Mamma Mia (Lied)

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Mamma Mia
ABBA
Veröffentlichung September 1975
Länge 3:35
Genre(s) Europop, Pop
Autor(en) Benny Andersson, Stig Anderson, Björn Ulvaeus
Album ABBA

Mamma Mia ist ein Lied der schwedischen Popgruppe ABBA aus dem Jahre 1975. Es erschien auf dem dritten Album der Gruppe, das ebenfalls den Namen ABBA hatte. Die Lead Vocals wurden von Anni-Frid Lyngstad und Agnetha Fältskog übernommen. Den Text schrieb Stig Anderson, Benny Andersson und Björn Ulvaeus komponierten die Musik.[1] Im September 1975 wurde Mamma Mia zunächst in Australien und später weltweit auf Single veröffentlicht. Diese ist in der Diskografie der Gruppe insofern von großer Bedeutung, als dass es ABBA damit gelang, nach einer längeren erfolglosen Phase wieder international den 1. Platz der Single-Charts zu belegen.[2]

Der Titel „Mamma Mia“ bezieht sich auf eine bekannte italienische Redewendung, die wortwörtlich übersetzt „meine Mama“ bedeutet. Umgangssprachlich wird sie allerdings als Ausruf der Überraschung, Freude oder Schockierung im Sinne von „Meine Güte“ gebraucht.[3] Demzufolge handelt das Stück von einer Frau, die immer wieder von ihrem untreuen Partner enttäuscht wird und ihm dennoch verzeiht, da sie nicht standhaft genug ist, um eine Trennung durchzuziehen.

Am 6. April 1999 hatte das nach dem Lied benannte Musical Mamma Mia! Premiere, das auf den bekanntesten ABBA-Liedern basiert. Dieser außerordentlich erfolgreichen Bühnenshow folgte im Juni 2008 der auf dem Musical basierende Film, der seither die erfolgreichste Musicalverfilmung ist. Mamma Mia wurde im Laufe der Zeit mehr als 20 Mal von zahlreichen Bands wie den A*Teens, Abbacadabra und den Black Ingvars gecovert.

Entstehung[Bearbeiten]

Bereits mit dem ebenfalls auf dem Album enthaltenen Stück SOS hatte ABBA einen großen Schritt in die Richtung ihres eigenen Stils gemacht.[4] Mamma Mia war in weiterer Folge eine leichte Steigerung. So finden sich in der Musik kaum Einflüsse der Rockmusik der 1960er Jahre. Die Autoren und Musiker bedienten sich bei der musikalischen Ausführung einerseits dem typischen Musikstil von Phil Spector, bei dem die Instrumente mehrmals auf verschiedene Spuren aufgenommen und anschließend individuell gemischt werden. Auf der anderen Seite war auch der mehrstimmige Gesangsstil der Beach Boys eine wichtige Inspirationsquelle, woraus die Komponisten Andersson und Ulvaeus eine persönliche musikalische Eigenschaft entwickelten, die seither charakteristisch für einen Großteil der berühmten ABBA-Songs sind.[5]

Die Aufnahmen für Mamma Mia liefen vom 12. bis 16. März 1975 und waren die letzten für das Album ABBA, das am 21. April desselben Jahres veröffentlicht wurde.[6] Dabei bedienten sich die Künstler der modernsten Studiotechnik, experimentierten mit den Instrumenten und probierten verschiedene technische Varianten aus. Durch Zufall kamen auch Elemente der Marimba zum Einsatz, einem xylophon-ähnlichen Schlaginstrument, welche das Lied einleiten, beenden, sowie die 2. Strophe anstimmen. Andersson entdeckte eine solche Marimba im Studio und wollte zunächst nur provisorisch diverse Takte einstimmen, die jedoch gefielen und daher in das Stück integriert wurden. Vor allem dieses Instrument wurde zum Markenzeichen des Songs Mamma Mia.[5] Das Streicherarrangement besorgte der Orchesterleiter Sven-Olof Waldoff.[7][8]

Veröffentlichung als Single[Bearbeiten]

Ursprünglich waren seitens Polar Music nach So Long, I Do, I Do, I Do, I Do, I Do und SOS keine weiteren Single-Veröffentlichungen aus dem Album ABBA geplant. Das Marketingkonzept von Stig Anderson beruhte darauf, mit einer geringeren Anzahl an Singles ein ganzes Album zu bewerben und die Nachfrage danach zu steigern, da dieses größere Gewinne erziele. Zu viele Singles führten laut Anderson zu einer Minderung der Nachfrage nach Langspielplatten und damit zu Gewinneinbußen.[9] Daher wurde die Anfrage der, für den Vertrieb in Australien zuständigen, Plattengesellschaft RCA nach einer Single-Veröffentlichung von Mamma Mia zunächst abgelehnt.

