Malcolm Cowley

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Malcolm Cowley 1963, Fotografie von Carl van Vechten

Malcolm Cowley (* 24. August 1898 in Belsano, Pennsylvania; † 27. März 1989 in New Milford, Connecticut) war ein amerikanischer Schriftsteller, Dichter, Journalist und Literaturkritiker. Er ist als Chronist der amerikanischen Moderne bekannt geworden, insbesondere als Autor von "Exile’s Return" (1934), einer ernüchterten Bestandsaufnahme der Befindlichkeit der Lost Generation nach ihrer Rückkehr aus Europa.

Cowley besuchte ab 1915 die Harvard-Universität, wo er unter anderem Vorlesungen der Dichterin Amy Lowell besuchte. Beim Kriegseintritt der USA 1917 unterbrach er sein Studium und trat in die Dienste des American Field Service ein; er wurde in Frankreich als Ambulanzfahrer eingesetzt. Während dieser Zeit schrieb er Kriegsberichte für die Pittsburgh Gazette. 1918 kehrte er zurück und heiratete die Künstlerin Peggy Baird. 1920 schloss er sein Studium in Harvard ab und siedelte wieder nach Frankreich über, wo er in Montpellier sein Studium fortsetzte. In Europa schloss er Freundschaft mit anderen amerikanischen expatriates, darunter die Literaturgrößen der Zeit wie Gertrude Stein, Ernest Hemingway, Ezra Pound und T. S. Eliot. 1923 ließ er sich im New Yorker Greenwich Village nieder und wurde so nicht nur zu einem Zeugen der Pariser Lost Generation, sondern auch des New Yorker Jazz Age. Zu dieser Zeit verband ihn insbesondere zum Dichter Hart Crane eine enge Freundschaft. Er schlug sich unter anderem mit Buchbesprechungen für die Zeitschrift The Dial durch; 1929 erschien sein erster Gedichtband. 1931 wurde Cowleys Ehe geschieden, seine Frau lebte fortan mit Hart Crane in wilder Ehe, bis dieser im April 1932 Selbstmord beging. Cowley heiratete kurz darauf in zweiter Ehe Muriel Maurer.

1929–44 war er Mitherausgeber der Zeitschrift The New Republic, einem der einflussreichsten Blätter der amerikanischen Linken. Wie viele amerikanische Intellektuelle der Zeit nahm er in den 30er Jahren regen Anteil am politischen Leben und wurde unter dem Einfluss von Theodore Dreiser zunehmend radikal; 1935 war er Gründungsmitglied des linken Schriftstellerverbandes League of American Writers, aus der er 1940 wegen derer nunmehr kommunistischen Ausrichtung jedoch wieder austrat.

1941 wurde er Stellvertreter Archibald MacLeishs im Office of Facts and Figures, einer Kriegsbehörde der Regierung Roosevelt. Durch die Intervention J. Edgar Hoovers, und rechter Journalisten wurde er jedoch bereits nach einem Jahr wegen seiner politischen Ansichten entlassen. 1949 wurden diese wiederum zum Thema, als er im Alger Hiss-Prozess aussagte und dem Hauptbelastungszeugen Whittaker Chambers widersprach.

In den 1950er Jahren wurde er Mitarbeiter des Verlags Viking Press, für den er Werksausgaben amerikanischer Klassiker editierte.

Werke[Bearbeiten]

  • Blue Juniata (1929), Gedichte
  • Exile’s Return (1934)
  • The Literary Situation (1954)
  • The Faulkner-Cowley File (1966), Briefwechsel mit William Faulkner
  • Think Back on Us (1967)
  • A Many-Windowed House (1970)
  • Second Flowering (1973)
  • The View from 80 (1976)

Weblinks[Bearbeiten]