Manöverpatronengerät

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MPG für G3 und G36 (aufschraubbar)
MPG auf einer GUU-5/P, ein CAR15-Derivat der US-Air Force im Einsatz

Das Manöverpatronengerät (kurz MPG) ist ein Gewehraufsatz für Übungseinsätze, der vor allem im militärischen Bereich anstelle des Mündungsfeuerdämpfers verwendet wird. Eine Vielzahl an Waffen erlaubt aber auch die Verwendung eines MPG´s durch einfaches Einschrauben desselben in den Mündungsfeuerdämpfer, z.B.: Steyr StG77, FN FAL (=StG 58), SIG Stg90, oder das amerikanische M16.

Bei Manövern ist für Übungen von Gefechtssituationen die Verwendung von scharfer Munition ausgeschlossen. Aus diesem Grund werden Platzpatronen mit Treibladung, aber ohne Projektil verwendet. Diese Platzpatronen werden im militärischen Sprachgebrauch als Manövermunition bezeichnet.

Bei Gewehren, die mit Hilfe des Gasdrucks oder des Rückstoßes nachladen, verschließt das Geschoss einer regulären Patrone beim Schuss vorübergehend den Lauf nach vorne. So kann sich der Gasdruck aufbauen, der einerseits das Geschoss aus dem Lauf treibt und andererseits den Verschluss entriegelt, um das Nachladen einzuleiten.

MPG bei Gasdruckladern: Da die Manövermunition kein Geschoss hat, wird der Lauf nicht verschlossen und es kann sich kein, für die ordnungsgemäße Funktion erforderlicher, Gasdruck aufbauen. Die nötige Abdichtfunktion wird durch die einstellbare Drosselung des aufgeschraubten MPG übernommen. Bzw. bei nicht regelbaren MPG auch durch die Regelung am Gasdruckregler der Waffe.

MPG bei Rückstoßladern: Durch das fehlende Geschoss ist keine „Gegenmasse” für den Rückstoß vorhanden; die Mündungs-Drosselung des Gasdruckausstosses durch das MPG bewirkt den erforderlichen Druckanstieg im Lauf. Der Rückstoßlader wird somit zum Gasdrucklader umfunktioniert.

Die Drosselung des Gasdruckausstosses vieler MPG (z. B. für das G3/G36) kann mit einem Werkzeug eingestellt werden. Im Manöver-Betrieb kann korrekte Funktion nicht immer vorausgesetzt werden, da die notwendige Gasdruck-Justierung (abhängig auch vom Gewehr) häufig unterbleibt. Die Folge können Patronenklemmer beim Auswerfvorgang durch zu niedrigen Gasdruck im Lauf und somit Dauerfeuer-Versager bei der Schussabgabe sein.

Aus Sicherheitsgründen muss ein Manöverpatronengerät auch in der Lage sein, das Projektil einer eventuell irrtümlich unter die Manöverpatronen geratenen scharfen Patrone aufzufangen und zu verhindern, dass so unbeabsichtigt im Manöver ein scharfer Schuss abgegeben werden kann. Da die meisten modernen Ordonnanzwaffen vollautomatisch sind, muss ein Manöverpatronengerät sogar mehrere Projektile auffangen und zurückhalten können.

Weblinks[Bearbeiten]