Main-Kinzig-Kreis

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Main-Kinzig-Kreises Deutschlandkarte, Position des Main-Kinzig-Kreises hervorgehoben50.2011111111119.1975Koordinaten: 50° 12′ N, 9° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Verwaltungssitz: Gelnhausen
Fläche: 1.397,52 km²
Einwohner: 403.134 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 288 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: MKK, GN, SLÜ, Hanau: HU Vorlage:Infobox Verwaltungseinheit in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Kleinbuchstaben
Kreisschlüssel: 06 4 35
Kreisgliederung: 29 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Barbarossastraße 16–24
63571 Gelnhausen
Webpräsenz: www.mkk.de
Landrat: Erich Pipa (SPD)
Lage des Main-Kinzig-Kreises in Hessen
Kassel Landkreis Kassel Werra-Meißner-Kreis Schwalm-Eder-Kreis Landkreis Waldeck-Frankenberg Landkreis Hersfeld-Rotenburg Landkreis Fulda Vogelsbergkreis Landkreis Marburg-Biedenkopf Lahn-Dill-Kreis Landkreis Limburg-Weilburg Landkreis Gießen Main-Kinzig-Kreis Wetteraukreis Rheingau-Taunus-Kreis Hochtaunuskreis Wiesbaden Main-Taunus-Kreis Kreis Groß-Gerau Frankfurt am Main Offenbach am Main Landkreis Offenbach Darmstadt Landkreis Darmstadt-Dieburg Kreis Bergstraße Kreis Bergstraße Odenwaldkreis Baden-Württemberg Rheinland-Pfalz Bayern Nordrhein-Westfalen Niedersachsen ThüringenKarte
Über dieses Bild

Der Main-Kinzig-Kreis ist der bevölkerungsreichste Landkreis in Hessen, zugleich ist er der flächenmäßig größte Kreis in Südhessen. Er liegt im östlichen Rhein-Main-Gebiet. Die größte Stadt des Kreises ist Hanau. Verwaltungssitz des Kreises ist Gelnhausen. Der dicht besiedelte südwestliche Teil des Kreises um die Städte Hanau und Maintal ist zudem Bestandteil der Stadtregion Frankfurt. Der Kreis entstand 1974 durch die Fusion der kreisfreien Stadt Hanau mit den Altkreisen Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern. Darüber hinaus kamen durch Eingemeindungen Orte zum Main-Kinzig-Kreis, die zuvor nicht den Altkreisen angehörten, so z. B. Heldenbergen als Stadtteil von Nidderau und Büdesheim als Stadtteil von Schöneck, die bis dahin dem Altkreis Friedberg angehörten, sowie die heutigen Hanauer Stadtteile Steinheim und Klein-Auheim, zuvor Landkreis Offenbach. 1977 wurde die Stadt Bergen-Enkheim, die zunächst dem Main-Kinzig-Kreis angehörte, Stadtteil von Frankfurt am Main. Darüber hinaus liegt der gemeindefreie Gutsbezirk Spessart im Gebiet des Main-Kinzig-Kreises.

Nachbarkreise sind im Norden der Vogelsbergkreis und der Landkreis Fulda, im Osten die bayerischen Landkreise Bad Kissingen und Main-Spessart, im Süden der ebenfalls bayerische Landkreis Aschaffenburg, im Südwesten der Kreis Offenbach und die kreisfreie Stadt Frankfurt am Main und im Westen und Nordwesten der Wetteraukreis.

Geografie[Bearbeiten]

Der Kreis hat seinen Namen von den zwei Hauptflüssen, dem Main, der die südwestliche Kreisgrenze bildet und der Kinzig, ein rechter Nebenfluss des Mains, die das Kreisgebiet von Nordosten nach Südwesten durchfließt. Die Landschaften um die Kinzig sind die Ausläufer von Vogelsberg, Spessart und der westlichen Rhön. Nördlich der Kinzig erstreckt sich das Ronneburger Hügelland und der Büdinger Wald.

Geschichte[Bearbeiten]

Das heutige Kreisgebiet war früher in zahlreiche Herrschaftsgebiete zersplittert. Großen Anteil hatten die Grafen von Hanau sowie die Adelsgeschlechter von Hutten und Ysenburg.

Am 21. August 1821 wurde das Kurfürstentum Hessen in Kreise eingeteilt. Die neuen Kreise Hanau, Gelnhausen, Salmünster und Schlüchtern bildeten dabei die Provinz Hanau, eine der vier Provinzen des Landes. Zum 1. Januar 1830 wurde der Kreis Salmünster aufgelöst und seine Gemeinden auf die benachbarten Kreise Gelnhausen und Schlüchtern verteilt.

