Main-Tauber-Kreis

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Main-Tauber-Kreises Deutschlandkarte, Position des Main-Tauber-Kreises hervorgehoben49.6230555555569.6611111111111Koordinaten: 49° 37′ N, 9° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Region: Heilbronn-Franken
Verwaltungssitz: Tauberbischofsheim
Fläche: 1.304,42 km²
Einwohner: 129.842 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 100 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: TBB, MGH
Kreisschlüssel: 08 1 28
Kreisgliederung: 18 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Gartenstraße 1
97941 Tauberbischofsheim
Webpräsenz: www.main-tauber-kreis.de
Landrat: Reinhard Frank (CDU)
Lage des Main-Tauber-Kreises in Baden-Württemberg
Frankreich Schweiz Österreich Bodensee Rheinland-Pfalz Hessen Freistaat Bayern Alb-Donau-Kreis Baden-Baden Landkreis Biberach Landkreis Böblingen Bodenseekreis Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Calw Landkreis Emmendingen Enzkreis Landkreis Esslingen Freiburg im Breisgau Landkreis Freudenstadt Landkreis Göppingen Heidelberg Landkreis Heidenheim Landkreis Heilbronn Heilbronn Hohenlohekreis Landkreis Karlsruhe Karlsruhe Landkreis Konstanz Landkreis Lörrach Landkreis Ludwigsburg Main-Tauber-Kreis Mannheim Neckar-Odenwald-Kreis Ortenaukreis Ostalbkreis Pforzheim Landkreis Rastatt Landkreis Ravensburg Rems-Murr-Kreis Landkreis Reutlingen Rhein-Neckar-Kreis Landkreis Rottweil Landkreis Schwäbisch Hall Schwarzwald-Baar-Kreis Landkreis Sigmaringen Stuttgart Landkreis Tübingen Landkreis Tuttlingen Ulm Landkreis Waldshut ZollernalbkreisKarte
Über dieses Bild

Der Main-Tauber-Kreis ist der nördlichste Landkreis in Baden-Württemberg. Er gehört zur Region Heilbronn-Franken im Regierungsbezirk Stuttgart und ist praktisch deckungsgleich mit Tauberfranken. Der Landkreis ist Teil der Ferienlandschaft Liebliches Taubertal.

Der Kreis grenzt im Nordwesten und Norden an die Landkreise Miltenberg und Main-Spessart, im Nordosten an den Landkreis Würzburg, im Osten an die Landkreise Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim und Ansbach (alle bayerisch), im Süden an den Landkreis Schwäbisch Hall und an den Hohenlohekreis und im Westen an den Neckar-Odenwald-Kreis.

Der Main-Tauber-Kreis gehört zur Metropolregion Stuttgart und besitzt die Einzigartigkeit, an drei weitere Metropolregionen zu grenzen (Rhein-Main, Rhein-Neckar und Nürnberg).

Geographie[Bearbeiten]

Der Main-Tauber-Kreis hat Anteil am Bauland sowie im Norden an den Ausläufern des Spessarts. Den Landkreis durchzieht von Südosten kommend die Tauber, ein linker Nebenfluss des Mains, die in Wertheim mündet. Beide Flüsse gaben dem Kreis den Namen.

Durch seine Lage im Regenschatten von Odenwald und Spessart zeichnet sich der Main-Tauber-Kreis durch trockenes und warmes Klima aus. Die Sonnenscheindauer im Sommer erreicht ähnliche Werte wie am Oberrhein.

Der tiefste Punkt des Main-Tauber-Kreises befindet sich in der Nähe von Freudenberg mit 125 m ü. NN, der höchste Punkt bei Bad Mergentheim mit 482 m ü. NN.

Der Main-Tauber-Kreis ist mit seiner Nord-Süd-Ausdehnung von über 100 Kilometern zwar einer der größten der 35 Landkreise in Baden-Württemberg, er weist aber auch die geringste Einwohnerdichte von allen auf. Im Landkreis Main-Tauber-Kreis gibt es 35 rechtskräftig verordnete Naturschutzgebiete mit insgesamt 1.052,3 ha Fläche, das entspricht ca. 1 % der Fläche des Landkreises. Ergänzt werden die Naturschutzgebiete durch über 170 Naturdenkmale (Flächen oder Einzelobjekte, meist Bäume) und weitere Schutzgebiete wie z.B. Landschaftsschutzgebiete.

