Malé International Airport

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Malé International Airport
Malé im Landeanflug.jpg
Kenndaten
ICAO-Code VRMM
IATA-Code MLE
Koordinaten
Basisdaten
Eröffnung 1960/1966, Wiedereröffnung 1981
Betreiber Maldives Airports Company Ltd. (MACL)
Passagiere 2.098.206 [1] (2006)
Luftfracht 44.829 t [1]
Flug-
bewegungen
77.917 [1]
Start- und Lande-Bahn
18/36 3200 m × 45 m Asphalt

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Malé International Airport (IATA-Code: MLE, ICAO-Code: VRMM) ist neben dem Flughafen Gan der einzige Flughafen, der derzeit auf den Malediven international angeflogen wird. Er befindet sich auf der Insel Hulhulé, die über Fährverbindungen mit der nahegelegenen maledivischen Hauptstadt Malé verbunden ist.[2] Nordöstlich davon liegt die zum Großteil künstlich geschaffene Insel Hulhumalé, die mit Hulhulé über einem befahrbaren Damm von rund 1,6 km Länge verbunden ist.

Der Flughafen wird wie alle Flughäfen auf den Malediven von der Maldives Airports Company Ltd. (MACL) betrieben, die dem Ministerium für Verkehr und Kommunikation untersteht.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Landebahn, die auf den Malediven in Betrieb genommen wurde, war eine aus Steckblechen gefertigte Piste. Sie wurde als Feldflugplatz noch in der Zeit des britischen Protektorats in die Mitte der unbewohnten und dicht bewachsenen Insel Hulhulé gebaut und hatte die Abmessungen 23 × 914 Meter (75 × 3000 Fuß). Am 19. Oktober 1960 um 13:55 Uhr landete zum ersten Mal ein Flugzeug - eine Frachtmaschine der neuseeländischen Luftwaffe - auf dem neuen Flugplatz.[2]

Am 27. April 1964 beschloss die Regierung der Malediven die alte Landebahn durch einen neuen verbesserten Flugplatz zu ersetzen. Im Mai 1964 begann die Mobilisierung der Bevölkerung von Malé für den Bau einer asphaltierten Landebahn durch den damaligen Innenminister Vuzaarathul Dhaakhiliyya. So wurde am 1. Mai 1964 von 108 Freiwilligen begonnen, die alten Stahlplatten zu entfernen. Die Bauarbeiten waren von einer Art Wettbewerb der vier Stadtviertel von Malé geprägt, wobei das Viertel „Henveiru“ als erstes den Preis in Höhe von 1000 Rufiyaa gewann.[4]

Die Landebahn war mit Abschluss der Bauarbeiten auf 45 × 2840 m gewachsen und der Flughafen erhielt den offiziellen Namen Hulhule Airport. Der damalige Premierminister Ibrahim Nasir eröffnete den neuen Flughafen am 12. April 1966.[4]

Erweiterung und Wiedereröffnung[Bearbeiten]

Malé International Airport 2010

Der Kuwait Fund for Arab Economic Development beauftragte 1976 eine Studie zum Ausbau des Flughafens. Im selben Jahr wurde dem deutschen Unternehmen Kocks Consult GmbH und der Frankfurt Airports Group (heute Fraport AG) der Auftrag erteilt, den Neubau des Flughafens zu planen. Die Grundlage der Planung war eine Machbarkeitsstudie der International Civil Aviation Organization (ICAO) aus demselben Jahr.[5]

Der Ausbau des Flughafens wurde durch Entwicklungsfonds von Kuwait, Saudi Arabien, Abu Dhabi, der OPEC, der Regierungen von Großbritannien und Australien, die Vereinten Nationen und die ICAO gefördert und finanziert.[6]

Am 29. März 1978 wurde mit der International Airports Authority of India (IAAI) eine erste Vereinbarung zur Erweiterung des Flughafens geschlossen. Die Vereinbarung schloss den Bau der Gebäude und Treibstofftanks mit ein. Die Grundsteinlegung für den Neubau des Abfertigungsgebäudes erfolgte am 29. September 1978 durch den damaligen Staatspräsidenten Ibrahim Nasir.[5]

In einer zweiten Vereinbarung wurde mit dem deutschen Unternehmen Standard Elektrik Lorenz (SEL, heute Alcatel-Lucent Deutschland AG) am 30. September 1978 ein Vertrag über die Lieferung und Installation der Telekommunikations- und Navigationsausrüstung des Flughafens geschlossen.[5]

Der Flughafen wurde am 11. November 1981, nach umfangreichen Erweiterungen, durch den damaligen Staatspräsidenten Maumoon Abdul Gayoom wiedereröffnet. Mit der Wiedereröffnung wurde der Name offiziell von Hulhule Airport in Malé International Airport geändert und erstmals ein Tower in Betrieb genommen.[5] Die Start- und Landebahn ist nun mit 3200 m fast genauso lang wie die Insel selbst. Seitdem können auch große Maschinen etwa aus Europa hier landen, die vorher einen „Umweg“ über Colombo (Sri Lanka) machen mussten. Das erste Flugzeug, das offiziell auf der neuen Landebahn landete war eine DC-10. Es war ein Charterflug der Condor, der direkt aus Deutschland kam.[6]