1866 wurde Kurhessen von Preußen annektiert, 1867 wurde sein Gebiet in den neuen Regierungsbezirk Kassel überführt; die Provinz Hanau wurde aufgelöst. Der Kreis Gelnhausen erhielt den Landgerichtsbezirk Orb aus dem Königreich Bayern.

1885 wurde der Kreis Hanau durch die Abtrennung des neuen Landkreis Frankfurt sowie den Austritt der Stadt Hanau verkleinert.

Seitdem bestanden die drei Landkreise sowie die nun kreisfreie Stadt Hanau weitgehend unverändert bis in die 1970er Jahre. Allerdings wechselten Hanau und die drei Kreise noch zweimal den Regierungsbezirk, sie kamen 1944 zum Regierungsbezirk Wiesbaden und 1968 zum Regierungsbezirk Darmstadt.

Im Vorfeld der Gebietsreform in Hessen wurden zahlreiche Variationen diskutiert, wie man aus den zu klein gewordenen Landkreisen größere Einheiten schaffen könnte. Im Kinzigtal einigte man sich schließlich auf die „große Lösung“: die Fusion der drei Landkreise und der Stadt Hanau zum neuen Main-Kinzig-Kreis, dem (nach Bevölkerung) größten in Hessen. Die Fusion wurde am 1. Juli 1974 vollzogen. Die Stadt Hanau behielt als Stadt mit Sonderstatus (über 50.000 Einwohner) jedoch einige Sonderrechte. So hat sie z. B. noch ein eigenes Sozialamt und eine eigene Zulassungsstelle.

1977 wurde die bis dahin zum Main-Kinzig-Kreis gehörende Stadt Bergen-Enkheim nach Frankfurt am Main eingemeindet.

Sitz der Kreisverwaltung war zunächst Hanau, wobei die beiden ehemaligen Kreisstädte Gelnhausen und Schlüchtern ihre Kreisverwaltungsstellen behielten. Im Jahre 2005 wurde die Kreisverwaltung schließlich ins zentral gelegene Gelnhausen verlegt. Dabei erhielt der Kreis das neue Kfz-Kennzeichen MKK, während Hanau als Stadt mit Sonderstatus das Kürzel HU behalten hat.

Seit dem 1. Januar 2013 sind die Kfz-Kennzeichen SLÜ (Schlüchtern) und GN (Gelnhausen) wieder erhältlich.

Heute ist der Main-Kinzig-Kreis mit etwa 410.000 Einwohnern der bevölkerungsreichste Kreis in Hessen, mit seiner Fläche von ca. 1.400 km² liegt er an vierter Stelle.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Das Spektrum der an verschiedenen Standorten im Kreis ansässigen Unternehmen erstreckt sich von moderner Großindustrie und verarbeitendem Mittelstand über innovative Handwerksunternehmen bis hin zu der gerade in den vergangenen Jahren stark angewachsenen Zahl neuer Start-Ups. Im letzten viertel Jahrhundert prägt die mittelständische Industrie auch weiterhin das wirtschaftliche Gesicht der Region. Bemerkenswert ist die hohe großbetriebliche Struktur der Industrie des Main-Kinzig-Kreises. Von den 100 größten Industriebetrieben Hessens haben sieben ihren Standort im Main-Kinzig-Kreis. Unter den im Kreis ansässigen Unternehmen finden sich zahlreiche Firmen von Weltrang, wie z.B. Evonik Industries, Infracor, WOCO, Heraeus, Dunlop, Veritas. Aber auch traditionsreiche Unternehmen, wie z.B. BienZenker.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch das Kreisgebiet führen die Bundesautobahnen 66 (FrankfurtFulda) und die 45 (AschaffenburgDortmund). Ferner erschließen mehrere Bundes-, Landes- und Kreisstraßen das Kreisgebiet, darunter die B 43 und die B 45. Der Kreis wird in seiner gesamten Länge von der Fernbahnstrecke Frankfurt–Fulda–Berlin/Hamburg/Dresden (Kinzigtalbahn) durchzogen. Im südwestlichen Kreisteil kreuzt sich damit im Bahnknotenpunkt Hanau die Fernbahnstrecke Frankfurt–WürzburgNürnbergMünchen. Strecken von regionaler Bedeutung für den Personenverkehr sind:

  • Hanau – Friedberg
  • Bad Vilbel – Stockheim
  • Gelnhausen – Gießen
  • Hanau – Erbach – Eberbach
  • Hanau – Schöllkrippen.