Die Liste der Orte im Main-Tauber-Kreis enthält die ungefähr 280 Orte (Städte, Dörfer, Weiler, Höfe und Wohnplätze) des Main-Tauber-Kreises im geographischen Sinne.

Natur[Bearbeiten]

Im Main-Tauber-Kreis gibt es folgende 32 Naturschutzgebiete:

  • Adell: 18,2 ha; Gemarkung Königheim (Gemeinde Königheim)
  • Altenberg: 87,0 ha; Gemarkung Igersheim (Gemeinde Igersheim)
  • Apfelberg: 22,5 ha; Gemarkung Gamburg (Gemeinde Werbach)
  • Äußeres Ried: 22,5 ha; Gemarkung Wölchingen (Gemeinde Boxberg)
  • Birkenberg: 26,0 ha; Gemarkungen Mergentheim und Edelfingen (Gemeinde Bad Mergentheim)
  • Dörre Wieslein: 2,5 ha; Gemarkungen Pülfringen Gemeinde und Brehmen (Gemeinde Königheim)
  • Edelberg: 4,2 ha; Gemarkung Sachsenflur (Gemeinde Lauda-Königshofen)
  • Ellenberg/Kapf: 17,5 ha; Gemarkung Dertingen (Gemeinde Wertheim)
  • Erlenbruchwald beim Lichteler Landturm: 0,84 ha; Gemarkung Rinderfeld (Gemeinde Niederstetten)
  • Erlenwald Röte/Strüt: 7,6 ha; Gemarkung Ebenheid (Gemeinde Freudenberg)
  • Gutenberg: 12,2 ha; Gemarkung Dertingen (Gemeinde Wertheim)
  • Haigergrund: 59,4 ha; Gemarkung Königheim (Gemeinde Königheim)
  • Hohenberg: 23,5 ha; Gemarkung Sachsenflur (Gemeinde Lauda-Königshofen)
  • Holzberg: 25 ha; Gemarkungen Finsterlohr und Archshofen (Gemeinde Creglingen)
  • Hunsenberg: 7,6 ha; Gemarkung Hochhausen (Gemeinde Tauberbischofsheim)
  • Kailstadt/Mühlhelde: 37 ha; Gemarkungen Schweigern und Bobstadt (Gemeinde Boxberg)
  • Kaltenberg: 13,0 ha; Gemarkung Königshofen (Gemeinde Lauda-Königshofen)
  • Kleines Knöckle: 6,1 ha; Gemarkung Althausen (Gemeinde Bad Mergentheim)
  • Langenfeld: 36,2 ha; Gemarkung Königheim (Gemeinde Königheim)
  • Leidenrain: 30,9 ha: Gemarkung Wertheim (Gemeinde Wertheim)
  • Lindach: 16,3 ha; Gemarkung Bernsfelden (Gemeinde Igersheim)
  • Lindenberg: 8,7 ha; Gemarkung Werbach (Gemeinde Werbach)
  • Made und Taubenloch: 5,9 ha; Gemarkungen Eiersheim und Külsheim (Gemeinde Külsheim)
  • Mehlberg: 4,7 ha; Gemarkung Königshofen (Gemeinde Lauda-Königshofen)
  • Neuhaus: 79,4 ha; Gemarkungen Mergentheim (Gemeinde Bad Mergentheim) und Igersheim (Gemeinde Igersheim)
  • Oberrimbacher Erdfälle: 71,2 ha; Gemarkungen Oberrimbach (Gemeinde Creglingen), Wildentierbach (Gemeinde Niederstetten) und Spielbach (Gemeinde Schrozberg)
  • Ringelstaler/Weinhalde: 90 ha; Gemarkungen Edelfingen (Gemeinde Bad Mergentheim) und Unterbalbach (Gemeinde Lauda-Königshofen)
  • Stammberg: 79,6 ha; Gemarkungen Tauberbischofsheim und Dienstadt (Gemeinde Tauberbischofsheim)
  • Steinriegellandschaft zwischen Weikersheim und Elpersheim: 77,3 ha; Gemarkungen Weikersheim und Elpersheim (Gemeinde Weikersheim)
  • Trockenhang im Lötal: 3,3 ha; Gemarkung Schweigern (Gemeinde Boxberg)
  • Vogelschutzgebiet beim Tremhof: 46,5 ha; Gemarkung Freudenberg
  • Wormental: 19,2 ha; Gemarkung Werbach (Gemeinde Werbach)

