Malsfeld

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Malsfeld
Malsfeld
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Malsfeld hervorgehoben
51.0833333333339.5333333333333192Koordinaten: 51° 5′ N, 9° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Schwalm-Eder-Kreis
Höhe: 192 m ü. NHN
Fläche: 34,49 km²
Einwohner: 3883 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 113 Einwohner je km²
Postleitzahl: 34323
Vorwahlen: 05661, 05662, 05664
Kfz-Kennzeichen: HR
Gemeindeschlüssel: 06 6 34 013
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Lindenstraße 1
34323 Malsfeld
Webpräsenz: www.malsfeld.de
Bürgermeister: Herbert Vaupel (SPD)
Lage der Gemeinde Malsfeld im Schwalm-Eder-Kreis
Kassel Landkreis Fulda Landkreis Hersfeld-Rotenburg Landkreis Kassel Landkreis Marburg-Biedenkopf Landkreis Waldeck-Frankenberg Vogelsbergkreis Vogelsbergkreis Werra-Meißner-Kreis Knüllwald Homberg (Efze) Frielendorf Schwarzenborn (Knüll) Neukirchen (Knüll) Oberaula Ottrau Schrecksbach Willingshausen Schwalmstadt Gilserberg Jesberg Neuental Bad Zwesten Borken (Hessen) Morschen Malsfeld Wabern (Hessen) Felsberg (Hessen) Spangenberg Melsungen Körle Guxhagen Edermünde Gudensberg Niedenstein FritzlarKarte
Über dieses Bild

Malsfeld ist eine Gemeinde im Schwalm-Eder-Kreis in Hessen an der Fulda.

Geografie[Bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Malsfeld grenzt im Norden an die Städte Felsberg und Melsungen, im Osten an die Gemeinde Morschen, im Süden an die Gemeinde Knüllwald, sowie im Westen an die Stadt Homberg (Efze) (alle im Schwalm-Eder-Kreis).

Gliederung[Bearbeiten]

Ortseingang Dagobertshausen, Wehrkirche im Hintergrund
Geleitete Linden in Malsfeld-Dagobertshausen

Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Beiseförth, Dagobertshausen, Elfershausen, Mosheim, Malsfeld und Ostheim und Sipperhausen.

Beiseförth[Bearbeiten]

Obwohl erst 1348 erstmals urkundlich als „Beysenvorte“ erwähnt, wird die Ortsgründung auf das 8. Jahrhundert geschätzt. 1603 wurde „Beysenfort“ ein Lehen von Philipp von Scholley. Bis etwa 1870 war der Schiffsverkehr auf der Fulda mit Kassel und Hersfeld eine ebenso wichtige Einnahmequelle wie die Leinenweberei und später die Korbflechterei.

Der ehemalige Luftkurort wurde früher häufig von Arbeitern aus dem Ruhrgebiet besucht, die von ihren Firmen zur Erholung nach Beiseförth geschickt wurden. So hielten sich in den Sommermonaten oft mehr Besucher als Einwohner in der Ortschaft auf.

Sehenswert sind das Schiffhaus an der Mündung der Beise, das Korbmachermuseum und die Seilbahn für Fußgänger und Radfahrer über die Fulda.

Dagobertshausen[Bearbeiten]

Einer Sage nach leitet sich der Name Dagobertshausen vom Frankenkönig Dagobert I. ab, der an diesem Ort im Jahre 631 die Wenden geschlagen haben soll. Offiziell verwendet wird dieser Namen aber erst seit 1747, davor waren auch „Dabelshusen“, „Dageboldishus“ und „Taboldshusen“ gebräuchlich.

Dagobert I. soll auch eine Kirche gestiftet haben, an deren Platz heute die um 1400 erbaute Wehrkirche steht.

Elfershausen[Bearbeiten]

Elfershausen wird erstmals 1253 urkundlich erwähnt, als der gesamte Ort vom Vizegrafen von Felsberg dem Kloster Breitenau zum Geschenk gemacht wurde. Nach der Reformation ging der Ort in den Besitz des Landgrafen über. Seit 1770 umfasste die „Domäne Elfershausen“ auch Teile von Dagobertshausen; die Domäne wurde 1971 aufgelöst. Die Zusammenlegung von Elfershausen mit Malsfeld war der Beginn der späteren „Großgemeinde Malsfeld“, die im Rahmen der kommunalen Gebietsreform gebildet wurde.

Der Sälzerweg, eine Handelsstraße zwischen Leipzig und Frankfurt, verläuft nördlich von Elfershausen. Die Einwohner von Elfershausen waren hauptsächlich in der Landwirtschaft tätig.

Mosheim[Bearbeiten]

Siehe auch Hauptartikel Mosheim

Mosheim ist der älteste Ortsteil der seit 1974 bestehenden Gemeinde Malsfeld.

Das Dorf hat ca. 480 Einwohner. Mit seinem Neubaugebiet ist es auf Zuwachs angelegt. Nach dem Bau einer modernen Kanalisation wurden viele Straßen erneuert. Im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms des Landes Hessen bekam der Lindenplatz einen Dorfbrunnen. Das Ehrenmal erhielt einen neuen Platz. Mit Grünanlagen zeigt sich der Ort in neuem Kleid. Im Ort sind mehr als 30 eigenständige Betriebe und Gewerbetreibende angesiedelt.

Das Bild des Ortskerns von Mosheim wird bis heute von bäuerlichen Höfen bestimmt, obwohl nur noch wenige Betriebe von Vollerwerbslandwirten geführt werden. Die freigewordenen Stallungen werden zunehmend mehr von Pferdeliebhaber als Unterstellplätze genutzt. Das gesellschaftliche und kulturelle Leben pflegen die Mosheimer im Landfrauenverein, im Tauberverein „Mosenberger Bote“, dem Sportverein TSV Ost-Mosheim und dem noch jungen Heimatverein. Die Freiwillige Feuerwehr verfügt über Schulungs- und Aufenthaltsräume. Das Dorfgemeinschaftshaus bietet in mehreren Räumen Platz für Familienfeiern, Vereinstreffen oder Versammlungen

Mosheimer Geschichte:

Die mit der Endung „-heim“ versehenen Ortsnamen deuten auf ihre Entstehung in der Siedlungsperiode zwischen 400 und 800 nach Christus hin. Diese Dörfer sind zumeist von Franken gegründet worden, die seit dem Jahr 500 Niederhessen besetzten und den Hessengau mit der Gauhauptstadt Büraberg organisierten. Im „Breviarum Lulli, einer Urkunde des Klosters Hersfeld, wird „Mazheim“ (maz = Mahl/ Speise) zum ersten Mal erwähnt. Für Ortsjubiläen nennt das Hessische Staatsarchiv das Todesjahr des Hersfelder Bischof Lullus als Zeitpunkt der urkundlichen Ersterwähnung. Demnach durfte Mosheim 2011 sein 1225-jähriges Bestehen feiern. Ferner wird Mosheim unter den Schenkungen aus dem Hessengau an das Kloster Fulda im „Codex Eberhardi“ erwähnt. Diese Schenkung fällt in die Regierungszeit des Abtes Ratgar (802 bis 817). Der Ort heißt 1266 Masheim, 1376 Moßheym, 1428 Maßheim und 1600 Mosheimb. In 1194 schenkte der Abt Siegfried von Hersfeld dem Kloster Blankenheim die Mutterkirche Sipperhausen mit der Filiale Mazheim. 1324 kam das Dorf über Konrad von Hebel unter hessische Hoheit. Von 1219 bis 1450 hatte Mosheim einen Ortsadel.

Am 26. Oktober 1896 wurden viele Wohnhäuser, Stallungen und Scheunen im ostwärts gelegenen Dorfteil Opfer eines Großfeuers. Am Baustil der wiedererrichteten Gebäude kann man das Ausmaß dieser Brandkatastrophe heute noch ablesen. Der betongegossene Kirchturm lässt auf eine moderne Kirche schließen, der dahinter liegende Hauptbau der Kirche hat jedoch spätgotischen Ursprung und wurde um das Jahr 1500 gebaut. 1174 wird bereits eine Kapelle erwähnt. Nach teilweiser Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche 1752 erweitert. 1969 wurde sie vollständig umgestaltet.

Seit 1974 besitzt der Ort eine Friedhofskapelle. 1992 fand in Mosheim der letzte katholische Gottesdienst statt. 45 Jahre lang hatten sich die katholischen Gläubigen in einem früheren Tanzsaal versammelt.

Malsfeld[Bearbeiten]

Malsfeld ist der nach Einwohnerzahlen größte Ort der Gemeinde. Hier befindet sich auch das Rathaus. Inzwischen ist es über den Fährberg mit Beiseförth fast unmittelbar verbunden.

Ostheim[Bearbeiten]

Ostheim wurde zwischen 1145 und 1159 erstmals urkundlich erwähnt. In Steinbrüchen wurde Basalt abgebaut, ebenso Braunkohle im Tagebau und Untertagebau.

Sipperhausen[Bearbeiten]

Sipperhausen liegt zwischen Homberg/Efze und Melsungen. Es wird 943 erstmals als Wüstung „Swidburg“, dann 1142 als „Swipergehusen“ urkundlich erwähnt. Der Ortsteil umfasst auch die Siedlung Bubenrode, ein 1407 erstmals urkundlich erwähntes Rittergut, das 1956 in fünf Einzelhöfe aufgeteilt wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Februar 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Elfershausen eingegliedert. Am 1. April 1972 kam Dagobertshausen hinzu. Beiseförth, Mosheim (Landkreis Fritzlar-Homberg), Ostheim und Sipperhausen (Landkreis Fritzlar-Homberg) kamen am 1. Januar 1974 hinzu.[2]

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Gemeindevertreterwahl 2011
 %
60
50
40
30
20
10
0
52,2 %
25,8 %
16,1 %
5,9 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,3 %p
+4,9 %p
-1,1 %p
+0,5 %p
Parteien und Wählergemeinschaften  %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 52,2 12 56,5 13
GL Gemeinschaftsliste Hochland-Fuldatal 25,8 6 20,9 5
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 16,1 4 17,2 4
FDP Freie Demokratische Partei 5,9 1 5,4 1
Gesamt 100,0 23 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 60,5 61,2

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der erste und bisher einzige direkt gewählte Bürgermeister ist Herbert Vaupel (SPD). Er wurde erstmals am 30. November 1997 gewählt, im Amt bestätigt wurde er am 15. Februar 2004 und am 7. Februar 2010[3].

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 26. Juni 1981 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

Blasonierung: „Im blauen Schild den siebenmal von Rot und Silber geteilten, goldbewehrten und rotgezungten hessischen Löwen, der seine linke Pranke auf einen Schild stützt, darin in Gold zwei voneinander abgekehrte rote Straußenfedern.“[4]

Die Darstellung des hessischen Löwen mit rotem obersten Streifen ist ungewöhnlich. Es finden sich deshalb auch Wappendarstellungen mit dem „üblichen“ hessischen Löwen (mit weißem obersten Streifen),[5] diese sind aber als fehlerhaft anzusehen.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge wurde am 30. April 1986 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

„Zwischen schmalen blauen Seitenstreifen eine breite goldene Mittelbahn, die in der oberen Hälfte mit dem Gemeindewappen belegt ist.“[6]

Partnerschaften[Bearbeiten]

Malsfeld unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu Bag in Ungarn seit 1996, Moyaux in Frankreich seit 1984 und Unterschönau in Thüringen seit 1990.

Verkehr[Bearbeiten]

Malsfeld ist die Bezeichnung einer Anschlussstelle an der Bundesautobahn 7. In Malsfeld und dem Ortsteil Beiseförth gibt es außerdem einen Haltepunkt auf der Bahnstrecke Bebra–Baunatal-Guntershausen mit Nahverkehrshalt. Angegliedert ist außerdem ein Umschlagbahnhof für den Containerverkehr. Durch das Gemeindegebiet führen folgende Radwanderwege:

Freizeitmöglichkeiten[Bearbeiten]

  • Campingplatz mit Badesee an der Fulda

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Korbmachermuseum in Beiseförth
  • Brauerei Malsfeld
  • Brauereimuseum in Malsfeld

Spezialitäten[Bearbeiten]

Malsfelder Bier; Fleisch- und Wurstwaren aus Dagobertshausen, Ostheim und Beiseförth

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Malsfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 405.
  3. Ergebnisse der Bürgermeisterwahlen in Malsfeld
  4. Staatsanzeiger für das Land Hessen 1981 Amtsblatt Nr. 28 Seite 1402
  5. beispielsweise: Willkommen in der Gemeinde Malsfeld. Gemeinde Malsfeld, abgerufen am 6. Juni 2013. – Die auf dem Foto neben dem Bürgermeister abgebildete Informationstafel zeigt im Wappen den hessischen Löwen in üblicher Darstellung mit weißem Kopf.
  6. Staatsanzeiger für das Land Hessen 1986 Amtsblatt Nr. 20 Seite 1050