Diese Anfrage war die Folge eines rapide steigenden Interesses an der Gruppe ABBA und insbesondere an Mamma Mia, dessen Musikvideo Anfang August 1975 im australischen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Auf Drängen von zahlreichen Anrufen, die beim Fernsehsender eingingen, wurde der Clip eine Woche später ein zweites Mal gesendet. Nach weiteren Anfragen bei Polar Music erreichte RCA schließlich doch die Auskopplung von Mamma Mia auf Single, allerdings zunächst mit Beschränkung auf Australien. Nachdem sich die Veröffentlichung aber als außerordentlich erfolgreich herausstellte, erschien der Song einige Monate später auch in Europa und anderen Teilen der Welt, wo er deutlich an den Erfolg in Australien anknüpfen konnte (siehe Abschnitt „Erfolge“ weiter unten). In ABBAs Heimatland Schweden wurde Mamma Mia nicht als Single veröffentlicht, da das Album hier bereits zuvor den gewünschten Erfolg verbuchen konnte.[10]

B-Seiten[Bearbeiten]

Die Single erschien in verschiedenen Ländern mit verschiedenen Rückseiten, die mit Ausnahme von Japan alle dem Album ABBA entstammten.[11] Bei der B-Seite Intermezzo No. 1 handelte es sich um ein Instrumentalstück, das im Oktober 1974 aufgenommen wurde.

  • Intermezzo No. 1 --- BRD, Österreich, Schweiz, Belgien, Dänemark, Norwegen, Portugal, Niederlande, Jugoslawien
  • Tropical Loveland --- DDR, Spanien, Großbritannien, USA
  • People Need Love --- Japan
  • SOS --- Italien, Argentinien
  • Fernando (1976) --- Mexiko
  • Bang-A-Boomerang --- Türkei
  • Hey, Hey, Helen --- Australien, Neuseeland, Südafrika

Erfolge[Bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Singles
  DE 1 15.12.1975 (24 Wo.) [12]
  AT 3 15.01.1976 (16 Wo.) [13]
  CH 1 19.12.1975 (25 Wo.) [14]
  UK 1 13.12.1975 (21 Wo.) [15]
  US 32 22.05.1976 (09 Wo.) [16]

Der große Erfolg von Mamma Mia beschränkte sich zunächst auf Australien. Die Single stieg am 22. September 1975 in die Charts ein und erreichte am 3. November Platz 1, den sie für zehn Wochen hintereinander belegen konnte.[17] Sie löste damit die Single I Do, I Do, I Do, I Do, I Do ab, welche die Spitzenposition bereits drei Wochen innehatte. Mamma Mia gilt als Ursprung für den großen Erfolg von ABBA in Australien.[6] Rund 135.000 Stück wurden dort von der Single verkauft.[18]

Nach diesem großen Erfolg wurde Mamma Mia im Anschluss auch in Europa und Amerika veröffentlicht. Sie erreichte Platz 1 in vier Ländern, nämlich in Deutschland, Großbritannien, Irland und der Schweiz. In Großbritannien konnte ABBA damit nach 18 Monaten wieder die Charts anführen. In Österreich, Belgien, Norwegen, Neuseeland und Südafrika gelangte die Single in die Top Five, während sie in Kanada, Simbabwe, Finnland und den Niederlanden in die Top 20 kam. In den USA konnte Mamma Mia allerdings nicht mit dem Erfolg in Australien oder Europa mithalten. Dort erreichte sie lediglich die Top 40.

Literatur[Bearbeiten]

  • ABBA. (Album). Begleittext zur CD von Carl Magnus Palm, 2001.
  • Carl Magnus Palm: Licht und Schatten. ABBA - Die wahre Geschichte. Bosworth Musikverlag, Berlin 2002, 638 Seiten. ISBN 978-3-86543-100-4 (deutsche Übersetzung: Helmut Müller).
  • Carl Magnus Palm: Abba. Story und Songs kompakt. Bosworth Music, Berlin 2007, ISBN 978-3-86543-227-8 (deutsche Übersetzung: Cecilia Senge).
  • Robert Scott: ABBA - Thank You for the Music. Die Storys zu allen Songs.Edel & Rockbuch Verlag Germany, 1. Auflage 2011, 175 Seiten. ISBN 978-3-84190-105-7

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Carl Magnus Palm: Abba - Story und Songs kompakt. Seite 35f
  2. Carl Magnus Palm: Licht und Schatten. ABBA - Die wahre Geschichte. Seite 312f
  3. Italian Leo Dictionary Bedeutung „Mamma Mia“
  4. Carl Magnus Palm: Abba - Story und Songs kompakt. Seite 37f
  5. a b Carl Magnus Palm: Licht und Schatten. ABBA - Die wahre Geschichte. Seite 300f (gilt für den gesamten Abschnitt)
  6. a b Abba Annual Abba-Album Infos
  7. Abba Gold, S. 57f.. Elisabeth Vincentenelli. Continuum International Publishing Group, 2004. ISBN 978-0-8264-1546-2
  8. Daten zum Album ABBA auf www.discogs.com
  9. Carl Magnus Palm: Licht und Schatten. ABBA - Die wahre Geschichte. Seite 311f
  10. Carl Magnus Palm: Licht und Schatten. ABBA - Die wahre Geschichte. Seite 326
  11. www.abba4therecord.com, Plattencover und Platten aus verschiedenen Ländern. Im Suchfeld Mamma Mia eingeben.
  12. Chartpositionen Deutschland
  13. Chartpositionen Österreich
  14. Chartpositionen Schweiz
  15. Chartpositionen Großbritannien
  16. ABBA - The Worldwide Chart Lists USA
  17. ABBA Chart Positions ABBA-Tonträger in den australischen Charts
  18. ABBA Sales Verkaufszahlen der ABBA-Tonträger in Australien