Geschichte[Bearbeiten]

Bei der zum 1. Januar 1973 in Kraft getretenen baden-württembergischen Kreisreform wurden die Altkreise Mergentheim und Tauberbischofsheim sowie Teile des ebenfalls aufgelösten Landkreises Buchen zum neuen Tauberkreis vereinigt. Am 1. Januar 1974 wurde er in Main-Tauber-Kreis umbenannt. Kreisstadt wurde Tauberbischofsheim, wenngleich diese Stadt nur die viertgrößte im Kreis ist. Sie liegt jedoch relativ zentral. Die beiden Altkreise Bad Mergentheim und Tauberbischofsheim gehen zurück auf die alten gleichnamigen Oberämter bzw. Ämter. Das ehemalige württembergische Oberamt Mergentheim wurde 1810, nach Übergang des Gebiets an das Königreich Württemberg, eingerichtet, 1934 in Kreis Mergentheim umbenannt und 1938 in den Landkreis Mergentheim überführt, der auch einige Gemeinden des aufgelösten Kreises Gerabronn aufnahm. In Tauberbischofsheim bestand ab 1813 ein badisches Amt, das im Laufe der Geschichte mehrmals verändert wurde und schließlich 1938 unter Einbeziehung des aufgelösten Amtes Wertheim in den Landkreis Tauberbischofsheim überführt wurde. Die Orte des bis 1972 zum Landkreis Buchen gehörigen Teils des Main-Tauber-Kreis gehörten bis 1936 zum Amt Adelsheim. Die Kreisreform von 1973 schuf somit einen Landkreis, der sich aus ehemals badischen und württembergischen Gemeinden zusammensetzt. Nach Abschluss der Gemeindereform umfasst er noch 18 Gemeinden, darunter elf Städte und hiervon wiederum zwei Große Kreisstädte (Bad Mergentheim und Wertheim). Größte Stadt ist Wertheim, kleinste Gemeinde ist Wittighausen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze).

Datum Einwohner
31. Dezember 1973 127.332
31. Dezember 1975 125.175
31. Dezember 1980 121.410
31. Dezember 1985 120.687
27. Mai 1987 ¹ 121.891
Datum Einwohner
31. Dezember 1990 128.272
31. Dezember 1995 136.919
31. Dezember 2000 137.057
31. Dezember 2005 137.259
31. Dezember 2010 133.351

Politik[Bearbeiten]

Kreistag[Bearbeiten]

Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf fünf Jahre gewählt. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kreistagswahl 2014
Wahlbeteiligung: 55,73 %
 %
50
40
30
20
10
0
46,64 %
19,99 %
15,04 %
8,81 %
3,73 %
3,17 %
2,62 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   2
   0
  -2
  -4
+0,96 %p
+1,08 %p
-0,55 %p
+0,23 %p
-2,30 %p
+0,44 %p
+0,13 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 46,64 23 45,68 23
FW Freie Wählervereinigung 19,99 9 18,91 9
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 15,04 8 15,59 7
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 8,81 4 8,58 3
FDP Freie Demokratische Partei 3,73 2 6,03 3
FBW Freie Bürgerliste Wertheim 3,17 1 2,73 1
LINKE Die Linke 2,62 1 2,49 1
gesamt 100,0 48 100,0 47
Wahlbeteiligung 55,73 % 56,77 %

Landrat[Bearbeiten]

Der Kreistag wählt den Landrat für eine Amtszeit von 8 Jahren. Der Landrat ist gesetzlicher Vertreter und Repräsentant des Landkreises sowie Vorsitzender des Kreistags und seiner Ausschüsse. Er leitet das Landratsamt und ist Beamter des Kreises. Zu seinem Aufgabengebiet zählen die Vorbereitung der Kreistagssitzungen sowie seiner Ausschüsse. Er beruft Sitzungen ein, leitet diese und vollzieht die dort gefassten Beschlüsse. In den Gremien hat er kein Stimmrecht. Sein Stellvertreter ist der Erste Landesbeamte.

Die Landräte des Landkreises Mergentheim 1945–1972:

Die Landräte des Landkreises Tauberbischofsheim 1945–1972:

Die Landräte des Main-Tauber-Kreises seit 1973:

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung:

In Rot drei mittlere aufsteigende silberne Spitzen, darüber ein sechsspeichiges silbernes Rad, darunter ein schwarzes Kreuz mit Tatzenenden (Wappen-Verleihung 19. März 1974)

Bedeutung:

Die Wappenbilder sind das Mainzer Rad des ehemaligen Fürstbistums Mainz, der „fränkische Rechen“ und das Deutschordenskreuz. Diese Herrschaften teilten sich das heutige Kreisgebiet bis Anfang des 19. Jahrhunderts, bevor es an Baden und Württemberg fiel.

