Mallersdorf-Pfaffenberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Mallersdorf-Pfaffenberg
Mallersdorf-Pfaffenberg
Deutschlandkarte, Position des Marktes Mallersdorf-Pfaffenberg hervorgehoben
48.76666666666712.233333333333412Koordinaten: 48° 46′ N, 12° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Straubing-Bogen
Höhe: 412 m ü. NHN
Fläche: 72,61 km²
Einwohner: 6361 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 88 Einwohner je km²
Postleitzahl: 84066
Vorwahl: 08772
Kfz-Kennzeichen: SR
Gemeindeschlüssel: 09 2 78 148
Marktgliederung: 52 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Steinrainer Straße 8
84066 Mallersdorf-Pfaffenberg
Webpräsenz: www.mallersdorf-pfaffenberg.de
Bürgermeister: Karl Wellenhofer (CSU)
Lage des Marktes Mallersdorf-Pfaffenberg im Landkreis Straubing-Bogen
Bogen (Stadt) Windberg Wiesenfelden Straßkirchen Steinach (Niederbayern) Stallwang Schwarzach (Niederbayern) Sankt Englmar Salching Rattiszell Rattenberg (Niederbayern) Rain (Niederbayern) Perkam Perasdorf Parkstetten Oberschneiding Niederwinkling Neukirchen (Niederbayern) Mitterfels Mariaposching Mallersdorf-Pfaffenberg Loitzendorf Leiblfing Laberweinting Konzell Kirchroth Irlbach Hunderdorf Haselbach (Niederbayern) Haibach (Niederbayern) Geiselhöring Feldkirchen (Niederbayern) Falkenfels Atting Ascha Aiterhofen Aholfing Straubing Landkreis Kelheim Regensburg Landkreis Landshut Landkreis Regen Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Deggendorf Landkreis Cham Landkreis Cham Landkreis RegensburgKarte
Über dieses Bild

Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Mallersdorf-Pfaffenberg ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen.

Geographie[Bearbeiten]

Franziskanerinnenkloster Mallersdorf

Lage[Bearbeiten]

Mallersdorf-Pfaffenberg liegt, mit jeweils 30 km nach Straubing, Regensburg, Landshut und Dingolfing und jeweils etwa 100 km nach München und Nürnberg, im Herzen Bayerns.

Mallersdorf-Pfaffenberg liegt an der Kleinen Laber im tertiären Donau-Isar-Hügelland.

Die raumstrukturelle Einheit des Marktes ist laut Landesentwicklungsprogramm (LEP) des Freistaats Bayern als „mögliches Mittelzentrum“ eingeordnet, da sie für das ländlich geprägte Umland durch ihre zentralörtliche Infrastrukturausstattung eine mittelzentrale Position einnimmt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde hat 52 amtlich benannte Ortsteile:[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Mallersdorf[Bearbeiten]

Der Zollhof in Pfaffenberg

Die Geschichte des Ortes Mallersdorf reicht vermutlich bis in die Römerzeit zurück, da die erste Burg, die dem Ort "Madilhardisdorf" den Namen gab auf den Resten eines römischen Kastells errichtet worden sein soll. Diese Burg war im Besitz von Mathilde von Lupburg, der 9. Äbtissin des Reichsstifts Niedermünster in Regensburg, die hier ausgedehnte Güter besaß und von deren Name sich „Mallersdorf“ letztendlich ableitet.

Mallersdorf gehörte während der Karolingerzeit zur Gaugrafschaft Kirchberg. Die Grafen Heinrich und Ernst stifteten hier 1107 ein Kloster, welches, mit der Bestätigung der Schenkung durch Kaiser Lothar III., 1129 erstmals urkundlich erwähnt wird.

Die von Benediktinermönchen geführte Lateinschule im Kloster Mallersdorf auf dem Johannisberg, die dort von 1109 bis 1803 nachweisbar ist, genoss einen vorzüglichen Ruf. Auch die bedeutende Bibliothek war Grund für die überregionale Bedeutung Mallersdorfs auf wissenschaftlichem Gebiet. Der Ehrentitel „sedes sapientiae“ (Sitz der Weisheit) bezeugt diese Stellung.

Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster zu einem Landwirtschaftsbetrieb mit Brauerei umfunktioniert; die Bibliothek sowie wertvolle sakrale Gegenstände wurden nach München gebracht. Eine Neubelebung erfuhr das Kloster 1869 als dort der Franziskanerinnen-Orden der Mallersdorfer Schwestern sein Mutterhaus errichtete.[3] (Siehe auch: Franziskanische Orden)

Nach der Säkularisation erhielt Mallersdorf 1840 zunächst ein Landgericht, aus dem 1862 das Bezirksamt, das Notariat und später das Amtsgericht hervorgingen. Obendrein befand sich in Mallersdorf ein Rentamt. Damit war der Ort Kreissitz geworden.

Pfaffenberg[Bearbeiten]

Die Geschichte des Ortes Pfaffenberg reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. In einem Schutzbrief von Papst Eugen III. wird der Ort das erste Mal schriftlich erwähnt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. April 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Ascholtshausen, Holztraubach, Oberellenbach und Oberlindhart in die Gemeinde Pfaffenberg eingegliedert. Am 1. Juli 1972 erfolgte der Zusammenschluss mit Mallersdorf zur neuen Gemeinde (Markt) Mallersdorf-Pfaffenberg.[4] Die Gemeinden Niederlindhart, Haselbach und Upfkofen kamen am 1. Januar 1978 hinzu.[5]

Landratsamt[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 verlor Mallersdorf den Sitz des Landratsamtes und wurde in den Landkreis Straubing-Bogen umgegliedert. Die Gemeinde war eine der wenigen Kreishauptorte in Deutschland, die als Sitz einer Kreisverwaltung keine Stadtrechte besaß.

Hauptartikel: Landkreis Mallersdorf

Wappen[Bearbeiten]

Mallersdorf Pfaffenberg
Wappen
Wappen

Das Wappen der Gemeinde Mallersdorf-Pfaffenberg wurde aus den bestehenden, traditionsreichen Wappen der beiden Orte zusammengefügt. Der so entstandene Schild ist mittig geteilt, wobei das Wappen Paffenbergs die rechte Flanke (vom Betrachter aus links) und Mallersdorfs die linke Flanke (rechts) innehat. Das Schildhaupt ist als Symbol der Zugehörigkeit zum Freistaat Bayern weiß-blau gerautet. Blasonierung siehe bei: Mallersdorf-Pfaffenberg: Wappengeschichte vom HdBG

Geschichte der Wappen

Das Wappen Paffenbergs wurde dem Gerichtssitz am 22. Oktober 1558 von dem Wittelsbacher Herzog Albrecht verliehen. Das Wappen von Mallersdorf wurde am 14. Dezember 1886 verliehen und wurde von dem 1803 verliehenen Wappen des Benediktinerklosters übernommen. Der Johannesadler wurde seit 1495 nachweislich von dem Kloster als Siegel verwendet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl zeigt folgende Tabelle:[6]

Stichtag Bevölkerung
01.12.1840 3185
01.12.1871 4590
01.12.1900 4462
16.06.1925 5014
17.05.1939 5101
13.09.1950 7232
06.06.1961 5964
27.05.1970 6116
25.05.1987 6091
31.12.2002 6732
30.06.2005 6669
31.12.2005 6592
31.12.2006 6571
30.06.2007 6514
31.12.2007 6583
31.12.2008 6480
31.12.2011 6409

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Wahljahr CSU FW SPD ödp Unabhängig Gesamt
2014 9 6 3 2 - 20
2008 11 5 2 2 - 20
2002 11 6 2 1 - 20
1996 10 7 3 - - 20
1990 12 5 3 - - 20

Bürgermeister[Bearbeiten]

Amtszeit Name Partei
seit 2002 Karl Wellenhofer CSU
1996–2002 Norbert Bauer CSU
bis 1996 Hans Daffner CSU

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Partnerstädte sind Paderno del Grappa in Italien und Jedlicze in Polen.

Aufgrund der Verdienste zur europäischen Integration durch ihre Städtepartnerschaften wurde dem Markt am 3. November 2007 die Ehrenfahne des Europarates als Dank für deren Einsatz zugunsten eines friedlichen und freiheitlichen Europas verliehen.[7]

Patenschaft[Bearbeiten]

1985 wurde die Patenschaft für die vertriebenen Sudetendeutschen aus Krajková, ehemals Gossengrun, übernommen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Kloster Mallersdorf[Bearbeiten]

Das Franziskanerinnenkloster Mallersdorf, das eine Klosterrealschule betreibt, liegt auf einer Anhöhe über dem idyllischen Labertal. Der Orden der Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie wurde von Paul Josef Nardini gegründet. Die dem Kloster angehörige Basilika wurde 1109 begonnen und erhielt in der Mitte des 18. Jahrhunderts ihre heutige Rokokoausstattung. In der Pfarrkirche St. Johannes befindet sich ein Hochaltar von Ignaz Günther.

Jüdisches Ehrenmal[Bearbeiten]

Bei Pfaffenberg befindet sich ein Ehrenmal für jüdische KZ-Opfer, die im Ortsteil Oberlindhart begraben wurden. Das Denkmal wurde 1947 errichtet und durch Spenden von jüdischen Einwohnern der Region finanziert. Es handelt sich um eine Grabstätte für 67 KZ-Häftlinge, die bei einem Todesmarsch aus dem Konzentrationslager Buchenwald im Frühjahr 1945 von SS-Männern erschossen wurden, bevor sie von den Alliierten befreit werden konnten.[8]

Zollhof Pfaffenberg[Bearbeiten]

Das jetzt schlossartige Gebäude stammt aus dem 17. oder 18. Jahrhundert. Es war Eigentum des Domkapitels des Bischofs von Regensburg und diente als Amtshaus, eine Art Propsteigebäude[9]. Im 20. Jahrhundert wurden von der Familie Gandorfer der Balkon über dem Eingang und die Eckerker angebaut.

Sonstige[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Mallersdorf-Pfaffenberg

Sport[Bearbeiten]

  • Im Ortsteil Mallersdorf befinden sich Sportplätze des TV Mallersdorf und eine Tennisanlage.
  • Im Ortsteil Pfaffenberg sind im Sport- und Freizeitzentrum Igeltal Sportplätze des TSV Pfaffenberg und eine Kegelbahn zu finden. Ein Frei- und ein Hallenbad mit großer Liegewiese, Sportplatz, Laufbahn, Beachvolleyball-Anlage, Kiosk mit Terrasse, 50 m-Wettkampfbecken, 66 m langer Wasserrutsche mit Freizeitbecken, Sprungbecken mit zwei Türmen und ein Kinderplanschbecken mit Wasserpilz sind ebenfalls vor Ort. Angrenzend dazu befindet sich ein Skatepark mit Fun-Box, Skater-Quarter-Pipe, Skate-Rail und Trick-Box. Außerdem die Sportanlagen des Burkhart-Gymnasiums mit Dreifachturnhalle.
  • Im Ortsteil Oberlindhart befinden sich die Sportplätze des SV Oberlindhart, außerdem gibt es dort angrenzend noch einen Beachvolleyballplatz.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Jedes Jahr am ersten Augustwochenende findet das beliebte Pfaffenberger Volksfest an den Laaberauen statt.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

  • Biere der Klosterbrauerei und der Privatbrauerei Stöttner wurden von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft prämiert[10].
  • Griechische, italienische und gut bürgerliche Restaurants, sowie ein türkischer Döner-Schnellimbiss

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch Mallersdorf-Pfaffenberg verläuft die St2142 über die Straubing erreicht werden kann. Außerdem ist die Gemeinde an die B 15 angebunden, die Regensburg und Landshut verbindet. Kontrovers diskutiert wurden die Planungen zum Neubau einer Umgehungsstraße mitten durch die Laaberauen, die als natürliche Retentionsfläche und Feuchtgebiet auch seit Jahren einem Weißstorchenpaar Nahrung und Lebensraum bieten. Die durch Böschungen und Betonpfeiler höhergelegte Trasse verläuft im Zentrum der Gemeinde zwischen den Ortsteilen Nierderlindhart-Oberlindhart und Mallersdorf-Pfaffenberg.

In den Ortsteilen Mallersdorf, Oberlindhart und Niederlindhart befindet sich jeweils ein Haltepunkt an der Bahnstrecke Neufahrn–Radldorf.

Entlang der Kleinen Laber führt der Labertalradweg an Mallersdorf-Pfaffenberg vorbei.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Im Industrie- und Gewerbegebiet Ettersdorf sind unter anderem ansässig:

  • Kautex
  • Johnson-Controls
  • Außendienstagentur eines Wirtschafts-Inkasso-Services
Nahversorgung

Neben den Nahversorgungsangeboten für den täglichen und mittelfristigen Bedarf in den jeweiligen Ortskernen, hat sich zwischen den Ortsteilen Mallersdorf und Pfaffenberg eine Verdichtung von Einzelhandels- und Dienstleistungsstandorten entwickelt. Dieses neue Zentrum in der Mitte beider Ortsteile soll auch in Zukunft weiter ausgebaut werden. Auf einem ehemaligen Industrieareal soll ein Haus der Generationen, ein Neubau des Rathauses und ein weiteres Gebäude für Sportnutzung entstehen [11].

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Polizeistation Mallersdorf
  • Freiwillige Feuerwehr in den Ortsteilen: Oberhaselbach, Ascholtshausen, Holztraubach, Pfaffenberg, Mallersdorf, Oberlindhart, Niederlindhart, Oberellenbach und Upfkofen
  • Kreiskrankenhaus Mallersdorf
  • Ärztehaus
  • BRK Seniorenheim
  • Kindergarten "Zum Schutzengel"
  • Kindergarten "St. Elisabeth" mit angeschlossener Kinderkrippe
  • Rathaus und Standesamt
  • Jugendtreff "JUMP"

Bildung[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mallersdorf-Pfaffenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111225/173936&attr=OBJ&val=841
  3. Moosauer, Donatus / Wöhrl, Jochen (1996): Große und Kleine Laber - Luftportrait der altbayerischen Zwillingsflußlandschaft. Straubing
  4.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 517.
  5. Gemeinde Mallersdorf-Pfaffenberg
  6. Statistikdaten
  7. Landauer Zeitung
  8. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 162f.
  9. Geschichte Pfaffenberg
  10. DLG-Prämierung
  11. Siegerentwurf bei competitionline.com
  12. Artikel bei Kath Net
  13. Artikel im Kölner Stadtanzeiger