach Bevölkerung) größten in Hessen.[4] Die Fusion wurde am 1. Juli 1974 vollzogen.[5]

Die Stadt Hanau behielt als Stadt mit Sonderstatus (über 50.000 Einwohner) jedoch einige Sonderrechte. So hatte sie jahrelang z. B. noch ein eigenes Sozialamt und eine eigene Zulassungsstelle.

1977 wurde die bis dahin zum Main-Kinzig-Kreis gehörende Stadt Bergen-Enkheim nach Frankfurt am Main eingemeindet.

Heute ist der Main-Kinzig-Kreis mit etwa 410.000 Einwohnern der bevölkerungsreichste Kreis in Hessen, mit seiner Fläche von ca. 1400 km² liegt er an vierter Stelle.

Politik[Bearbeiten]

Kreistag[Bearbeiten]

Kommunalwahl im Main-Kinzig-Kreis 2011
 %
40
30
20
10
0
35,6 %
33,1 %
15,1 %
5,0 %
3,3 %
3,2 %
1,7 %
1,5 %
1,4 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+0,2 %p
-5,5 %p
+7,5 %p
+0,4 %p
-2,9 %p
-0,4 %p
+1,7 %p
-2,5 %p
+1,4 %p
Sitzverteilung im Kreistag 2011
3
31
13
2
4
3
29
1
1
31 13 29 
Von 87 Sitzen entfallen auf:

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[6]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 35,6 31 35,4 31
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 33,1 29 38,6 34
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 15,1 13 7,6 7
FW Freie Wähler Main-Kinzig 5,0 4 4,6 4
FDP Freie Demokratische Partei 3,3 3 6,2 5
Die Linke Die Linke 3,2 3 3,6 3
Piraten Piratenpartei Deutschland 1,7 2
REP Die Republikaner 1,5 1 4,0 3
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands 1,4 1
Gesamt 100,0 87 100,0 87
Wahlbeteiligung in % 46,7 45,1

Landräte[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Main-Kinzig-Kreis
Blasonierung:

„Geteilt und halbgespalten: Oben in Rot ein aus einem silbernen Wellenschildfuß wachsender, golden bewehrter, silberner Schwan; unten vorn in Gold ein rot bewehrter schwarzer Adler mit einem silbernen Brustschild mit schwarzem Balken; unten hinten in Rot zwei goldene Schrägbalken“

Beschreibung:

Der Schwan steht für die Grafschaft Hanau und war bereits im alten Kreiswappen von Hanau zu sehen. Der Adler wurde dem alten Kreiswappen von Gelnhausen entnommen und die Schrägbalken beziehen sich auf die Herren von Hutten bzw. den Altkreis Schlüchtern. Der Wellenbalken steht für die beiden Flüsse, die dem Kreis seinen Namen gaben. Das Wappen wurde am 30. Dezember 1980 verliehen.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Niederdorfelden Schöneck (Hessen) Nidderau Maintal Hanau Großkrotzenburg Rodenbach (bei Hanau) Erlensee Bruchköbel Hammersbach Neuberg (Hessen) Ronneburg (Hessen) Langenselbold Hasselroth Freigericht (Hessen) Gründau Gelnhausen Linsengericht (Hessen) Biebergemünd Flörsbachtal Jossgrund Bad Orb Wächtersbach Brachttal Schlüchtern Birstein Sinntal Bad Soden-Salmünster Gutsbezirk Spessart Steinau an der Straße Steinau an der Straße Bad Soden-Salmünster Bad Soden-Salmünster Gutsbezirk Spessart Bayern Landkreis Offenbach Offenbach am Main Frankfurt am Main Landkreis Fulda Vogelsbergkreis Landkreis Gießen Wetteraukreis HochtaunuskreisMunicipalities in MKK.svg
Über dieses Bild

(Einwohner am 31. Dezember 2013[7])

Städte

  1. Bad Orb (9395)
  2. Bad Soden-Salmünster (13.351)
  3. Bruchköbel (20.265)
  4. Erlensee (13.307)
  5. Gelnhausen, Kreisstadt und Barbarossastadt (22.099)
  6. Hanau, Sonderstatusstadt und Brüder-Grimm-Stadt (89.907)
  7. Langenselbold (13.553)
  8. Maintal (36.846)
  9. Nidderau (19.944)
  10. Schlüchtern (16.018)
  11. Steinau an der Straße (10.414)
  12. Wächtersbach (12.267)