Kreispartnerschaften[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Der Main-Tauber-Kreis bietet rund 48.266 Arbeitsplätze.[2] Die Arbeitslosigkeit ist mit 3,3 % (Stand: September 2012)[3] gerade halb so groß wie im Bundesgebiet und geringer als im Landesdurchschnitt. Rund 48 % der Beschäftigten sind im verarbeitenden Gewerbe tätig, gefolgt von Handel (18 %) und sonstigen Dienstleistungen (34 %). In der Landwirtschaft und Forstwirtschaft arbeitet nur noch 1 % aller Beschäftigten, wobei in zwei Drittel der Gemeinden Weinbau betrieben wird. Ein Markenzeichen der Region ist die wirtschaftliche Stärke und Vielfalt. Der Main-Tauber-Kreis verfügt dabei über eine Mischung aus großen, mittelständischen und kleinen Unternehmen der verschiedenen Branchen.

Die Schwerpunktindustrien im Main-Tauber-Kreis sind der Maschinenbau, die Holzverarbeitung sowie die Glasindustrie. Von immer größer werdender Bedeutung ist das Gesundheitswesen.[4]

Gewerbliche Schwerpunkte[Bearbeiten]

Für den mittelständisch geprägten Main-Tauber-Kreis sind neben dem produzierenden Gewerbe von Bedeutung:

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Die Bundesautobahn 81 führt in Südwest-Nordost-Richtung von Heilbronn nach Würzburg quer durch das Kreisgebiet mit den Anschlussstellen Boxberg, Ahorn und Tauberbischofsheim. Sie mündet knapp jenseits der Kreis- und Landesgrenze beim Autobahndreieck Würzburg-West in die Bundesautobahn 3 Würzburg–Frankfurt. Diese hat nur ganz im Norden die Anschlussstelle Wertheim/Lengfurt im Kreisgebiet. Der südliche Landkreis ist über die Bundesautobahn 7 bei Rothenburg o.d.T. an das Bundesautobahnnetz angebunden. Ferner erschließen mehrere Bundes-, Landes- und Kreisstraßen den Landkreis. Eine wichtige Bundesstraße ist die B 19 Schwäbisch Hall–Würzburg und die Bundesstraße 290, die das mittlere Taubertal zwischen Tauberbischofsheim und Bad Mergentheim erschließt. Obwohl der Kreis zum Regierungsbezirk Stuttgart gehört, ist das nördliche und mittlere Kreisgebiet eher in den Raum Würzburg orientiert. Die Großstadt Würzburg ist nur wenige Kilometer entfernt.

Eine Mainfähre verbindet Mondfeld mit dem bayerischen Stadtprozelten im Landkreis Miltenberg.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Bahnstreckennetz LK Main-Tauber.png

Die Frankenbahn, die Hauptstrecke Würzburg–Lauda–Heilbronn, wurde durch die Badische Staatsbahn im Jahre 1866 eröffnet. Von Lauda führte man 1867/68 die Taubertalbahn flussabwärts bis Wertheim und 1869 – abzweigend in Königshofen – tauberaufwärts nach Bad Mergentheim, wo sie von der Württembergischen Staatsbahn über Weikersheim nach Crailsheim verlängert worden ist.

Die erst 1909 eröffnete Nebenbahn Weikersheim–Creglingen schloss in Bieberehren an eine bayerische Lokalbahn nach Ochsenfurt an. Die Bayerische Staatsbahn verkehrte von Wertheim aus ab 1881 mainaufwärts nach Lohr und ab 1912 mainabwärts nach Miltenberg. Der Bahnbau schloss 1914 ab mit der Stichbahn Tauberbischofsheim–Königheim der Badischen Staatsbahn.

