Mamming

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Mamming
Mamming
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mamming hervorgehoben
48.6512.6368Koordinaten: 48° 39′ N, 12° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Dingolfing-Landau
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Mamming
Höhe: 368 m ü. NHN
Fläche: 41,49 km²
Einwohner: 3021 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 73 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94437
Vorwahl: 09955
Kfz-Kennzeichen: DGF
Gemeindeschlüssel: 09 2 79 125
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeinde Mamming
Hauptstr. 15
94437 Mamming
Webpräsenz: www.mamming.de
Bürgermeister: Georg Eberl (CSU)
Lage der Gemeinde Mamming im Landkreis Dingolfing-Landau
Karte
Die Pfarrkirche St. Margareta

Mamming ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Mamming.

Geografie[Bearbeiten]

Mamming liegt in der Region zwischen Landshut und Deggendorf.

Es existieren folgende Ortsteile: Adlkofen, Attenberg, Bachhausen, Benkhausen, Berg, Bubach, Dittenkofen, Graflkofen, Heilberskofen, Hirnkofen, Hof, Kuttenkofen, Mamming, Mammingerschwaigen, Pilberskofen, Rosenau, Ruhsam, Schellmühl, Scheiderberg, Seemannskirchen, Stockpoint, Vollnbach.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gründung des Ortes Mamming gehört zu den Siedlungen der Frühzeit, zur langen Reihe der „Ing-Orte“ am rechten Isarufer. Diese Ortsnamen mit der Endung „-ing“ deuten auf eine Gründung im 5./6. Jahrhundert hin. Neben die Ing-Orte traten in 8. Jahrhundert die vielen -haus und -ham, die -hofen und -kofen-Orte, gerade auch um Mamming auf, die das neue Siedlungsgebiet ausbauten. Auch diese Orte gehören in die urkundenlose Frühzeit.

Die erste Erwähnung findet sich im Jahr 1011, als Kaiser Heinrich II. seine Kammergüter in "Mammingun" dem durch ihn neu gegründeten Bistum Bamberg schenkte. Mamming gehörte später zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Dingolfing des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Mit Eröffnung der Bahnstrecke Mühldorf–Pilsting(–Plattling) erhielt Mamming zum 15. Oktober 1875 Anschluss an das Eisenbahnnetz. Im Ortsteil Mammingerschwaigen wurde zudem 1880 eine Station an der Bahnstrecke Landshut–Plattling errichtet. Während der Mamminger Bahnhof mit der Stilllegung der Strecke 1969 aufgegeben wurde, besteht die Station Schwaigen nach wie vor, wird allerdings nicht im Reiseverkehr genutzt.

Im April 1945 wurde der Isarübergang bei Mamming durch SS-Truppen gegen die vorrückenden Amerikaner verteidigt. Es entwickelte sich daraus ein eintägiges Gefecht, in dessen Verlauf etliche Ortsbewohner und der Dorfpfarrer ihr Leben verloren. Durch Artilleriebeschuss wurden die spätgotische Pfarrkirche, die Isarbrücke und vierzig Anwesen vernichtet.

Im Rahmen der Gebietsreform am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Bubach (mit den Orten Bubach, Berg, Dittenkofen, Ruhsam, Attenberg, Schneiderberg, Adlkofen, Kuttenkofen, Vollnbach, Hirnkofen und Graflkofen) eingegliedert.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 2.182, 1987 2.309, 2000 2.794 und im Jahr 2005 3.067 Einwohner gezählt.

Politik[Bearbeiten]

1. Bürgermeister ist Georg Eberl (CSU).

Der Gemeinderat gewählt von 2008 bis 2014 setzt sich aus folgenden 15 Mitgliedern zusammen:

8 Mitglieder der CSU
3 Mitglieder der FWG/BP
2 Mitglied der SPD
2 Mitglied der UWG

Das Haushaltsvolumen 2006 betrug 3,32 Mio. Euro.

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Durch einen Dreiberg geteilt von Silber und Schwarz; oben eine eingeschweifte, gestürzte rote Spitze, unten eine silberne Rose.

Das bedeutende Regensburger Ratsherrengeschlecht der „Mämminger“ stammte aus Mamming. Ihr Familienwappen, die Rose, ist heute Bestandteil des Mamminger Gemeindewappens. Die Mämminger selbst nannten sich häufig „Memminger“ oder „von Memmingen“, um anstelle der Abkunft aus dem niederbayerischen Dorf eine Abstammung aus der bedeutenden Reichsstadt Memmingen vorzutäuschen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Pfarrkirche St. Margareta, Nachfolgerin der im Zweiten Weltkrieg zerstörten spätgotischen Kirche, wurde in den Jahren 1947 bis 1949 erbaut. → Liste der Baudenkmäler in Mamming

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft elf, im produzierenden Gewerbe 301 und im Bereich Handel und Verkehr 56 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 86 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1.040. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei, im Bauhauptgewerbe fünf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 102 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2.461 ha, davon waren 2.250 ha Ackerfläche und 210 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Mamming lag an der Bahnstrecke Mühldorf–Pilsting, welche mittlerweile in diesem Abschnitt stillgelegt ist.

Bildung[Bearbeiten]

Im Jahr 1999 gab es folgende lokale Einrichtungen:

  • Kindergärten: 69 Kindergartenplätze mit 89 Kindern
  • Volksschulen: 1 mit 28 Lehrern und 407 Schülern

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Naturdenkmäler und Geotope[Bearbeiten]

  • Schwemmfächer Rosenau, postglazialer Donau-/Main-Schotter (Holozän), Geotopnummer 279R006, ein zirka 150 m langes und 100 m breites Areal rund 2 km nordwestlich vom Ortskern Mamming.
  • Quelle bei Schellmühle, Schichtquelle, Geotopnummer 279Q001, Areal zugänglich, geschütztes Naturdenkmal.
  • Mamminger Bach Tal, asymmetrisches Sohlental, Geotopnummer 279R002, ein zirka 1500 m langes und 400 m breites Areal südwestlich vom Ortskern Mamming.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 447

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mamming – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien