Makroökonomisches Gleichgewicht

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Das Makroökonomische Gleichgewicht ist ein Begriff aus der Volkswirtschaftslehre. Im Modell des einfachen Wirtschaftskreislaufs, das wirtschaftlichen Austausch zwischen den beiden Polen Produzenten (Unternehmungen) und den Konsumenten (Haushalte) abbildet, kann gezeigt werden, dass eine Volkswirtschaft genau dann im Gleichgewicht ist, wenn die Regel

Volkseinkommen = BIP gültig ist.

Formel[Bearbeiten]

Makroökonomische Ungleichgewichte

In diesem Zusammenhang lassen sich nun gesamtwirtschaftliche Probleme und wirtschaftliche Maßnahmen im makroökonomischen Gleichgewicht erläutern.

Makroökonomisches Gleichgewicht : (I-S)+(G-T)+(X-M)=0

I: Private Investitionen
S: Privates Sparen
G: Staatsausgaben
T: Steuern
X: Export
M: Import

Makroökonomisches Ungleichgewicht: (G-T) + (X-M) + I = S

Interpretation[Bearbeiten]

Aus ökonomischer Sicht lassen sich die drei Klammerausdrücke so erklären:

(I-S): Ist die Differenz zwischen privaten Investitionen (Ausgabenüberschuss = Kreditschuld) und privatem Sparen (Einnahmenüberschuss, Geldvermögen, -ersparnis).
(G-T): Ist die Differenz zwischen Staatsausgaben und Staatseinnahmen (Haushaltssaldo).
(X-M): Ist die Differenz zwischen Export und Import (Leistungsbilanzsaldo).

Folgerung[Bearbeiten]

Gleichgewicht: Ausgaben = Einnahmen

Weil aus Kreditvergaben Einnahmen für andere Wirtschaftseinheiten resultieren,[1] können einzelne Wirtschaftseinheiten Geldvermögen, Geldansparung (S) nur dann bilden, wenn sich zuvor eine Komplementärgruppe in gleicher Höhe verschuldete (I => S). Das bedeutet, dass das Ideal des makroökonomischen Gleichgewichts nur erreicht werde, wenn keinerlei Ausgabenverzicht (S) erfolge, also Alle ihre Einnahmen freiwillig und restlos wieder ausgäben.

Stabilitäts- und Wachstumspakt[Bearbeiten]

Der um den sog. Sixpack erweiterte Stabilitäts- und Wachstumspakt der Europäischen Union enthält ein sog. Scoreboard mit Indikatoren, die vor Störungen der makroökonomischen Gleichgewichte warnen sollen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsche Bundesbank: Kreditvergabe und die damit verbundene Geldschöpfung führen deshalb in der Tendenz zu Investitionen ... (PDF, S. 78) Abgerufen am 27. Januar 2013.