Mainburg

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Dieser Artikel behandelt die bayerische Stadt Mainburg, zur gleichnamigen niederösterreichischen Katastralgemeinde siehe Mainburg (Gemeinde Hofstetten-Grünau).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Mainburg
Mainburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Mainburg hervorgehoben
48.64194444444411.783611111111422Koordinaten: 48° 39′ N, 11° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Kelheim
Höhe: 422 m ü. NHN
Fläche: 61,65 km²
Einwohner: 14.215 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 231 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 84042–84048
Vorwahl: 08751
Kfz-Kennzeichen: KEH, MAI, PAR, RID, ROL
Gemeindeschlüssel: 09 2 73 147
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1-4
84048 Mainburg
Webpräsenz: www.mainburg.de
Bürgermeister: Josef Reiser (Stadt-Land-Union)
Lage der Stadt Mainburg im Landkreis Kelheim
Altmühl Altmühl Donau Main-Donau-Kanal Naab Regen (Fluss) Landkreis Eichstätt Landkreis Freising Landkreis Landshut Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Regensburg Landkreis Regensburg Landkreis Straubing-Bogen Gemeindefreies Gebiet Hacklberg Painten Painten Hienheimer Forst Frauenforst Neustadt an der Donau Dürnbucher Forst Abensberg Aiglsbach Attenhofen Bad Abbach Biburg (Niederbayern) Elsendorf Essing Hausen (Niederbayern) Herrngiersdorf Ihrlerstein Kelheim Kelheim Kirchdorf (Hallertau) Langquaid Mainburg Neustadt an der Donau Neustadt an der Donau Painten Painten Riedenburg Rohr in Niederbayern Saal an der Donau Siegenburg Teugn Train (Niederbayern) Volkenschwand WildenbergKarte
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Mainburg ist eine Stadt im niederbayerischen Landkreis Kelheim.

Die Herkunft des Namens konnte bisher nicht eindeutig geklärt werden. Philipp Apian leitete den Namen von Marrenberg (Kastanien-Berg) ab, Michael Wening von Maien (Birken) – für die erste Deutung spricht das Wappen mit dem Baum (nachzuweisen seit 1374).

Der Name Mainburg könnte aber auch vom Grafen Mainhard von Rotteneck, dem Erbauer der Burg, abgeleitet sein.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Abens bei Mainburg

Die Stadt liegt am Flüsschen Abens in der Hallertau, dem größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt, zwischen Freising und Regensburg sowie zwischen Landshut und Ingolstadt.

Ortsgliederung[Bearbeiten]

Es gibt die Ortsteile Aignerhof, Aufhausen, Auhof, Axenhofen, Bachmühle, Beslmühle, Brandmühle, Dirschengrub, Ebrantshausen, Frauenberg, Götzenberg, Grabmühle, Gschwellberg, Gschwellhof, Gumpertshofen, Haid, Holzmannshausen, Kleingundertshausen, Köglmühle, Leitenbach, Leuchtenburg, Lindkirchen, Marzill, Massenhausen, Meilenhausen, Meilenhofen, Mittermühle, Neumühle, Oberempfenbach, Obermühle, Öchslhof, Petermühle, Pettenhof, Plankmühle, Puttenhausen, Ried, Rohnstorf, Rothmühle, Sandelzhausen, Seemühle, Steinbach, Straßhof, Streichmühle, Unterempfenbach, Unterwangenbach, Wambach, Weihmühle und Wolfertshausen.

Geologie[Bearbeiten]

Bei Mainburg finden sich umfangreiche Bentonit-Vorkommen. Die Bildung des Bentonits steht im direkten Zusammenhang mit dem Ries-Ereignis.[2][3]

Geschichte[Bearbeiten]

Stadtansicht vom Salvatorberg

Die Stadt Mainburg in ihrer heutigen Form entwickelte sich aus drei Siedlungskernen, nämlich Schleißbach, Mainburg und Schlüsselhausen.[4] Schleißbach, bereits 825 als „Slegelpach“ zum ersten Mal urkundlich erwähnt, an der Anhöhe des westlichen Abenstales gelegen, war eine eigenständige Pfarrei mit einer dem Heiligen Laurentius geweihten Kirche und befand sich in grundherrlicher Abhängigkeit zum Hochstift Freising.[4] 1272 gelangte Schleißbach durch Tausch in den Besitz des Wittelsbacher Herzogs Ludwig II.; kurz darauf wurde es in das Bistum Regensburg eingegliedert.[4] Der zweite Siedlungskern entstand um 1220, als Graf Meinhard von Rotteneck gegenüber auf dem so genannten Hofberg, an der östlichen Anhöhe des Abenstals gelegen, die Feste Mainburg errichtete.[4] Der letzte Herr von Rotteneck, der Regensburger Bischof Heinrich II. von Rotteneck, veräußerte am 21. August 1279 die Burg Rotteneck mit allen Besitzungen, darunter auch die Feste Mainburg, an Herzog Ludwig II. zu Gunsten seiner Domkirche.[5][4] In Schlüsselhausen, dem in der Flussniederung gelegenen dritten Siedlungskern, ist eine dem Herzog urbare Mühle urkundlich erwähnt.[4] Die einheitlichen Besitzverhältnisse zu Gunsten der Wittelsbacher Landesherren dürften den Zusammenschluss der drei Einzelsiedlungen zu einem Gemeinwesen ermöglicht haben.[4]