Das Bahnnetz hatte im Kreis nun 116 Kilometer Länge erreicht; davon wurden bis heute zwölf Kilometer stillgelegt (jedoch waren die einzelnen Strecken, die über die Kreisgrenzen hinaus gingen und stillgelegt wurden, insgesamt wesentlich länger):

  • 1967: (Bieberehren–Reinsbronn²–) Creglingen (2 km)
  • 1968: Tauberbischofsheim–Königheim (6 km)
  • 1974: (Ochsenfurt–Bieberehren–) Weikersheim (3 km)
  • 1976: (Lohr–Marktheidenfeld–) Wertheim (1 km)

Die Tauberbahn wird von der Westfrankenbahn und die Frankenbahn von der DB Regio AG - Geschäftsbereich Württemberg - betrieben.

Der Main-Tauber-Kreis ist im April 2003 dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar beigetreten. Seitdem gelten dessen einheitliche Tarifbedingungen auf allen Strecken. Eine Übergangsregelung ermöglicht die Nutzung der VRN-Fahrkarten bis nach Würzburg Hbf. Mit den VRN-Tarifen kann von der Tauber bis nach Mannheim, Heidelberg und ins Elsass mit einheitlichen Tarifen gefahren werden.

Wasserverkehr[Bearbeiten]

Im Kreisgebiet liegt der Mainhafen Wertheim. Für Wertheim war die Schifffahrt schon immer von großer Bedeutung, da man die Lage an Main und Tauber sehr gut ausnutzen konnte. Entstanden ist der Mainhafen Wertheim schon in der Wertheimer Grafschaft. Die Taubermündung bot sich als idealer Naturhafen an, zudem gab es bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg eine Schiffsanlegestelle von der Mainspitze stromaufwärts reichend. Diese wurde sowohl für den Personen- als auch für den Güterverkehr genutzt.

Luftverkehr[Bearbeiten]

Mit dem Flugplatz Niederstetten verfügt der Main-Tauber-Kreis über einen Verkehrslandeplatz.

Kreiseinrichtungen[Bearbeiten]

Das Landratsamt ist die kommunale Behörde des Landkreises und zugleich untere staatliche Verwaltungsbehörde mit einer großen Palette unterschiedlicher Funktionen: Dienstleister und Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen. Geleitet wird das Landratsamt vom Landrat. Als Kreisbehörde nimmt das Landratsamt Aufgaben wahr, die die Leistungsfähigkeit der Gemeinden im Kreis übersteigen oder nur einheitlich für das Kreisgebiet wahrgenommen werden können. Als Kreisbehörde handelt das Landratsamt eigenverantwortlich; es unterliegt dabei der Rechtsaufsicht des Regierungspräsidiums und des Innenministeriums. Als Staatsbehörde nimmt das Landratsamt die Aufgaben wahr, die gesetzlich der Zuständigkeit der unteren Verwaltungsbehörde übertragen sind. Das Landratsamt ist Rechtsaufsicht über die kreisangehörigen Gemeinden mit Ausnahmen der Großen Kreisstädte (Bad Mergentheim und Wertheim) und prüft als Widerspruchsbehörde die Rechtmäßigkeit von Entscheidungen dieser Gemeinden.

Der Main-Tauber-Kreis ist Schulträger folgender Beruflichen Schulen: Gewerbliche Schule Bad Mergentheim (u.a. mit Technischem Gymnasium), Kaufmännische Schule Bad Mergentheim (u.a. mit Wirtschaftsgymnasium), Berufliche Schule für Ernährung, Pflege und Erziehung (EPE) Bad Mergentheim (u.a. mit Ernährungswissenschaftlichem Gymnasium), Gewerbliche Schule Tauberbischofsheim (u.a. mit Technischem Gymnasium), Kaufmännische Schule Tauberbischofsheim (u.a. mit Wirtschaftsgymnasium) und Berufsliches Schulzentrum Wertheim (u.a. mit Technischem Gymnasium, Wirtschaftsgymnasium und Biotechnisches Gymnasium), ferner folgender Sonderschulen: Schule im Taubertal – Schule für Geistigbehinderte mit Schulkindergarten Lauda-Königshofen (Unterbalbach) sowie Außenstelle in Wertheim, Schule für Sprachbehinderte Boxberg und Schulkindergarten für Geistig- und Körperbehinderte Wertheim (Waldenhausen).

