Maiolus

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Maiolus (* 910 in Valensole in der Provence [1]; † 11. Mai 994 in Souvigny) war ein Adliger, Priester, Benediktiner und vierzig Jahre lang, von 954 bis 994 der 4. Abt von Cluny, der wesentlich zur Ausbreitung der von Cluny ausgehenden Reformbewegung beitrug. Er war einer der bedeutendsten Äbte von Cluny und wurde sofort nach seinem Tod - als erster Abt von Cluny - als Heiliger verehrt, wobei dessen Kult im Mittelalter sehr verbreitet war. Sein Festtag ist der 11. Mai. [2] Andere Schreibweisen seines Namens sind: Majolus, Mayeul und Maieul.

Herkunft[Bearbeiten]

Maiolus stammt aus einem der ältesten Adelsgeschlechter der Provence in Südfrankreich, den Herren von Apt, die sich später d´Agoult nannten. [3] Als erster bekannter Vertreter der Familie tritt Foucher, der Großvater von Maiolus auf, der im 9. Jahrhundert lebte. Der Vater von Maiolus war Foucher II. Herr von Apt (+ um 915), der am 3. September 909 die Mutter Mayeuls, Raimonde de Narbonne, eine Tochter von Mayeul Vicomte de Narbonne, heiratete. [4] Eine davon etwas abweichende Darstellung der Herkunft von Maiolus finder sich in der Dokumentation von Charles Cawley in „Medieval Lands“ [5]: Demnach wäre die Mutter von Maiolus , Raymonde de Narbonne, eine Tochter von Gautier dem zweiten Vicomte (Vizegrafen) von Narbonne (+ nach 15. Juni 911) und damit nicht Tochter, sondern eine Enkelin von Mayeul I. Vicomte de Narbonne (+ vor 15.Juni.911) und eine Schwester von Mayeul III. Vicomte de Narbonne, der nach dem 24. Oktober 946 verstarb, gewesen.

Abt von Cluny[Bearbeiten]

Statue des Abtes Maiolus von Cluny

Maiolus studierte in Lyon und Macon, war anfangs Weltpriester, trat 943 oder 944 als Mönch in das Kloster Cluny ein und wurde 948 Koadjutor des Abtes Aymardus (Aymard), der erblindet war.

Abt Aymandus resignierte 954 worauf Maiolus seine Nachfolge antrat und das Kloster Cluny vierzig Jahre lang als Abt regierte. Dank seiner Popularität und des von Kloster geförderten Kultes des Totengedenkens erwarb das Kloster unter seiner der Leitung von Maiolus großes Vermögen durch Spenden und Erbschaften sodass es über rund 900 Dörfer, zahlreiche Pfarreien, Renten und Abgaben verfügte. [6] Ab 967 setzt Maiolus die von Abt Odo von Cluny (927 – 942) begonnene Reform fort und führt in vielen Klöstern die Regel der Benediktiner ein, wobei sein Einfluss weit über Frankreich hinausging und sich auch in Deutschland und Italien auswirkte. Zugleich erreichte er, dass Cluny über die angeschlossenen Klöster eine enge Kontrolle ausübte. Als Abt war er das Haupt der Cluniazensischen Reformbewegung und zählt zu den bedeutendsten Äbte von Cluny, die die Abtei zu geistiger und wirtschaftlicher Blüte führten. Unter Maiolus wurde 955 die Erbauung der neuen Klosterkirche Cluny II begonnen, die am 14. Februar 981 vom Erzbischof von Lyon eingeweiht wurde. Dieser Bau war eines der großartigsten Kirchenbauwerke der damaligen Zeit.

Im Juli 972 wurde Maiolus in der Umgebung von Orsières von Sarazenen entführt, die zu dieser Zeit u. a. in Fraxinetum (in Burgund, nahe Fréjus) einen Brückenkopf hatten. Erst nach Zahlung eines hohen Lösegeldes, für das viele Kultobjekte und Teile des Schatzes von Cluny eingeschmolzen werden mussten wurde Maiolus wieder freigelassen. Die Vergeltungsaktion, die Graf Wilhelm I. von Provence danach unternahm, führte 973 zur Schlacht von Tourtour und zur Vertreibung der Sarazenen aus der Provence.

Maiolus bestimmte Odilon de Mercœur zu seinem Nachfolger und starb am 11. Mai 994 im Kloster Saint-Pierre-et-Saint-Paul de Souvigny im Bourbonnais (heute Département Allier) auf der Reise nach Saint-Denis, wohin ihn König Hugo Capet eingeladen hatte, um das dortige Kloster zu reformieren. [7]

Heiliger[Bearbeiten]

Maiolus wurde bereits unmittelbar nach seinem Ableben als erster Abt von Cluny als Heiliger verehrt. Wobei sowohl seine Rolle als Reformer und Befreier der Klöster vom Einfluss der Laien wie der Bischöfe als auch seine (indirekte) Rolle bei der Befreiung der Provence von den Sarazenen eine Rolle spielte.

Dank seiner Persönlichkeit war sein Kult im Mittelalter sehr verbreitet. So begab sich u. a. der König von Frankreich Hugo Capet bereits 996 auf eine Wallfahrt zum Grab des Heiligen nach Souvigny. Im Jahre 998 bestätigte der erste deutsche Papst Gregor V. (996 – 999) – der aus Stainach im Steirischen Ennstal (heute in der Steiermark/Österreich) stammende Bruno von Kärnten - in einer Bulle die Heiligkeit des Abtes Maiolus von Cluny. Auch Robert II. „der Fromme“ König von Frankreich (996 – 1031) pilgerte 1019/20 zum Grab des Heiligen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wiki Artikel in Französisch „Mayeul de Cluny“
  2. Wiki Artikel in Französisch „Mayeul de Cluny“
  3. Wiki Artikel in Französisch „Famille d´Agoult“
  4. Detlev Schwennike, Europäische Stammtafeln Band XIV, Marburg Verlag von J. A. Stargardt 1991, Tafel 9
  5. Charles Cawley in „Medieval Lands“ [1]
  6. Wiki Artikel in Französisch: Mayeul de Cluny
  7. Wiki Artikel in Französisch: Mayeul de Cluny

Literatur[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Aymardus Abt von Cluny
954–994
Odilo