Mainlinie (Politik)

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Deutschland von 1866 bis 1871. Die rote Linie bezeichnet die Südgrenze des Norddeutschen Bundes.

Im historisch-politischen Sinne wird unter Mainlinie die Abgrenzung der Einflusssphären der beiden deutschen Großmächte Österreich und Preußen innerhalb des Deutschen Bundes im 19. Jahrhundert bezeichnet. Der Sitz des Deutschen Bundes, Frankfurt am Main, lag auf dieser Linie.

Später wurde die Mainlinie Südgrenze des Norddeutschen Bundes. Als solche verlief die Mainlinie nicht exakt entlang des Mains, sondern von Ost nach West zunächst entlang der Nordgrenze des Königreichs Bayern, dann entlang des Mains bis zu dessen Mündung bei Mainz und schließlich entlang der Westgrenzen des Großherzogtums Hessen und der bayerischen Pfalz bis zur französischen Grenze. Damit lag das Großherzogtum Hessen beiderseits der Linie. Auch die seit 1866 zu Preußen gehörende Stadt Frankfurt am Main lag ebenfalls auf beiden Seiten des Mains, jedoch gehörte die gesamte Stadt zum Norddeutschen Bund.

Die historisch-politische Mainlinie wird noch heute häufig als Nordgrenze Süddeutschlands angesehen. Alternativ dazu werden auch die linguistische Mainlinie oder der (allerdings nicht eindeutig definierte) so genannte Weißwurstäquator angeführt.