Die „Krankenhaus und Heime Main-Tauber GmbH" (KHMT) besteht aus dem Krankenhaus Tauberbischofsheim, dem benachbarten Seniorenzentrum Haus Heimberg mit Wohnanlage und Pflegebereichen sowie dem Seniorenzentrum Gerlachsheim. Zum 1. Januar 2012 wurde die Gesundheitsholding Tauberfranken gGmbH als gemeinsames gesellschaftsrechtliches und organisatorisches Dach der Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim gGmbH (CKBM) und der KHMT gegründet. Die Holding wird von den drei Gesellschaftern Barmherzige Brüder Trier mit 51 Prozent, dem Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart mit 29 Prozent und dem Main-Tauber-Kreis mit 20 Prozent gebildet. Sowohl die CKBM als auch die KHMT bleiben als selbständige Gesellschaften bestehen. Gesellschafter der KHMT werden zukünftig jedoch die Gesundheitsholding Tauberfranken mit 94,9 Prozent und der Main-Tauber-Kreis mit 5,1 Prozent. Gleiches gilt für die CKBM. Hier wird ebenfalls die Gesundheitsholding Tauberfranken Gesellschafter mit 94,9 Prozent, die Altgesellschafter halten noch 5,1 Prozent.

1986 erwarb der Main-Tauber-Kreis das ehemalige Kloster Bronnbach, um den weiteren Verfall der wertvollen Bausubstanz zu verhindern. Inzwischen hat sich dort u. a. ein Kulturzentrum etabliert.

Kloster Bronnbach[Bearbeiten]

Das ehemalige Zisterzienserabtei Kloster Bronnbach ist seit 1986 im Eigentum des Main-Tauber-Kreises und befindet sich idyllisch gelegen am unteren Tauberlauf, nahe der Großen Kreisstadt Wertheim. Der Main-Tauber-Kreis hat die Liegenschaft zu einem geistig-wissenschaftlich-kulturellen Zentrum fortentwickelt. Heute leisten vier Patres der Missionare von der Heiligen Familie geistliche Arbeit. Wissenschaftliche Einrichtungen wie das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung sowie Prozess- und Messtechnik, der Archivverbund Main-Tauber oder das Museum für ländliches Kulturgut sind Anlaufstellen für die Wirtschaft bzw. geschichtlich interessierte Personen. Zahlreiche Kulturveranstaltungen werden unter dem Namen "Bronnbacher Kulturen" angeboten und im Gästehaus Bursariat sowie in der Orangerie stehen moderne Tagungsräume sowie Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung. Neuester Mosaikstein ist die "Bronnbacher Akademie", die zu interessanten Vorträgen und Bildungsangeboten zu den Themenfeldern Geschichte, Musik, Weinan- und ausbau, Kunst und Wirtschaft einlädt. Ein besonderes Schmankerl ist die im Prälatenbau geschaffene "Vinothek Taubertal". Im dortigen historischen Gewölbekeller präsentieren sich 20 Weinbaubetriebe aus dem gesamten Taubertal und stellen ihre besten Erzeugnisse vor. Seit 1. Januar 2007 hat der Main-Tauber-Kreis seine Bronnbacher Aktivitäten in dem Eigenbetrieb "Kloster Bronnbach" zusammengefasst.

Energieagentur[Bearbeiten]

Die Energieagentur wurde im Dezember 2008 als Unternehmen des Main-Tauber-Kreises in der Rechtsform der GmbH gegründet. Alleiniger Gesellschafter ist der Main-Tauber-Kreis. Die Agentur ergänzt und fördert das Aufgabenspektrum des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis auf den Gebieten Klima- und Umweltschutz, Wirtschaftsförderung, Landwirtschaft sowie Abfallverwertung. Hauptthemen diesbezüglich sind die Energieeinsparung, die Energieeffizienz und die verstärkte Nutzung Erneuerbarer Energien. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Beratung, Information und Wissensvermittlung.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Ahorn Assamstadt Bad Mergentheim Boxberg Creglingen Freudenberg Großrinderfeld Grünsfeld Igersheim Igersheim Königheim Külsheim Lauda-Königshofen Niederstetten Tauberbischofsheim Weikersheim Werbach Wertheim WittighausenKarte Main-Tauber-Kreis.png
Über dieses Bild

Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaften

  1. Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Bad Mergentheim mit den Gemeinden Assamstadt und Igersheim
  2. Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Boxberg mit der Gemeinde Ahorn
  3. Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Grünsfeld mit der Gemeinde Wittighausen
  4. Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Tauberbischofsheim mit den Gemeinden Großrinderfeld, Königheim und Werbach
Städte im Main-Tauber-Kreis
Stadt Wappen Fläche
km²
Einwohner
31. Dezember 2011
EW-Dichte
EW je km²
Höhe
über NN
Bad Mergentheim Wappen Bad Mergentheim.png 000000000000129.9700000000129,97 000000000022287.000000000022.287 000000000000171.0000000000171 000000000000206.0000000000206
Boxberg Wappen Boxberg (Baden).svg 000000000000101.8100000000101,81 000000000006612.00000000006.612 000000000000065.000000000065 000000000000269.0000000000269
Creglingen Wappen Creglingen.png 000000000000117.2200000000117,22 000000000004640.00000000004.640 000000000000040.000000000040 000000000000278.0000000000278
Freudenberg Wappen Freudenberg Baden.png 000000000000034.780000000034,78 000000000003796.00000000003.796 000000000000109.0000000000109 000000000000133.0000000000133
Grünsfeld Wappen Gruensfeld.png 000000000000044.720000000044,72 000000000003639.00000000003.639 000000000000081.000000000081 000000000000210.0000000000210
Külsheim Wappen Kuelsheim.png 000000000000081.460000000081,46 000000000005231.00000000005.231 000000000000064.000000000064 000000000000327.0000000000327
Lauda-Königshofen Wappen Lauda-Koenigshofen.png 000000000000094.470000000094,47 000000000014433.000000000014.433 000000000000153.0000000000153 000000000000198.0000000000198
Niederstetten Wappen Niederstetten.png 000000000000104.0600000000104,06 000000000004868.00000000004.868 000000000000047.000000000047 000000000000306.0000000000306
Tauberbischofsheim Wappen Tauberbischofsheim 2.png 000000000000069.310000000069,31 000000000012666.000000000012.666 000000000000183.0000000000183 000000000000183.0000000000183
Weikersheim Wappen Weikersheim.png 000000000000080.940000000080,94 000000000007292.00000000007.292 000000000000090.000000000090 000000000000230.0000000000230
Wertheim Wappen Wertheim.svg 000000000000138.6300000000138,63 000000000022473.000000000022.473 000000000000162.0000000000162 000000000000145.0000000000145
Gemeinden im Main-Tauber-Kreis
Gemeinde Wappen Fläche
km²
Einwohner
31. Dezember 2011
EW-Dichte
EW je km²
Höhe
über NN
Ahorn Wappen Ahorn Baden.svg 000000000000053.960000000053,96 000000000002173.00000000002.173 000000000000040.000000000040 000000000000360.0000000000360
Assamstadt Wappen Assamstadt.svg 000000000000017.200000000017,20 000000000002155.00000000002.155 000000000000125.0000000000125 000000000000340.0000000000340
Großrinderfeld Wappen Grossrinderfeld.png 000000000000056.280000000056,28 000000000003984.00000000003.984 000000000000071.000000000071 000000000000311.0000000000311
Igersheim Wappen Igersheim.png 000000000000042.840000000042,84 000000000005556.00000000005.556 000000000000130.0000000000130 000000000000212.0000000000212
Königheim Wappen Koenigheim.svg 000000000000061.230000000061,23 000000000003072.00000000003.072 000000000000050.000000000050 000000000000223.0000000000223
Werbach Wappen Werbach.png 000000000000043.180000000043,18 000000000003335.00000000003.335 000000000000077.000000000077 000000000000187.0000000000187
Wittighausen Wappen Wittighausen.png 000000000000032.360000000032,36 000000000001630.00000000001.630 000000000000050.000000000050 000000000000245.0000000000245

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1973 wurde dem Tauberkreis (jetzt Main-Tauber-Kreis) das seit dem 1. Juli 1956 für den Landkreis Tauberbischofsheim gültige Unterscheidungszeichen TBB zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben. Seit dem 7. Januar 2014 ist auch das Unterscheidungszeichen MGH erhältlich.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. IHK Heilbronn-Franken Zahlenspiegel, September 2012: „Sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer am 30. Juni 2011 nach Wirtschaftszweigen“
  3. statistik.arbeitsagentur.de (Aufgerufen am 22. Oktober 2012)
  4. Statistik für Kreise, Main-Tauber-Kreis 2011, Branchenstruktur S.14

Literatur[Bearbeiten]

  • Das Land Baden-Württemberg – Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden (in acht Bänden); Hrsg. von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg; Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart – Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1
  • Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Stuttgart. Hrsg. von Reinhard Wolf. Jan Thorbecke Verlag, Stuttgart 2002. ISBN 3-7995-5173-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Main-Tauber-Kreis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien