Maleme

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Maleme
Μάλεμε (Τοπική Κοινότητα Μάλεμε)
Maleme (Griechenland)
Bluedot.svg
Basisdaten
Staat Griechenland
Region Kreta
Regionalbezirk Chania
Gemeinde Platanias
Geographische Koordinaten 35° 31′ N, 23° 51′ O35.52158333333323.846944444444Koordinaten: 35° 31′ N, 23° 51′ O
Fläche 3,649 km²[1]
Einwohner 710 (2011[2])
LAU-1-Code-Nr. 94200701

Maleme (griechisch Μάλεμε [ˈmalɛmɛ] (n. sg.)) ist eine Ortschaft an der Nordwestküste Kretas mit 710 Einwohnern. Verwaltungstechnisch zählt Maleme zum Gemeindebezirk Platanias. In Deutschland ist Maleme wegen der Luftlandeoperation im Rahmen der Schlacht um Kreta während des Zweiten Weltkrieges bekannt.

Lage[Bearbeiten]

Die Ortschaft Maleme (Τ.Δ. Μάλεμε) ist der nordwestlichste des Gemeindebezirks Platanias. Das Gebiet erstreckt sich auf einer Länge von mehr als drei Kilometern entlang der Küste des Golfs von Chania (Kolpos Chanion Κόλπος Χανίων), von der Ortschaft Tavronitis des Gemeindebezirks Voukolies im Westen bis zur Ortschaft Kondomari im Gemeindebezirk Platanias im Osten. Im Süden etwa einen Kilometer landeinwärts grenzen die Ortschaften Vlacheronitissa und Xamoudochori an.

Durch Maleme verläuft die alte Nationalstraße zwischen Kissamos und Chania, die Autobahn 90 verläuft unmittelbar südlich des Dorfes. Westlich des Dorfes liegt der Flughafen Maleme (Αεροδρόμιο Μάλεμε). Der Deutsche Soldatenfriedhof und die Höhe 107 liegen weiter südlich auf dem Gebiet der Ortschaft Vlacheronitissa.

Geschichte[Bearbeiten]

Maleme war vermutlich bereits in frühchristlicher Zeit besiedelt. Die Ortsbezeichnung Maleme wurde zum ersten Mal 1577 schriftlich von Francesco Barozzi in der Volkszählung während der venezianischen Herrschaft erwähnt. Auch Kastrofylakas überlieferte den Namen 1583, bei Francesco Basilicata lautete 1630 die Ortsbezeichnung Malema.[3]

Ein spätminoisches Kuppelgrab wurde in der Nähe des Soldatenfriedhofs freigelegt. [4]

Nachdem Adolf Hitler die Eroberung Kretas befohlen hatte, wurde Maleme eines der wichtigsten Angriffsziele der Operation Merkur. In Maleme befand sich der größte Flugplatz der Insel. Am 20. Mai 1941 landeten deutsche Fallschirmjäger morgens bei Maleme. Gegen den Widerstand der alliierten Truppen, vor allem Briten und Neuseeländer, unterstützt durch kretische Widerstandskämpfer, konnte Maleme nicht umgehend eingenommen werden. Am folgenden Tag landeten deutsche JU-52 auf dem Flugplatz, der mittlerweile erobert war, aber unter schwerem Beschuss durch alliierte Truppen von der dominierenden Höhe 107 stand. Mithilfe der Luftüberlegenheit gelang es bis zum Abend, die alliierten Truppen etwas zurückzudrängen und am dritten Tag war der Flugplatz zu einer brauchbaren Operationsbasis für die deutschen Truppen geworden. Bis zum 26. Mai konnte Maleme als Landekopf ausgebaut werden. Bereits in der Nacht zum 27. Mai traf das britische Oberkommando die Entscheidung, Kreta aufzugeben. Maleme hatte für die gesamte Operation die entscheidende Bedeutung und war der einzige Flugplatz, den die Deutschen rechtzeitig unter Kontrolle bringen konnten.

Deutscher Soldatenfriedhof[Bearbeiten]

Deutscher Soldatenfriedhof

Südlich der Höhe 107 wurde am 6. Oktober 1974 durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge der deutsche Soldatenfriedhof eingeweiht.[5] Auf der Anlage befinden sich die Gräber von 4.465 Gefallenen. Ranghöchstes Grab ist das des Generals der Fallschirmtruppe Bruno Bräuer, welcher in den 1970er Jahren hierher umgebettet wurde.

Flugplatz Maleme[Bearbeiten]

Kurz vor der deutschen Luftinvasion hatten die Briten in Maleme einen Flugplatz gebaut.[6][7] Die Dorfbewohner Malemes hatten den britischen Truppen diese Fläche zur Verfügung gestellt.[8][9] Der Flugplatz Maleme ist bis heute in Benutzung. Die griechische Luftwaffe unterhält dort einen Standort.

Maleme-Stadion[Bearbeiten]

In Maleme befindet sich ein kleines Stadion für 1.000 Zuschauer, in welchem der benachbarte AO Platanias manchmal Spiele abhält.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nationaler Statistischer Dienst Griechenlands (ΕΣΥΕ) nach Volkszählung 2001, S. 128 (PDF, 793 kb)
  2. Zensus, 2011
  3.  Ιωάννης Φαντάκης: Οι οικισμοί της Κρήτης κατά την β' Βυζαντινή περίοδο. Rethymno 2001, S. 65.; Μάλεμε, Ψηφιακή Κρήτη: Μεσογειακές Πολιτισμικές Διαδρομές
  4. Lambert Schneider, Kreta, 4. Aufl. 2011, S. 304
  5. Webseite des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge
  6. explorecrete.com (abgerufen am 19. Juni 2013, engl.)
  7. forgottenairfields.com (abgerufen am 19. Juni 2013, engl.)
  8. explorecrete.com (abgerufen am 19. Juni 2013, engl.)
  9. xania.net (abgerufen am 19. Juni 2013, gr.)

Siehe auch[Bearbeiten]