Maitreya

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Maitreya (Begriffsklärung) aufgeführt.
Künstlerische Darstellung Maitreyas aus Gandhara, 2. Jahrhundert
(Nationalmuseum Tokio)
Künstlerische Darstellung Maitreyas aus Mathura, 2. Jahrhundert
(Museum Guimet)
Der „Große Buddha von Leshan“ (pinyin: Dà Fó, China). Eine 71 m hohe, aus dem Felsen gehauene Darstellung des sitzenden Maitreya aus dem 8. Jahrhundert.

Maitreya (Sanskrit, मैत्रेय, Maitreya, Pali: Metteyya, chinesisch 弥勒佛Pinyin Mí Lè Fó, vietnamesisch: Phật Di Lặc, tibetisch: byams pa, japanisch: 弥勒菩薩, Miroku-bosatsu, auch: Kubira nach skr. Kumbhīra, sino-japanische Syn.: 迷諦隸; 梅低梨; 梅怛麗, 彌勒菩薩, 梅怛藥, 梅怛邪; 每怛哩) gilt im Buddhismus als der Buddha der Zukunft und der große kommende Weltlehrer. Der Name ist wahrscheinlich vom Sanskrit-Wort „maitri“ abgeleitet, das mit universale Liebe, Güte, Freundschaft oder Freundlichkeit übersetzt werden kann.

Ankunft[Bearbeiten]

Sein Kommen ist einigen Quellen zufolge für 3.000, 5.000 bzw. 30.000 Jahre nach Buddha Shakyamuni, dem historischen Buddha (Siddhartha Gautama), vorausgesagt. Ein derart „baldiges“ Kommen widerspricht jedoch den diesbezüglichen Aussagen im Suttapitaka des Palikanons. Dort (Digha-Nikaya, Cakkavatti Sutta) heißt es, Metteyya werde erscheinen, wenn die Menschen (wieder) achtzigtausend Jahre alt werden, was sich nicht plötzlich, sondern über viele Zwischenstufen vollziehen soll. Demnach können die Prognosen für die Ankunft des „Lachenden Buddha“ auch als unbestimmte Vorhersagen im Sinne von: „in ferner Zukunft ...“ verstanden werden. Zur Zeit des (4.) „historischen“ Buddha Gautama soll Maitreya als Bodhisattva-Schüler inkarniert gewesen sein.

Kommender 5. Buddha dieses Äons[Bearbeiten]

Maitreya ist der einzige im Suttapitaka des Palikanons des Theravada-Buddhismus erwähnte kommende Buddha. Bekannt ist er auch im Mahayana und hier insbesondere im tibetischen Buddhismus von großer Bedeutung. Dort zählt er zu den sog. Acht großen Bodhisattvas, die auch die Acht großen Söhne Buddhas genannt werden. Im ersten Kloster Tibets Samye ist einer der vier großen Tempel zu Seiten des Haupttempels Maitreya gewidmet. Gemäß Pali-Kanon befindet Maitreya sich derzeit und bis zu seinem Erscheinen auf der Erde im Tushita-Himmel, der vierthöchsten der insgesamt sechs sich innerhalb der Sinnenwelt (kama-loka) befindenden Deva-Welten, in der alle Buddhas vor ihrer letzten Wiedergeburt leben.

Die Darstellungen zeigen Maitreya manchmal stehend, meist aber sitzend. Dabei berühren seine Füße, im Unterschied zu anderen Buddha- oder Bodhisattva-Darstellungen, den Boden, was symbolisieren soll, dass er seinen Platz noch nicht vollständig eingenommen hat. In der linken Hand hält er in vielen Darstellungen ein Wassergefäß.

Ein Großteil der Lehre von Maitreya geht zurück auf Asaṇga [= Āryāsanga, jp.: Mujaku], den Gründer der Vijñāna-vādā-Schule [jap.: Yogacara, „reiner Geist“, „Nur-Geist“] – und seinen jüngeren Halbbruder Vasubandhu – Söhne einer vornehmen Brahmanenfamilie, die im 5. Jahrhundert in Purusharpura, im nordindischen Staat Gandhara (heute Peschawar) geboren wurden.

In China und Japan wird Maitreya auch in der Figur des Budai (jap. Hotei) verehrt.

„Manche Gelehrte nehmen auch an, dass Maitreya ursprünglich mit der iranischen Retter-Gestalt Mithra verbunden ist, und dass seine spätere Wichtigkeit für Buddhisten als zukünftiger Buddha, der im Tushita-Himmel wohnt und der Shakyamuni Buddha nachfolgt, aus dieser Quelle stammt.“[1] Diese Sichtweise widerspricht aber der (nachkanonischen) buddhistischen Überlieferung, wonach Maitreya der fünfte von 1000 Buddhas sein wird, die in diesem Äon erscheinen werden.

Rezeption im Westen[Bearbeiten]

Im Westen hat sich unter anderen Rudolf Steiner mit dem Maitreya-Phänomen beschäftigt, sowie die Turkologin Annemarie von Gabain und der Religionsphilosoph Volker Zotz.

Der Glaube an das Erscheinen eines zukünftigen Weltlehrers ist in verschiedenen Religionen und religiösen Bewegungen vorhanden. Im Westen wurde der Mythos um das Erscheinen eines künftigen Buddhas in Theosophie und Esoterik vielfach aufgenommen und behandelt (historisch: Helena Petrovna Blavatsky, Alice Bailey, gegenwärtig: Benjamin Creme), wobei die diesbezüglichen ursprünglich buddhistischen Lehren teils verworfen und teils im Sinne der jeweiligen Bewegung neu interpretiert wurden.

Literatur[Bearbeiten]

  • E. Abegg: Der Buddha Maitreya. Kommissions-Verlag H. Tschudy, 1946.
  • Alan Sponberg, Helen Hardacre: Maitreya the Future Buddha. Cambridge 1988, ISBN 0-521-34344-5. (Eine religionswissenschaftliche Untersuchung)
  • Alan Sponberg: Maitreya. In: Robert E. Buswell, Jr. (Hrsg.): Macmillan Encyclopedia of Buddhism. Macmillan Reference, 2004, ISBN 0-02-865910-4.
  • Damien Keown: A Dictionary of Buddhism. Oxford University Press, New Delhi 2003, ISBN 0-19-860560-9.
  • Volker Zotz: Maitreya: Kontemplationen über den Buddha der Zukunft. mit einem Geleitwort von Lama Anagarika Govinda. Gauke, Hann Münden 1984, ISBN 3-87998-054-3. (Eine religionswissenschaftliche Untersuchung aus buddhologischer Sicht)
  • Julia Schuricht: Maitreya - Die sieben Lektionen der Liebe. Smaragd Verlag, Woldert 2010, ISBN 978-3-941363-25-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Damien Keown: A Dictionary of Buddhism. New Delhi 2003.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Maitreya – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Cakkavatti Sutta – „Bei den achtzigtausend Jahre dauernden Menschen, ihr Mönche, wird ein Erhabener in der Welt erscheinen, Metteyyo geheißen [...]“