Der Markt Mainburg im heutigen Bezirk Niederbayern war vor 1800 Pflegamt und gehörte zum Rentamt München des Kurfürstentums Bayern. Mainburg besaß ein Marktgericht mit weitgehenden magistratischen Eigenrechten. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Beim Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Versuch eines Bürgers von Ebrantshausen, mit einer weißen Fahne an der Kirche den US-Truppen den Ort kampflos zu überlassen, dem katholischen Pfarrer Benefiziat Augustin Wagner zum Verhängnis. Er wurde denunziert und am 28. April 1945 von Angehörigen der Waffen-SS erschossen. An der Mordstelle in einem Wald zwischen Holzmannshausen und Meilenhausen wurde zu seinem Gedenken 1955 die Wagner-Kapelle errichtet.[6]

1954 wurde Mainburg zur Stadt erhoben.[7]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Ebrantshausen (bis 1865 Ebertshausen) und Sandelzhausen eingegliedert.[8] Holzmannshausen folgte am 1. Januar 1976. Lindkirchen mit dem am 1. Januar 1972 eingegliederten Meilenhofen, Oberempfenbach und Steinbach kamen am 1. Januar 1978 hinzu.[9]

Politik[Bearbeiten]

Mainburger Rathaus am Marktplatz

Bürgermeister[Bearbeiten]

Josef Reiser von der Stadt Land Union (SLU) löste mit einem Wahlergebnis von über 67 % 2008 Josef Egger (FWG) als 1. Bürgermeister ab, der von 1990 bis 2008 amtiert hatte und nicht mehr kandidierte.

Stadtrat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 2. März 2008 führte zu folgender Sitzverteilung im Stadtrat:[10]

Liste CSU SPD FWM1 Junge Liste SLU2 ÖDP Gesamt
Sitze 8 3 5 3 4 1 24

1 Freie Wähler Mainburg   2 Stadt Land Union

Ebrantshausen und Holzmannshausen sind durch Ortssprecher im Stadtrat vertreten.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Salvatorkirche St. Peter und Paul
Marktplatz mit Stadtpfarrkirche und Rathaus

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Auf dem Salvatorberg über dem Rathaus steht das Kloster Mainburg.

Siehe auch → Liste der Baudenkmäler in Mainburg

Kirchen[Bearbeiten]

  • Katholische Stadtpfarrkirche - Zu Unserer Lieben Frau
  • Katholische Pfarrkirche - St. Laurentius
  • Katholische Klosterkirche - Salvatorkirche St. Peter und Paul
  • Evangelische Erlöserkirche

Theater[Bearbeiten]

LSK-Theater Mainburg bietet Inszenierungen im April und November sowie ein Kindertheater zur Weihnachtszeit und ein Freilichttheater im Juni.

Museum[Bearbeiten]

Hallertauer Heimat- und Hopfenmuseum
  • Hallertauer Heimat- und Hopfenmuseum[11]

Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Hopfenfest: am zweiten Wochenende im Juli (mit Eisenmarkt)
  • Mainburger Gallimarkt: am zweiten Wochenende im Oktober (mit Landwirtschafts-Ausstellung)
  • Christkindlmarkt (zweites Adventwochenende)

Stadtradio[Bearbeiten]

MAIradio ist das von Jugendlichen selbst produzierte Internetradio der Stadt Mainburg unter der Schirmherrschaft des ersten Bürgermeisters Josef Reiser.[12]

Bildung[Bearbeiten]

Gabelsberger-Gymnasium[Bearbeiten]

Mainburg: Gedenktafel für Franz Xaver Gabelsberger

Das Gabelsberger-Gymnasium Mainburg ist ein naturwissenschaftlich-technologisches, sprachliches, wirtschafts- und sozialwissenschaftliches Gymnasium. Mit 1.406 Schülern und rund 95 Lehrern (Stand: 12/2009) ist es zu einer der größten Schulen im Bezirk Niederbayern geworden.

Die Schule wurde nach Franz Xaver Gabelsberger, dem Erfinder der Kurzschrift, benannt.

Realschule[Bearbeiten]

Seit dem Schuljahr 2012/2013 existiert in Mainburg eine Realschule, die mit zwei fünften Klassen startete.

Hallertauer Mittelschule[Bearbeiten]

Die Mittelschule in Mainburg ist die größte Mittelschule im Regierungsbezirk Niederbayern.

Volkshochschule Mainburg[Bearbeiten]

Die Volkshochschule Mainburg bietet Vorträge, Kurse und Seminare sowie:

  • Geförderte Qualifizierungsmaßnahmen: Bildungsgutscheine der Agentur für Arbeit, Förderprogramme der EU / ESF-Lehrgänge, Berufsbildungsprogramme, WeGebAU, Internetbasierte Lehrangebote
  • Projekte für Kinder und Jugendliche Workshops zur beruflichen Orientierungshilfe, Hausaufgaben- und Mittagsbetreuung, Nachhilfe
  • Angeschlossene Bildungseinrichtungen: Business Akademie Hallertau, Gesundheitsakademie Mainburg, KESS Experten

Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Mainburg ist an die Autobahn A 93 München–Regensburg angebunden und über die B 301 mit Abensberg und Freising verbunden. Mit Bussen ist von Mainburg aus Freising zu erreichen. Die Hallertauer Lokalbahn, die Mainburg mit Freising und Wolnzach verband, wurde stillgelegt und z. T. in Fahrradwege umgebaut.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Drei große Hopfenverarbeitungs- und Hopfenhandelsunternehmen haben Niederlassungen in Mainburg. Der Heizanlagenhersteller Wolf und der Spezialschuhhersteller Haix (v. a. Feuerwehrstiefel) haben ihren Sitz in Mainburg. Mainburg zählt mit Druckunternehmen wie Böhm & Partner Druckerei GmbH und Pinsker Druck & Medien GmbH zu den führenden Zentren der graphischen Industrie. Obwohl immerhin fast 70 Kilometer entfernt, ist das BMW Werk in München Arbeitgeber für viele Mainburger, auch aus dem Umland. Bereits seit mehreren Jahrzehnten verkehren ca. 15 Werksbusse nach München.

Vereine[Bearbeiten]

  • TSV 1861 Mainburg e.V. (1861 gegründet, über 2000 Mitglieder), Abteilungen: Leichtathletik, Schwimmen, Handball, Turnen, Volleyball, Tanzen, Basketball, Tennis, Judo, Badminton, Schach, Radsport, Reitsport und Tauchen[13]
  • Alpenverein Sektion Mainburg (1923 gegründet, 950 Mitglieder)
  • Hallertau.Net e.V. wurde 1996 im Rahmen der Bürgernetz-Initiative gegründet (700 Mitglieder). Der Verein bietet Internet per WLAN an.
  • Narrhalla Mainburg (1958 gegründet, 300 Mitglieder)
  • TSC Türkspor Mainburg (1982 gegründet, 156 Mitglieder)
  • TSV Sandelzhausen (1947 gegründet) mit den Abteilungen Sportkegeln, Tennis, Gymnastik und Fußball.
  • Schützengesellschaft Schüsselhausen Mainburg e.V. (1881 gegründet), Gewehr-, Pistolen- und Bogenschießen
  • Schützengesellschaft Concordia Mainburg e.V. (1886 gegründet), Luftgewehr-, Luftpistolen und Kleinkaliberschießen
  • Hallertauer Jugend- und Stadtkapelle (1952 gegründet)
  • TV Meilenhofen wurde 1964 gegründet als Fußballverein, Tennisabteilung und Tanzabteilung („VIVA Girls“)
  • SV Puttenhausen (1967 gegründet), Abteilungen Fußball und Tennis, das Sportheim teilt man sich mit den Bodomar Schützen.
  • Rotary Club Mainburg-Hallertau (1981 gegründet, 45 Mitglieder)
  • Lions-Club (2002 gegründet, 30 Mitglieder), soziale und kulturelle Projekte
  • Erste Motorrad Club Mainburg (gegründet 1986, ca. 150 Mitglieder)
  • Hallertauer Volkstrachtenverein Mainburg (gegründet 1922)
  • FC Mainburg (gegründet 1920)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Hans Bachner (1910–1990),Träger des Bundesverdienstkreuzes, Ehrenbürger
  • Alfons Brandl (1924–2011), Träger des Bundesverdienstkreuzes, Ehrenbürger

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. J. Baier: Zur Herkunft und Bedeutung der Ries-Auswurfprodukte für den Impakt-Mechanismus. Jber. Mitt. oberrhein. geol. Ver., N. F. 91, S. 9–29, 2009.
  3. J. Baier: Die Auswurfprodukte des Ries-Impakts, Deutschland. Documenta Naturae, Vol. 162, München 2007, ISBN 978-3-86544-162-1
  4. a b c d e f g Hubert Freilinger: Historischer Atlas von Bayern, Heft 46. Hrsg. Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1977, S. 272 ff.
  5. Adam Rottler: Abensberg im Wandel der Zeiten. Eigenverlag, Abensberg 1972, S. 50
  6. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 162
  7. mainburg.de: Leben in Mainburg
  8.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 516.
  9.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 610 und 611.
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDas Wahlergebnis. Abgerufen am April 2008.
  11. Hallertauer Heimat- und Hopfenmuseum
  12. MAIradio – Stadtradio von und für Jugendliche
  13. TSV 1861 Mainburg e.V.
  14. Johann Georg Scharf

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mainburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien