Mainz-Marienborn

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Wappen von Marienborn
Wappen von Mainz
Marienborn
Ortsbezirk von Mainz
Lage von Marienborn in Mainz
Koordinaten 49° 57′ 39″ N, 8° 13′ 46″ O49.9608333333338.2294444444444154Koordinaten: 49° 57′ 39″ N, 8° 13′ 46″ O.
Höhe 154 m ü. NN
Fläche 3,015 km²
Einwohner 4067 (31. Dez. 2012)
Bevölkerungsdichte 1349 Einwohner/km²
Ausländeranteil 16,2 % (31. Dez. 2012)
Eingemeindung 7. Jun. 1969
Postleitzahl 55127
Vorwahl 06131
Adresse der
Verwaltung
Im Borner Grund 38
55127 Mainz
Website www.mainz.de
Politik
Ortsvorsteher Claudius Moseler (ÖDP)
Sitzverteilung (Ortsbeirat)
2
3
4
4


CDU SPD Grüne ÖDP
4 4 2 3
Verkehrsanbindung
Bus MVG Mainz Linie 70, 90, MVG Mainz – ESWE Wiesbaden Gemeinschaftslinie 6

Marienborn ist ein Ortsbezirk der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz.

Nachbarstadtteile und -gemeinden[Bearbeiten]

Folgende Gemeinden bzw. Mainzer Stadtteile grenzen im Uhrzeigersinn an Marienborn:

im Norden Mainz-Bretzenheim, im Osten Mainz-Hechtsheim, im Süden Klein-Winternheim, im Südwesten Ober-Olm und im Westen Mainz-Lerchenberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Nachdem bereits früh eine gut ausgebaute römische Straße nach Gallien nebst römischen Villen existierte, wurden erst im 10. Jahrhundert größere Rodungen getätigt, um Siedlungen anzulegen. Erzbischof Willigis (ca. 940-1011), Erbauer des Doms und der Stephanskirche in Mainz, ließ in Marienborn eine Kapelle errichten, die ab 1317 Ziel von Wallfahrern wurde. Das Gnadenbild der „Trösterin der Betrübten“ stammt aus der Zeit um 1420/30. Frühe überlieferte Namen von Marienborn sind Brunnon, Burne und Born (mhd. „Quelle“). Mitte der 17. Jahrhundert wird zum ersten Mal der Name Mariäborn, 1685 Marienborn genannt.

Ab 1729 wurde die Dorfkirche mit barockem Innern errichtet und am 31. August 1760 durch Weihbischof Christoph Nebel geweiht.

Im 18. und 19. Jahrhundert war Marienborn Bestandteil des Festungswalls rund um Mainz. Der Ort eignete sich dank seiner Lage am Fuße des rheinhessischen Plateaus ausgezeichnet als militärisches Hauptquartier; so auch 1793 bei der Belagerung und Zurückeroberung des von Frankreich besetzten Mainz durch ein preußisches Heer. Herzog Karl August von Weimar, dessen Truppen damals auch bei Marienborn lagen, hatte seinen Staatsminister Johann Wolfgang von Goethe mitgebracht, der vom 27. Mai bis zum 26. Juni hier die Kämpfe um die Stadt beobachtete. Rund dreißig Jahre später schrieb er seine Erlebnisse im Tagebuchstil in der „Belagerung von Mainz“ nieder. Auch der junge Heinrich von Kleist und der preußische General und Kriegstheoretiker Carl von Clausewitz hielten sich in diesem Jahr in Marienborn auf.

Am 7. Juni 1969 wurde Marienborn in die Landeshauptstadt Mainz eingegliedert.[1]

Politik[Bearbeiten]

Ortsbeirat[Bearbeiten]

Ortsbeiratswahl 2014
Wahlbeteiligung: 50,8 %
 %
40
30
20
10
0
35,2 %
28,0 %
21,8 %
15,0 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
+10,6 %p
-10,3 %p
+4,6 %p
+1,6 %p
-6,5 %p

Claudius Moseler (ÖDP) ist seit 2014 Ortsvorsteher von Marienborn.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappenbild zeigt einen Springbrunnen mit aufgesetzter Krone auf blauem Grund.

Vereine[Bearbeiten]

  • Karnevalsverein Die Brunnebutzer 1975 e.V.
  • TuS Marienborn
  • Tennisverein TC Marienborn
  • Musikverein 1966 Mainz-Marienborn
  • Gesangverein 1876 Mainz-Marienborn
  • Freiwillige Feuerwehr Mainz-Marienborn
  • Reisetauben-Zuchtverein Auf zur Heimat
  • Ortsgruppe "Mainz" des Deutschen Schäferhundevereins SV e.V.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Marienborn

Marienborn liegt in unmittelbarer Nähe zum ZDF auf dem benachbarten Lerchenberg und zum Forschungszentrum des Glasherstellers Schott. Im Ort selbst, aber auch im Umfeld – wie beispielsweise um das Chausseehaus – dominieren Einflüsse der landwirtschaftlichen Nutzung. Die Region genießt einen guten Ruf für qualitativ hochwertiges Obst, insbesondere Äpfel, Zwetschgen, Birnen und Kirschen. Regionale Spezialität ist unter anderem ein Kirschwein. Am alten Bahnhofsgelände hat sich ein Logistikbetrieb angesiedelt.

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Mainz-Marienborn

Mit dem Ausbau der Hessischen Ludwigsbahn von Mainz nach Alzey 1871 erhielt Marienborn eine Bahnanbindung.

Marienborn liegt im Schnittpunkt der Autobahnen A 60 (Mainzer Autobahnring) und A 63 (Mainz–Kaiserslautern).

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ortsverwaltung Marienborn (Hrsg.): Marienborn und seine 1000jährige Geschichte. 1995
  • Claus Wolf: Die Mainzer Stadtteile. Emons Verlag, Köln 2004, ISBN 3897053616
  • Franz Dumont (Hrsg.), Ferdinand Scherf, Friedrich Schütz: Mainz – Die Geschichte der Stadt. Zabern, Mainz 1999 (2. Aufl.), ISBN 3-8053-2000-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mainz-Marienborn – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Seite 186 (PDF; 2,6 MB)