Malankara Orthodox-Syrische Kirche

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Cheria Pally (Neue Kirche) in Kottayam, Kerala (1579)

Die Malankara Orthodox-Syrische Kirche (Indische Orthodoxe Kirche) ist eine altorientalische Kirche in Südindien mit ungefähr 2,5 Millionen Mitgliedern. Sie ist den Thomaschristen zuzurechnen, hat jedoch abweichend vom Ursprung die westsyrische Liturgie übernommen.

Sie führt ihre Geschichte und Autorität auf den Apostel Thomas und eine ununterbrochene Nachfolge („Apostolische Sukzession“) zurück. Heutiges Kirchenoberhaupt ist Katholikos Baselios Marthoma Paulose II. (* 1946) Die Kirche wird auch als Indische Orthodoxe Kirche bezeichnet und ist zu unterscheiden von der Malankara Syrisch-Orthodoxen Kirche, sowie der Syro-Malankara Katholische Kirche.

Die indischen Christen waren im Zeitalter des Kolonialismus das Ziel verschiedener Versuche, sie westlichen Kirchen anzugliedern. Die Bemühungen der römisch-katholischen Kirche zur Zeit der portugiesischen Dominanz führte zur Bildung einer mit Rom unierten Kirche, der Syro-malabarischen Kirche. Unter der englischen Kolonialherrschaft gab es ähnliche Bestrebungen von Seiten der Anglikaner.

Geschichte[Bearbeiten]

Der größere Teil der Thomaschristen näherte sich ab dem 17. Jahrhundert der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien an und stand in der Folge unter einem eigenen „Metropoliten von Malankara“, der für seine Ordination aber weitgehend von der Mutterkirche abhängig war. Während der britischen Kolonialherrschaft spaltete sich 1888 die mit der Church of England unierte Mar-Thoma-Kirche ab. 1912 wurde die Bedeutung Indiens innerhalb des syrisch-orthodoxen Christentums aufgewertet, als das Amt des Maphrians, des „Katholikos des Ostens“, und zweithöchsten Würdenträgers der syrisch-orthodoxen Kirche, der im Mittelalter in der irakischen Stadt Takrit residierte, in Malankara neu errichtet wurde, allerdings durch einen vom Patriarchat getrennten Zweig der Kirche. 1932 spaltete sich von dieser Kirche die mit Rom unierte Syro-Malankarische Kirche ab. Der nach Unabhängigkeit strebende Zweig der syrisch-orthodoxen Kirche Indiens errichtete 1934 die „Malankara Orthodox-Syrische Kirche“, jedoch wurde das Schisma 1964 vorübergehend beendet und eine gemeinsame Hierarchie unter dem „Katholikos des Ostens“ eingerichtet. Unter Katholikos Basilios Augen I. (1965–1975) lebten die Spannungen jedoch wieder auf, als der Katholikos den Titel „Nachfolger auf dem Thron des Apostels Thomas“ annahm. Der Konflikt verstärkte sich, als der syrisch-orthodoxe Patriarch 1972 einen für die Inder nicht akzeptablen Patriarchatsassistenten entsandte. Als der Patriarch 1975 Katholikos Basilios Augen I. exkommunizierte und seinerseits Paulose Mar Philoxenis als Baselios Paulose II. (1975–1996) zum Maphrian (Katholikos) weihte, wurde der Bruch vollzogen. Die Anhänger des 1975 zurückgetretenen Basilios Augens wählten Mor Basilios Marthoma Mathews I. (1975–1991; † 1996) zum Katholikos und errichteten die autokephale Malankara Orthodox-Syrische Kirche, während der Rest als autonome Malankara Syrisch-Orthodoxe Kirche unter der Oberhoheit des Patriarchats verblieb, das in Indien durch einen „Katholikos von Indien“ vertreten wird.

Der jetzige Katholikos wurde 2005 gewählt und gehört der ersten Generation des erneuten Schismas an.

Gliederung[Bearbeiten]

Die Kirche unterhält 19 Diözesen in Indien, überwiegend in Kerala, eine Diözese in den USA und eine für Kanada und Europa. Die Bischofssynode steht unter dem Vorsitz des Katholikos, Stellvertreter sind der designierte Nachfolger und ein weiterer Metropolit.

Literatur[Bearbeiten]

Katholikoi[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]