Am 7. September 1994 erfolgte die Grundsteinlegung für das neue Passagierterminal. Mit Errichtung des neuen Terminals wurde die Abfertigungskapazität von 350 auf 1000 Passagiere pro Stunde gesteigert. Die Eröffnung erfolgte am 12. Mai 1996.[5]

Maldives Airports Company Ltd., vorher als Maldives Airports Authority geführt, pachtete für 50 Jahre die Insel Hulhulé und die sie umgebende Lagune zum Ausbau und Betrieb des Flughafens. Der Pachtvertrag wurde am 14. August 2000 von Finanzminister Mohamed Jaleel und Mohamed Ibrahim, dem Geschäftsführer der MACL, unterzeichnet.[5]

Durch Aufschüttung von Sand und Verfüllung wurde im Jahr 2000 Land geschaffen, um das Hulhulé Island Hotel zu erbauen. Das Hotel ist ein Joint Venture der MACL und Maldives In-flight Catering. Das Hotel mit 88 Zimmern wurde am 14. August 2000 eröffnet. In den Jahren 2000 und 2001 wurde für die Betreiber der Wasserflugzeugflotten ein neuer Bereich auf der Ostseite von Hulhulé geschaffen. In unmittelbarer Nähe der Wasserflugzeugbasen entstand später auch der neue Tower des Flughafens.

Am 21. Dezember 2006 wurde das neue Terminal für Inlandsverbindungen, hauptsächlich nach Gan, aber auch nach Hanimaadhoo, Kaadedhdhoo und Kadhdhoo, eröffnet. Die Inlandsflüge werden hauptsächlich von Maldivian durchgeführt.

Mohamed Amir ist heute Geschäftsführer der MACL.[3] Der Flughafen ist gemäß ISO 9001 zertifiziert.[7]

Fluggesellschaften und Ziele[Bearbeiten]

Aus deutschsprachigen Ländern gibt es 2013 folgende Direktverbindungen: Condor von Frankfurt, Edelweiss Air ab Zürich sowie Austrian Airlines aus Wien.

Seit der Kooperation von Air Berlin und Etihad bietet Air Berlin keine Direktflüge nach Malé mehr an, sondern nur noch Umsteigeverbindungen (Codeshares) über Abu Dhabi.

Von fast allen deutschen Flughäfen existieren sinnvolle alternative Varianten mit einmaligem Umsteigen in Colombo (Etihad, SriLankan), Muscat (Oman Air), Doha (Qatar Airways), Dubai (Emirates), Istanbul-Atatürk (Turkish Airlines) oder Moskau-Scheremetjewo (Aeroflot).

Sonstiges[Bearbeiten]

Die Touristen, die auf Hulhulé landen, erreichen die anderen Inseln entweder mit dem Boot oder mit einem Wasserflugzeug der Maldivian Air Taxi oder Trans Maldivian Airways.

An der Westseite der Flugplatzinsel, auf Höhe des südlichen ersten Viertels der Start- und Landebahn, liegt das Schiffswrack der Maldive Victory. Sie liegt aufrecht, mit dem Bug nach Norden, parallel zum Riff in 35 m Tiefe auf Sandgrund.

Auf der benachbarten Insel Hulhumalé befinden sich einige Versorgungseinrichtungen für den Flughafen.

Weiterentwicklung des Flughafens[Bearbeiten]

Zwischen den Inseln Hulhulé mit dem Malé International Airport und Hulhumalé ist eine Erweiterung der Fläche des Flughafens durch Landgewinnung in Planung. Dabei würde die „Flughafeninsel“ um 305 Hektar vergrößert werden.[8] Mit der Vergrößerung der Flughafeninsel müssten allerdings die Terminals der Wasserflugzeuggesellschaften versetzt werden.

Bildergalerie[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c ACI (Airports Council International) (engl.)
  2. a b Geschichte von Hulhulé auf der Webseite des Male International Airport (engl., abgerufen am 31. Dezember 2008)
  3. a b Webseite des Male International Airport mit Daten (engl., abgerufen am 31. Dezember 2008)
  4. a b Geschichte zum Ausbau auf der Webseite des Male International Airport (engl., abgerufen am 31. Dezember 2008)
  5. a b c d e f Chronologie des Flughafens auf der Webseite des Male International Airport (engl., abgerufen am 31. Dezember 2008)
  6. a b Geschichte von MLE auf der Webseite des Male International Airport (engl., abgerufen am 31. Dezember 2008)
  7. Saarcpublications mit Informationen zum MLE (engl., abgerufen am 25. Februar 2009)
  8. Landkarte mit Ausbauplänen auf Hulhumale.com (engl., abgerufen am 18. Januar 2009)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Malé International Airport – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien