Malmedy
| Malmedy | ||
|---|---|---|
|
|
||
| Staat | Belgien | |
| Region | Wallonien | |
| Provinz | Lüttich | |
| Bezirk | Verviers | |
| Koordinaten | 50° 26′ N, 6° 2′ O50.4255555555566.0333333333333Koordinaten: 50° 26′ N, 6° 2′ O | |
| Fläche | 99,96 km² | |
| Einwohner (Stand) | 12.219 Einw. (1. Jan. 2011) | |
| Bevölkerungsdichte | 122 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 4960 | |
| Vorwahl | 080 | |
| Bürgermeister | André Denis | |
| Adresse der Stadtverwaltung |
Administration communale Rue Jules Steinbach, 1 4960 Malmedy |
|
| Webseite | www.malmedy.be | |
Malmedy (wallonisch: Måmdey, deutsch veraltet: Malmünd) ist eine Stadt in Belgien in der Provinz Lüttich. Sie ist namensgebend für den Kanton Malmedy.
Malmedy hat 12.219 Einwohner (Stand 1. Januar 2011), eine Fläche von 100,62 km² und besteht aus den Ortsteilen Bellevaux-Ligneuville (dt.: Schönenthal-Engelsdorf) und Bévercé (dt.: Wywertz). Malmedy ist ebenfalls Sitz des Bezirkskommissariats. Die Stadt gehört zu den Fazilitäten-Gemeinden mit Spracherleichterungen für Deutschsprachige.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Allgemeines [Bearbeiten]
Die Gründung der Stadt geht auf den Heiligen Remaclus zurück, der hier im Jahre 648 eine Abtei, das Kloster Malmedy, gründete. Malmedy gehörte von 1815 bis 1920 zur preußischen Rheinprovinz und kam 1920 zusammen mit Eupen und Sankt Vith als Ostbelgien zu Belgien. Die Sprache der Bevölkerungsmehrheit war auch schon zu preußischer Zeit Französisch bzw. Wallonisch, ein galloromanischer Dialekt.
Malmedy war seit dem 18. Jahrhundert ein Zentrum der Papier- und Lederindustrie.
Kriegsvorkommnisse 1944–1945 [Bearbeiten]
Im Zweiten Weltkrieg war die Stadt von den Deutschen bis September 1944 besetzt gewesen. Dann hatten die Amerikaner sie befreit. Nach Beginn der Ardennen-Offensive am 16. Dezember gelang es deutschen Truppen, die Amerikaner zu überrennen und dabei Malmedy wieder zu erobern. Bei dem Gegenangriff auf die deutschen Truppen wurde Malmedy um Weihnachten 1944 dreimal durch alliierte US-Bomber angegriffen und größtenteils in Trümmer gelegt. Dabei kamen neben einer großer Anzahl US-Soldaten 200 Zivilisten aus der Stadt Malmedy ums Leben. Eine Gedenktafel in Malmedy erinnert an die Bombardierungen.
Im vier Kilometer südöstlich vom Malmedy gelegenen Vorort Baugnez wurden am 17. Dezember 1944 in der gleichen Offensive 82 US-amerikanische Soldaten gefangengenommen. Die Gefangenen wurden kurze Zeit nach der Festnahme durch Angehörige der Waffen-SS der Kampfgruppe Peiper getötet (Malmedy-Massaker).[1]
Verkehr [Bearbeiten]
Malmedy liegt an der Autobahn A 27 (E 42). Durch die Stadt führen die Nationalstraßen N 62, N 68 (E 421) und N 632. Letztere mündet in Baugnez in die N 62 ein.
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
- Kathedrale Saints-Pierre, Paul et Quirin: am Place du Châtelet, 1775–1784 als Abteikirche erbaut, Pfarrkirche seit 1819 und 1921 zur Kathedrale erhoben (siehe Bistum Eupen-Malmedy), schlichte Inneneinrichtung aus dem 18. Jahrhundert
- Der 1728 auf Initiative des Kapuzinerpaters Albert von Dinant angelegte Kreuzweg von der Kathedrale auf den Kalvarienberg. Er führt über 13 Stationen zu einer Kapelle mit hexagonalem Grundriss, die den Heiligen Agathe und Appoline geweiht ist. Die derzeitigen Reliefs (seit 1913) wurden von dem Bildhauer Carl Burger geschaffen.
- Die alte Innenstadt
- Das Kloster von 1708
- Die Auferstehungskapelle: am Place du Pont-Neuf, erbaut 1755–1757, Renaissance-Stil
- Die Kapuzinerkirche: südlich der Kathedrale in der Ruelle des Capucins, 1626 fertiggestellt und 1631 eingeweiht, Inneneinrichtung aus dem 17. Jahrhundert
- Die Krankenkapelle: eingeweiht 1188, wurde 1544 wiedererrichtet und eingesegnet
- Das Villers oder Cavenshaus: 1714–1724 erbaut vom Aachener Baumeister Laurenz Mefferdatis
- Das Rathaus: liegt südlich unweit der Kathedrale und wurde 1900 von Jules Steinbach erbaut, 1904 gelangte es durch Schenkung in den Besitz der Stadt Malmedy
- Villa Lang: liegt gegenüber dem Rathaus und wurde 1901 erbaut, Jules Steinbach ließ sie für seine Tochter Juliette errichten, der Name geht auf den Ehemann Juliettes, den Lederfabrikanten Hubert Lang zurück
- Villa Steisel: befindet sich hinter der Villa Lang und wurde 1897 erbaut (ebenfalls von Jules Steinbach für seine Tochter Laure), Laure heiratete Louis Steisel, den Gründer der Papierfabrik, daher der Name der Villa, die auch Fliedervilla genannt wurde
- Der Sitz der Baltia-Regierung
- Der Naturpark Hohes Venn
- Der Obelisk auf dem Place Albert I.: vom Fürstabt von Stavelot-Malmedy, Jacques de Hubin, 1781 errichtet
- Die benachbarte Formel-1-Rennstrecke Spa-Francorchamps.
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Jean Ignace Roderique (1696–1756), Publizist und Historiker
- Marie Anne Libert (1782–1865), Mykologin
- Leo Trouet (1887–1944), Rechtsanwalt und Opfer des NS-Regimes
- Heinrich Josten (1893–1948), SS-Obersturmführer
- Carl Kaufmann (1900–1980), Gynäkologe und Geburtshelfer
- Raoul Ubac (1910–1985), Maler, Fotograf und Bildhauer
- Hans E. Schons (1919-2005), Schauspieler
- Henri Pousseur (1929–2009), Komponist
- Guido Maus (* 1964), Maler und Bildhauer
- Oliver Paasch (* 1971), Politiker
- Sophie Karthäuser (* 1974), Sopranistin
- Harald Mollers (* 1977), Politiker
- Bernd Rauw (* 1980), Fußballspieler
- Olivier Werner (* 1985), Fußballspieler
Ehrenbürger [Bearbeiten]
Raymond Micha war Ehrenbürger von Malmedy und Stavelot.
Literatur [Bearbeiten]
- Martin Thomas, Michael Neumann-Adrian: Belgien - Luxemburg, Verlag C. J. Bucher GmbH, München 1996, ISBN 3-7658-1097-5
- Reinhard Tiburzy: Belgien - Brüssel, Flandern und die Wallonie, Verlag DuMont, Köln 2004, ISBN 3-7701-6097-5
- Autorenteam: Belgien, Verlag Karl Baedeker GmbH, Ostfildern 2004, ISBN 3-87504-417-7 (S. 303-304)
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ John M. Bausermann: The Malmédy Massacre. Shippensburg 1995, S. 94
Amay | Amel | Ans | Anthisnes | Aubel | Awans | Aywaille | Baelen | Bassenge | Berloz | Beyne-Heusay | Blegny | Braives | Büllingen | Burdinne | Burg-Reuland | Bütgenbach | Chaudfontaine | Clavier | Comblain-au-Pont | Crisnée | Dalhem | Dison | Donceel | Engis | Esneux | Eupen | Faimes | Ferrières | Fexhe-le-Haut-Clocher | Flémalle | Fléron | Geer | Grâce-Hollogne | Hamoir | Hannut | Héron | Herstal | Herve | Huy | Jalhay | Juprelle | Kelmis | Lüttich | Lierneux | Limbourg | Lincent | Lontzen | Malmedy | Marchin | Modave | Nandrin | Neupré | Olne | Oreye | Ouffet | Oupeye | Pepinster | Plombières | Raeren | Remicourt | Saint-Georges-sur-Meuse | Saint-Nicolas | Sankt Vith | Seraing | Soumagne | Spa | Sprimont | Stavelot | Stoumont | Theux | Thimister-Clermont | Tinlot | Trois-Ponts | Trooz | Verlaine | Verviers | Villers-le-Bouillet | Visé | Wanze | Waremme | Wasseiges | Weismes | Welkenraedt