Gemeinden

  1. Biebergemünd (8323)
  2. Birstein (6199)
  3. Brachttal (5133)
  4. Flörsbachtal (2394)
  5. Freigericht (14.264)
  6. Großkrotzenburg (7440)
  7. Gründau (14.445)
  8. Hammersbach (4704)
  9. Hasselroth (7259)
  10. Jossgrund (3525)
  11. Linsengericht (9885)
  12. Neuberg (5251)
  13. Niederdorfelden (3786)
  14. Rodenbach (11.143)
  15. Ronneburg (3341)
  16. Schöneck (11.625)
  17. Sinntal (8912)

Gemeindefreies Gebiet

  1. Gutsbezirk Spessart (unbewohnt)

Wirtschaft[Bearbeiten]

Das Spektrum der an verschiedenen Standorten im Kreis ansässigen Unternehmen erstreckt sich von moderner Großindustrie und verarbeitendem Mittelstand über innovative Handwerksunternehmen bis hin zu der gerade in den vergangenen Jahren stark angewachsenen Zahl neuer Start-Ups. Im letzten viertel Jahrhundert prägt die mittelständische Industrie auch weiterhin das wirtschaftliche Gesicht der Region. Bemerkenswert ist die hohe großbetriebliche Struktur der Industrie des Main-Kinzig-Kreises. Von den 100 größten Industriebetrieben Hessens haben sieben ihren Standort im Main-Kinzig-Kreis. Unter den im Kreis ansässigen Unternehmen finden sich zahlreiche Firmen von Weltrang, wie z. B. Evonik Industries, Infracor, WOCO, Heraeus, Dunlop, Veritas. Aber auch traditionsreiche Unternehmen, wie z. B. BienZenker.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch das Kreisgebiet führen die Bundesautobahnen 66 (FrankfurtFulda) und die 45 (AschaffenburgDortmund). Ferner erschließen mehrere Bundes-, Landes- und Kreisstraßen das Kreisgebiet, darunter die B 43 und die B 45. Der Kreis wird in seiner gesamten Länge von der Fernbahnstrecke Frankfurt–Fulda–Berlin/Hamburg/Dresden (Kinzigtalbahn) durchzogen. Im südwestlichen Kreisteil kreuzt sich damit im Bahnknotenpunkt Hanau die Fernbahnstrecke Frankfurt–WürzburgNürnbergMünchen. Strecken von regionaler Bedeutung für den Personenverkehr sind:

  • Hanau – Friedberg
  • Bad Vilbel – Stockheim
  • Gelnhausen – Gießen
  • Hanau – Erbach – Eberbach
  • Hanau – Schöllkrippen.

Der Aufgabenträger bzw. Regieorganisation für den öffentlichen Personennahverkehr ist die Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig (KVG). Die KVG MKK ist Teil des Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Im Auftrag der KVG Main-Kinzig fahren 16 verschiedene Busgesellschaften an die 100 Buslinien, die im RMV als MKK-xx gekennzeichnet werden.

Krankenhäuser[Bearbeiten]

Hauptartikel: Main-Kinzig-Kliniken

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1974 wurde dem Landkreis das seit dem 1. Juli 1956 für den Landkreis Hanau gültige Unterscheidungszeichen HU zugewiesen. Seit dem 1. Juni 2005 ist das Unterscheidungszeichen MKK das Kürzel für den gesamten Landkreis mit Ausnahme der Sonderstatusstadt Hanau, die die Kennung HU behielt.

Bis in die 1990er Jahre erhielten Fahrzeuge aus den Altkreisen besondere HU-Erkennungsnummern:

Gebiet Buchstaben Zahlen
Altkreis Hanau
(mit der Stadt Hanau)
A bis Z 1 bis 999
AA bis PZ
Altkreis Gelnhausen VA bis VZ
XA bis XZ
UA bis UZ
Altkreis Schlüchtern YA bis ZZ

Seit dem 2. Januar 2013 sind zudem die Unterscheidungszeichen GN (Gelnhausen) und SLÜ (Schlüchtern) erhältlich.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Achtmann, Friedel, Hans See, Rüger: Der Main-Kinzig-Kreis als Alternative – Gebietsreform in Hessen, Untersuchungen der Strukturabteilung des Landkreises Hanau Hanau 1971, 39 Seiten, zahlreiche Tabellen
  3. Der Hessische Minister des Innern (HdMI): Vorschläge zur gebietlichen Neugliederung auf der Kreisebene in Hessen Wiesbaden (Mai) 1971, 106 Seiten
  4. Der Hessische Minister des Innern (HdMI): Vorschläge für die gebietliche Neugliederung der Landkreise Gelnhausen, Hanau und Schlüchtern und der Stadt Hanau – Anhörungsverfahren Wiesbaden (März) 1972, 64 Seiten
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 384f.
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Endgültiges Ergebnis der Kreiswahl
  7. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Main-Kinzig-Kreis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien