Maislabyrinth

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Luftbild eines Maislabyrinths in Bielefeld
Maislabyrinth von innen
Maislabyrinth in Delingsdorf 2008

Maislabyrinthe sind als Sommervergnügen angelegte (meist von Juli bis Erntedank genutzte) Irrgärten in Maiskulturen.[1]

Auf Flächen von 10.000 bis 45.000 m² ist ein Wegenetz mit bis zu drei Kilometern Länge möglich, für das die Besucher bis zu 1,5 Stunden benötigen. Um einen dichteren Bewuchs (Blickdichte) zu erzielen, wird der Mais meist doppelt (kreuz und quer) ausgesät. Das Labyrinth wird als maßstabsgerechte Skizze von Wegen, Kreuzungen und Sackgassen geplant und durch Ausfräsen bzw. Schneiden nach dem ersten Wachstum der Maispflanzen (etwa 10 bis 20 cm) angelegt. Bei der Gestaltung solcher Feldlabyrinthe können verschiedene Hilfsmittel bis hin zur GPS-Technik und Kulturpflanzen wie Sonnenblumen, Hanf oder Hirse zum Einsatz kommen. Neben abstrakten Mustern werden UFOs, Landkarten, Symbole, Märchenmotive und Ähnliches dargestellt.

Viele dieser Labyrinthe vermitteln den Besuchern mit bebilderten Schautafeln unter anderem Wissenswertes über die Landwirtschaft. Sie werden mit weiteren Attraktionen kombiniert: Barfußpark, Spielplatz, Sandkasten, Kräutergarten, Strohburg, Quiz und Wettbewerbe, Höhlen, Kletterspielplatz, Streichelzoo, Ponyreiten, Picknicknischen oder Live-Konzerte.

Das erste bekannte Maislabyrinth wurde 1993 nach einer Idee des Produzenten Don Frantz als Hilfsprojekt des Lebanon Valley College im US-Bundesstaat Pennsylvania angelegt. Es wurde von dem Irrgarten-Designer Adrian Fisher entworfen und stellte einen Stegosaurus dar. [2][3]

Grusellabyrinthe[Bearbeiten]

In den USA werden seit dem Jahr 2000 Maisfelder als Freiluft-Horrorlabyrinthe verwendet. Dabei werden in einem klassischen Maislabyrinth Szenen aufgebaut, in denen meist professionelle Scareactors („Erschrecker“) versuchen, den Besuchern Angst einzujagen. 2007 wurde im englischen Freizeitpark Alton Towers eines der ersten dieser Maislabyrinthe als Horrorattraktion im Rahmen des Scarefest errichtet. 2010 und 2011 war solch eine Attraktion auch bei den Horror Nights im Europa-Park Rust zu finden.

Ebenfalls 2007 fand die erste Gruselnacht in einem klassischen Maislabyrinth statt. Im Unterschied zu den Horror-Attraktionen wird hier ein bestehendes Labyrinth für einen oder mehrere Abende umgewandelt. Die erste und die heute größte Veranstaltung dieser Art ist MaisMaze im Ditzinger Maislabyrinth bei Stuttgart.[4]

Beispiele[Bearbeiten]

  • Tulley’s Farm, Crawley, West Sussex, jährlich durch Adrian Fisher als Horrorattraktion neu gestaltet.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Maislabyrinth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Umgangssprachlich werden „Labyrinth“ und „Irrgarten“ synonym gebraucht. Bei den Experten aber ist ein Labyrinth immer nur ein Weg, der ohne Abzweigungen und Sackgassen zur Mitte führt. Irrgärten hingegen erlangen ihren Reiz durch Wahlmöglichkeiten.
  2. lvc.edu: Nation’s First Corn Maze Rooted at LVC Lebanon Valley College News, 29. Oktober 2010. Abgerufen am 11. September 2012.
  3. news.google.com: Maze is built in cornfield to benefit flood victims In: Observer-Reporter, 2. August 1993. Abgerufen am 11. September 2012.
  4. Website des Maislabytinths in Ditzingen (abgerufen am 29. Juli 2013)
  5. Guy Cooper, Gordon Taylor 2002, The curious gardener’s six elements of garden design. London, Headline, 40-42