Malcolm X (Film)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel: Malcolm X
Originaltitel: Malcolm X
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 1992
Länge: 201 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 12
Stab
Regie: Spike Lee
Drehbuch: Spike Lee, Arnold Perl
Produktion: Spike Lee
Musik: Terence Blanchard
Kamera: Ernest Dickerson
Schnitt: Barry Alexander Brown
Besetzung

Malcolm X ist ein US-amerikanisches Filmdrama des Regisseurs Spike Lee aus dem Jahr 1992. Es handelt vom Leben des Black-Muslim-Anführers Malcolm X. Grundlage war das Buch The Autobiography of Malcolm X von Alex Haley.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Handlung

Der als Malcolm X bekannte schwarze Bürgerrechtler wird als Malcolm Little in Detroit geboren. Sein Vater, ein Priester, wird von einer rechtsgerichteten Vereinigung mit dem Namen Black Legion, vergleichbar mit dem Ku-Klux-Klan, ermordet. Seine Mutter wird in eine Nervenheilanstalt eingewiesen. Malcolm wächst heran, arbeitet als Gepäckträger, einem sogenannten „Pullman Porter“, und nennt sich „Detroit Red“. Als er mit einem Gangster namens „West Indian Archie“ zusammengerät, muss er nach Boston fliehen. Malcolm hält sich mit Diebstählen über Wasser. Sein bester Freund ist Shorty. Beide werden von der Polizei erwischt und verhaftet. Malcolm wird zu 10 Jahren Haft verurteilt.

Im Gefängnis lernt er einen Moslem namens Baines kennen. Baines unterrichtet ihn nach den Richtlinien der „Nation of Islam“, eine Vereinigung von schwarzen Moslems in den USA. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis sucht Malcolm den „Ehrenwerten Elijah Muhammad“ auf, einer der Führer der Organisation. Malcolm ist ein eifriger Schüler und schon bald ist er als mitreißender Redner bekannt. Zwischenzeitlich heiratet er Betty Shabazz.

Malcolm tritt für eine Absonderung von der weißen Gesellschaft und der Rückbesinnung auf die afrikanischen Werte ein. Eine Pilgerfahrt nach Mekka mildert aber seine Überzeugung. Er erkennt, dass Moslems aus allen Schichten und Gesellschaften kommen, darunter auch aus der weißen. Er beginnt sich von der starren Haltung der „Nation of Islam“ zu lösen. Am 21. Februar 1965 wird er von einem Attentäter ermordet.

[Bearbeiten] Hintergrund

  • Dies ist der erste Nicht-Dokumentar-Film, der in Mekka gedreht werden durfte.
  • Im Vorspann läuft das Rodney King-Video, das die Unruhen in Los Angeles 1992 auslöste.
  • Am Ende des Films werden die Namen der drei Attentäter von Malcolm X aufgeführt.
  • Die Szenen des Attentats auf Präsident Kennedy stammen aus dem Oliver-Stone-Film JFK – Tatort Dallas.
  • Zuerst war Norman Jewison als Regisseur vorgesehen. Doch Lee überzeugte das Studio, dass nur ein Schwarzer einen Film über einen schwarzen Amerikaner machen könne.
  • Cutter Barry Alexander Brown fungierte zusätzlich als Regieassistent.
  • Premiere in Deutschland war bei den Internationale Filmfestspielen Berlin im Februar 1993.
  • 1972 produzierte Co-Autor Arnold Perl einen Dokumentarfilm über Malcolm X. Sprecher waren James Earl Jones und Ossie Davis. Davis ist im Original auch der Sprecher der Dokumentaraufnahmen am Ende des Films.

[Bearbeiten] Kritiken

  • Roger Ebert: „Spike Lee's "Malcolm X" is one of the great screen biographies, celebrating the whole sweep of an American life that began in sorrow and bottomed out on the streets and in prison before its hero reinvented himself. Watching the film, I understood more clearly how we do have the power to change our own lives, how fate doesn't deal all of the cards. The film is inspirational and educational - and it is also entertaining, as movies must be before they can be anything else. [...]
    Spike Lee is not only one of the best filmmakers in America, but one of the most crucially important, because his films address the central subject of race. He doesn't use sentimentality or political cliches, but shows how his characters live, and why.“ [1]
  • Der katholische film-dienst: '"Langatmig und ohne aktualisierende soziale Schärfe inszeniertes „Polit-Epos“, das mehr an Legendenbildung interessiert ist als an einem historisch präzisen und psychologisch differenzierten Porträt einer umstrittenen Persönlichkeit der amerikanischen Geschichte. Allenfalls durch das pointierte Spiel des Hauptdarstellers von einigem Interesse." [2]

[Bearbeiten] Auszeichnungen

[Bearbeiten] Oscarverleihung 1993

Nominierungen

[Bearbeiten] Golden Globe 1993

Nominierung

[Bearbeiten] Internationale Filmfestspiele Berlin 1993

Auszeichnung

Nominierung

[Bearbeiten] New York Film Critics Circle Award 1993

  • NYFCC Award für Denzel Washington als bester Darsteller

[Bearbeiten] Weitere Auszeichnungen

  • MTV Award 1993 für Denzel Washington als bester männlicher Darsteller
  • Artios 1993 von der Casting Society of America für Robi Reed-Humes für das beste Casting
  • CFCA Award 1993 der Chicago Film Critics Association als bester Film
  • KCFCC Award 1993 der Kansas City Film Critics Circle für Denzel Washington als bester Darsteller
  • SEFCA Award 1993 der Southeastern Film Critics Association für Denzel Washington als bester Darsteller
  • Image Award 1995 als bester Film, für Denzel Washington als bester Darsteller, Al Freeman jr. als bester Nebendarsteller und Angela Bassett als beste Nebendarstellerin

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Literatur

  • Alex Haley (Hsg.): Malcolm X - Die Autobiographie. Atlantik Verlag, 2000, ISBN 3-926529-14-8
  • Britta Waldschmidt-Nelson: Martin Luther King/Malcolm X (GegenSpieler). Fischer TB Allgemeine Reihe, 2000, ISBN 3-596-14662-3

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Roger Ebert: „Malcolm X“, Chicago Sun-Times, 18. November 1992
  2. vgl. Lexikon des internationalen Films 2000/2001 (CD-ROM)
Persönliche Werkzeuge