Malappuram (Distrikt)

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Distrikt Malappuram
മലപ്പുറം ജില്ല
Lagekarte des Distrikts
Bundesstaat Kerala
Verwaltungssitz: Malappuram
Fläche: 3.550 km²
Einwohner: 4.110.956 (2001)
Bevölkerungsdichte: 1.158 Ew./km²
Website: malappuram.gov.in

Der Distrikt Malappuram (Malayalam: മലപ്പുറം ജില്ല‍) ist ein Distrikt im südindischen Bundesstaat Kerala. Verwaltungssitz ist die namensgebende Stadt Malappuram. Malappuram ist der einwohnerstärkste Distrikt Keralas und der einzige mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit.

Geografie[Bearbeiten]

Am Kadalundi-Fluss

Der Distrikt Malappuram liegt in der nördlichen Hälfte Keralas und grenzt im Westen an das Arabische Meer, im Süden an den Distrikt Thrissur, im Südosten an den Distrikt Palakkad, im Nordosten an den Nachbarbundesstaat Tamil Nadu (Distrikt Nilgiris) sowie den Distrikt Wayanad und im Norden an den Distrikt Kozhikode.

Das Distriktgebiet hat eine Fläche von 3.550 Quadratkilometern[1] und erstreckt sich von der Malabarküste im Westen bis zu den Nilgiribergen im Osten, einem Teil der Westghats, welche die natürliche Grenze zwischen Kerala und Tamil Nadu bilden. Die Berge im Distriktgebiet erreichen Höhen von bis zu 2.340 Metern. Durch das Distriktgebiet fließen drei große Flüsse. Von Norden nach Süden sind dies der Chaliyar im Norden, der Kadalundi und der Bharathapuzha.

Der Distrikt Malappuram ist in die sechs Taluks Nilambur, Ernad, Tirurangadi, Perinthalmanna, Tirur und Ponnani unterteilt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gegend von Malappuram kam 1792 nach Ende des Dritten Mysore-Krieges unter britische Herrschaft. Die Briten gliederten das Gebiet als Teil des Distrikts Malabar in die Präsidentschaft Madras ein. Während der britischen Kolonialzeit kam es wiederholt zu Aufruhr seitens der muslimischen Bevölkerung gegen die Kolonialmacht, die im Moplah-Aufstand von 1921 kulminierte. Nach der indischen Unabhängigkeit kam Malappuram 1956 zum Bundesstaat Kerala, der nach den Sprachgrenzen des Malayalam aus dem Distrikt Malabar und der Föderation Travancore-Cochin entstanden war. Als eigenständiger Distrikt besteht Malappuram seit 1969. Er wurde aus Teilen der Distrikte Kozhikode und Palakkad gebildet, die ihrerseits durch Teilung des alten Distrikts Malabar entstanden waren.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Nach der Volkszählung 2011 hat der Distrikt Malappuram 4.110.956 Einwohner. Damit ist er der einwohnerstärkste Distrikt Keralas. Die Bevölkerungsdichte liegt mit 1.158 Einwohnern pro Quadratkilometer noch über dem ohnehin schon hohen Mittelwert des Bundesstaates. Das Bevölkerungswachstum ist das höchste aller Distrikte Keralas: Im Vergleich zur letzten Volkszählung 2001 ist die Einwohnerzahl um 13,4 Prozent angestiegen, während die Einwohnerzahl ganz Keralas im Vergleichszeitraum nur um 4,9 Prozent wuchs. 44,2 Prozent der Einwohner des Distrikts Malappuram leben in Städten. Der Urbanisierungsgrad entspricht damit dem Mittelwert des Bundesstaates (47,2 Prozent). Auch Alphabetisierungsquote liegt mit 93,6 Prozent nah am Durchschnitt Keralas (93,9 Prozent).[2]

Der Distrikt Malappuram ist der einzige Distrikt Keralas und ganz Südindiens mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit: Nach der Volkszählung 2001 bekennen sich 68,5 Prozent der Einwohner zum Islam. Die restliche Bevölkerung besteht größtenteils aus Hindus (29,2 Prozent). Christen stellen anders als in vielen Teilen Keralas mit 2,2 Prozent nur eine unbedeutende Minderheit dar.[3]

Städte[Bearbeiten]

Stadt Einwohner
(2001)[4]
Malappuram 58.490
Manjeri 83.704
Perinthalmanna 44.613
Ponnani 87.356
Tirur 53.650

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Census of India 2011: Provisional Population Totals India, Kerala State and Districts. (PDF; 37 kB)
  2. Census of India 2011: Provisional Population Totals : India, Kerala State and Districts (PDF; 37 kB) und Rural and Urban Distribution (India, Kerala, Districts) (PDF; 428 kB).
  3. Census of India 2001: Basic Data Sheet: District Malappuram (05), Kerala (32). (PDF; 55 kB)
  4. Census of India 2001: Population, population in the age group 0-6 and literates by sex - Cities/Towns (in alphabetic order).

Weblinks[Bearbeiten]