Manövergeschwindigkeit

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Manövergeschwindigkeit (engl. Design Maneuvering Speed o. a. Maximum Manoeuverspeed; in der Luftfahrt als VA abgekürzt) ist die Fluggeschwindigkeit (engl. Indicated Air Speed, IAS), bei der durch einen vollen Ruderausschlag in einem symmetrischen Flugzustand die Struktur des Flugzeuges bis zur Grenze des Zulässigen belastet wird.

Bedeutung[Bearbeiten]

Volle Ruderausschläge sind oberhalb der Manövergeschwindigkeit nicht zulässig, da sie die Flugzeugstruktur überlasten würden. Aber auch unterhalb der Manövergeschwindigkeit gilt das nur für die einmalige Betätigung eines der drei Ruder (Höhen-, Quer- oder Seitenruder), wiederholte Ausschläge oder kombinierte Vollausschläge mehrerer Ruder gleichzeitig können die Struktur durchaus auch unterhalb der Manövergeschwindigkeit überlasten.

Die Manövergeschwindigkeit wird oft mit der maximalen Geschwindigkeit in unruhiger Luft verwechselt. Diese wird VB oder VRA (RA wie rough air) bezeichnet und ist auf dem Fahrtmesser mit einem grünen (unterhalb von VRA) bzw. gelben (oberhalb von VRA) Bogen gekennzeichnet.

Abhängigkeit vom Fluggewicht[Bearbeiten]

Die VA wird auch bei kleinen Flugzeugen in Abhängigkeit vom Fluggewicht angegeben. Ein hohes Fluggewicht bedingt dabei eine hohe Manövergeschwindigkeit, ein niedriges Fluggewicht eine eher niedrige Manövergeschwindigkeit. Je schwerer ein Flugzeug, umso höher ist VA, denn mit mehr Treibstoff in den Tanks und folglich höherem Gewicht widersteht das Flugzeug wegen der Massenträgheit den aerodynamischen Kräften besser. Dabei spielt auch die Verteilung der Masse zwischen tragenden und nicht tragenden Teilen (also den Flügeln mit den Tanks einerseits und dem Cockpit andererseits) eine Rolle. Diese Feinheiten werden in den Handbüchern zu Kleinflugzeugen aber meist nicht berücksichtigt.

Siehe auch[Bearbeiten]

American-Airlines-Flug 587: Überlastung durch wiederholten starken Ruderausschlag