Der Aufgabenträger bzw. Regieorganisation für den öffentlichen Personennahverkehr ist die KreisVerkehrsGesellschaft Main-Kinzig (KVG). Die KVG MKK ist Teil des Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Im Auftrag der KVG MKK fahren sechzehn verschiedene Busgesellschaften an die 100 Buslinien, die im RMV als MKK-xx gekennzeichnet werden.

Krankenhäuser[Bearbeiten]

Hauptartikel: Main-Kinzig-Kliniken

Politik[Bearbeiten]

Kreistag[Bearbeiten]

Kommunalwahl im Main-Kinzig-Kreis 2011
 %
40
30
20
10
0
35,6 %
33,1 %
15,1 %
5,0 %
3,3 %
3,2 %
1,7 %
1,5 %
1,4 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+0,2 %p
-5,5 %p
+7,5 %p
+0,4 %p
-2,9 %p
-0,4 %p
+1,7 %p
-2,5 %p
+1,4 %p

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[2]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 35,6 31 35,4 31
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 33,1 29 38,6 34
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 15,1 13 7,6 7
FW Freie Wähler Main-Kinzig 5,0 4 4,6 4
FDP Freie Demokratische Partei 3,3 3 6,2 5
Die Linke Die Linke 3,2 3 3,6 3
PIRATEN Piratenpartei Deutschland 1,7 2
REP Die Republikaner 1,5 1 4,0 3
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands 1,4 1
gesamt 100,0 87 100,0 87
Wahlbeteiligung in % 46,7 45,1

Landräte[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Wappen des Main-Kinzig-Kreises

Blasonierung:
Geteilt und halbgespalten: Oben in Rot ein aus einem silbernen Wellenschildfuß wachsender, golden bewehrter, silberner Schwan; unten vorn in Gold ein rot bewehrter schwarzer Adler mit einem silbernen Brustschild mit schwarzem Balken; unten hinten in Rot zwei goldene Schrägbalken (Wappen-Verleihung 30. Dezember 1980)

Bedeutung:
Der Schwan steht für die Grafschaft Hanau und war bereits im alten Kreiswappen von Hanau zu sehen. Der Adler wurde dem alten Kreiswappen von Gelnhausen entnommen und die Schrägbalken beziehen sich auf die Herren von Hutten bzw. den Altkreis Schlüchtern. Der Wellenbalken steht für die beiden Flüsse, die dem Kreis seinen Namen gaben.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Niederdorfelden Schöneck (Hessen) Nidderau Maintal Hanau Großkrotzenburg Rodenbach (bei Hanau) Erlensee Bruchköbel Hammersbach Neuberg (Hessen) Ronneburg (Hessen) Langenselbold Hasselroth Freigericht (Hessen) Gründau Gelnhausen Linsengericht (Hessen) Biebergemünd Flörsbachtal Jossgrund Bad Orb Wächtersbach Brachttal Schlüchtern Birstein Sinntal Bad Soden-Salmünster Gutsbezirk Spessart Steinau an der Straße Steinau an der Straße Bad Soden-Salmünster Bad Soden-Salmünster Gutsbezirk Spessart Bayern Landkreis Offenbach Offenbach am Main Frankfurt am Main Landkreis Fulda Vogelsbergkreis Landkreis Gießen Wetteraukreis HochtaunuskreisMunicipalities in MKK.svg
Über dieses Bild

(Einwohner am 31. Dezember 2012[3])

Städte

  1. Bad Orb (9240)
  2. Bad Soden-Salmünster (13.365)
  3. Bruchköbel (20.214)
  4. Erlensee (13.188)
  5. Gelnhausen, Kreisstadt und Barbarossastadt (21.912)
  6. Hanau, Sonderstatusstadt und Brüder-Grimm-Stadt (88.834)
  7. Langenselbold (13.491)
  8. Maintal (36.254)
  9. Nidderau (19.949)
  10. Schlüchtern (16.167)
  11. Steinau an der Straße (10.485)
  12. Wächtersbach (12.269)

Gemeinden

  1. Biebergemünd (8318)
  2. Birstein (6274)
  3. Brachttal (5131)
  4. Flörsbachtal (2425)
  5. Freigericht (14.288)
  6. Großkrotzenburg (7388)
  7. Gründau (14.394)
  8. Hammersbach (4712)
  9. Hasselroth (7243)
  10. Jossgrund (3578)
  11. Linsengericht (9885)
  12. Neuberg (5229)
  13. Niederdorfelden (3781)
  14. Rodenbach (11.103)
  15. Ronneburg (3349)
  16. Schöneck (11.698)
  17. Sinntal (8970)

Gemeindefreies Gebiet

  1. Gutsbezirk Spessart (unbewohnt)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hessisches Statistisches Landesamt: Endgültiges Ergebnis der Kreiswahl
  3. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Main-Kinzig-Kreis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien