Mainstream

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Der Mainstream (englisch für Hauptstrom) bzw. Massengeschmack spiegelt den kulturellen Geschmack einer großen Mehrheit wider, im Gegensatz zu Subkulturen oder dem ästhetischen Underground. Der Mainstream ist eine Folge einer Kulturdominanz.[1]

Mainstream economics[Bearbeiten]

„Mainstream economics“ ist ein Begriff für eine ökonomische Hypothese, welche für einen bestimmten Zeitraum die allgemein akzeptierte Grundlage für Analysen der wirtschaftlichen Geschehnisse und die herrschende Lehre bildet. Der Definition zufolge ist dieser „Mainstream“ nicht allgemein gültig, sondern nur bis zu deren Widerlegung oder bis zur Akzeptanz einer anderen Theorie mit ganzheitlicher „Gültigkeit“.

Medialer Mainstream[Bearbeiten]

Medialer Mainstream baut auf dem System der Massenmedien auf. Allgemein kann er den gedruckten Publikationen, Zeitungen und Magazinen attribuiert werden, welche die höchsten Leserzahlen aufweisen. Für Radio- und TV-Programme kommt demgegenüber die höchste Einschaltquote in Betracht. Medialer Mainstream steht dementsprechend im Gegensatz zu unabhängigen, teilweise auch als Indie-Medien bezeichneten Veröffentlichungen. Vor allem das Internet und im Besonderen die Blogosphere treten dem medialen Mainstream mittlerweile entgegen.[2][3]

Mainstream in der Popkultur[Bearbeiten]

Der Begriff Mainstream wird in der Popkultur als Abgrenzung zum Independent und entsprechenden Subkulturen verwendet. Er kann von Kritikern des Mainstreams verwendet werden, die damit auch ihre Abneigung oder Gleichgültigkeit ausdrücken und sich einer Subkultur abseits des Mainstreams zugehörig fühlen, wie etwa „Hipster“. Besonders als Teilwort (Mainstream-Rock, Mainstream-Kino) verwendet, kann es negativ behaftet sein, was allerdings nicht unbedingt der Fall sein muss. Diese Form des Kulturpessimismus sieht besonders im Bereich Musik und Film (Blockbuster), dass sich „der“ Mainstream immer mehr durchsetze, was eventuell Mitursache von sinkenden Umsatzzahlen der Musikindustrie sei. Diese Kritiker beobachten auch, dass Künstler, die jenseits des Mainstreams agieren, weniger Chancen haben, im Radio und Fernsehen präsentiert zu werden.[4]

Weitere Verwendung[Bearbeiten]

Prinzipiell lässt sich der Begriff auf viele weitere Bereiche, insbesondere Gesellschaft, Politik und Einzelwissenschaften, ausweiten. Viele alternativ-reformistisch gesinnte Menschen und die Neuen Sozialen Bewegungen kritisieren vor allem den „gedanklichen Mainstream“. Abwertend kann es auch als Gegenteil des Individualismus verwendet werden.

Die Idee, dass der „gedankliche Mainstream“ zum Positiven hin verändert werden kann, ist Grundlage einer Politik des „Mainstreaming“, und zwar insbesondere in Gestalt des Gender Mainstreamings und des Disability Mainstreamings.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Definition auf dyden.de
  2. doi:10.1111/j.1541-1338.2007.00300.x K. Wallsten: Agenda Setting and the Blogosphere: An Analysis of the Relationship between Mainstream Media and Political Blogs. In: Review of Policy Research. 24, S. 567–587.
  3. Artikel der Zeitung "DIE ZEIT" zum Mainstream
  4. Tanya Lübber: Etablierte und Außenseiter in der Popkultur. Zwischen Mainstream und Independent - eine Studie zur Etablierten- und Außenseiterfiguration im Bereich der Popmusik. GRIN Verlag, München 2003 (e-Book)

Literatur[Bearbeiten]

  • Tom Holert, Mark Terkessidis (Hrg.): Mainstream der Minderheiten. Pop in der Kontrollgesellschaft. Edition ID-Archiv, Berlin/Amsterdam 1996, ISBN 978-3894080594.
  • Fréderic Martel: Mainstream. Wie funktioniert, was allen gefällt. Knaus Verlag, München 2011 (e-Book)