Manatuto (Distrikt)

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Distrikt von Manatuto
Indonesien Oecusse (Distrikt) Cova Lima Bobonaro (Distrikt) Ermera (Distrikt) Liquicá (Distrikt) Dili (Distrikt) Aileu (Distrikt) Ainaro (Distrikt) Manufahi Manatuto Baucau (Distrikt) Lautém (Distrikt) Viqueque (Distrikt)Lage des Distrikts Manatuto
Über dieses Bild
Klippen im Distrikt Manatuto
Daten
Hauptstadt Manatuto
Fläche 1.785,96 km² (3.)[1]
Einwohnerzahl (2011) 44.906 (13.)[2]
Bevölkerungsdichte 25,1 Einw./km² (13.)[2]
Zahl der Haushalte (2010) 6.925 (12.)[1]
ISO 3166-2: TL-MT
Subdistrikte Einwohner[1] Fläche[1]
Barique 4.768 397,40 km²
Laclo 7.618 368,74 km²
Laclubar 11.682 392,00 km²
Laleia 3.089 226,09 km²
Manatuto 12.555 271,38 km²
Soibada 3.030 130,34 km²
Karte
Subdistrikte des Distrikts Manatuto

Manatuto (Tetum: Manatutu) ist der zweitgrößte Distrikt von Osttimor.

Inhaltsverzeichnis

Geographie [Bearbeiten]

Küstenlinie zwischen Dili und Baucau
Ortschaften in Manatuto

Manatuto hat eine Fläche von 1.785,96 km². Hauptstadt des Distriktes ist das gleichnamige Manatuto. Der Distrikt teilt sich in die sechs Subdistrikte Barique, Laclo, Laclubar, Laleia, Manatuto und Soibada. Die Sucos Ailili und Aiteas sind als urban klassifiziert.

Der Distrikt liegt in der Mitte des Landes und reicht von der Nordküste an der Straße von Wetar bis zur Südküste an der Timorsee. Im Osten grenzen die Distrikte Baucau und Viqueque, im Westen Manufahi, Aileu und Dili an. Die beiden Küstenregionen werden durch Berge im Zentrum der Insel getrennt, die über 2000 m Höhe erreichen. Soibada und Barique sind größtenteils bewaldet, während es in Laleia kaum Wald gibt.

Der Nördliche Lacló fließt durch den Subdistrikt Laclo, wo mehrere Flüsse in ihn münden und erreicht die timoresische Nordküste zwischen dem Ponta de Subaio und der Baía de Lanessana bei Manatuto. Den Großteil der Ostgrenze des Subdistrikts Barique zum Distrikt Viqueque bildet der Rio Dilor, während die Westgrenze der Fluss Sáhen festlegt.

Das Klima ist tropisch. Allerdings sind die jährlichen Niederschläge im Distrikt sehr unterschiedlich. Der Nordteil Manatutos ist eine der trockensten Regionen Timors. In der Distriktshauptstadt Manatuto gibt es durchschnittlich nur 565 mm Niederschläge pro Jahr. Allein der Nördliche Lacló versorgt in der Trockenzeit die Region mit Wasser. Er ist einer der wenigen Flüsse im Norden Timors, der ganzjährig Wasser führt, da er auch aus dem Süden gespeist wird. Den meisten Regen im Jahr erhalten die Berge im Zentrum Manatutos, die Südküste ist mit etwa 1500 mm Niederschlägen pro Jahr ebenfalls besser mit Wasser versorgt.[3] Durch Sáhen und Dilor ist vor allem der Süden von Barique in der Regenzeit von Überflutungen bedroht.[4] Regen fällt hauptsächlich in der Regenzeit, die im Nord- und Südteil des Distrikts zu unterschiedlichen Zeiten stattfindet. Die Temperatur in der Trockenzeit schwankt zwischen 18 und 32 °C im Süden und 20 und 32 °C im Norden.

Einwohner [Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl in Manatuto
Die größten Sprachgruppen in den Sucos Osttimors.[5]

In Manatuto leben 44.906 Einwohner (2011). Die Bevölkerungsdichte beträgt 25,1 Einwohner/km², womit der Distrikt in Osttimor der am dünnsten besiedelte ist.[2] Der Altersdurchschnitt liegt bei 18,7 (2010).[1] Zwischen 1990 und 2004 wuchs die Zahl der Einwohner jährlich um 1,06 %. Hatte 2004 in Laleia jede Frau durchschnittlich 4,98 Kinder, stieg die Anzahl über 6,18 Kinder in Soibada, 6,35 in Barique, 6,50 in Manatuto und 6,51 in Laclubar, bis auf 7,25 Kinder pro Frau in Laclo an (Landesdurchschnitt 6,99). In Laclo lag die Rate an Müttern im Teenageralter auch besonders hoch. Die Kindersterblichkeit lag 2002 in Laleia bei 19 Todesfällen pro 1000 Lebendgeburten (1996: 79). Dies ist zwar landesweit der stärkste Rückgang, hier wird aber von einem Fehler bei der Erhebung der Daten ausgegangen. In Barique starben 69 Kinder (72), in Manatuto 73 (92), in Soibada 89 (78), in Laclo 114 (148) und in Laclubar 143 (122). Der Landesdurchschnitt betrug 98. Soibada und Laclubar sind zwei von 14 Subdistrikten, in denen die Kindersterblichkeit entgegen dem Landestrend anstieg.[6]

Im Distrikt werden mehrere Nationalsprachen als Muttersprache gesprochen. 33,4 % sprechen Galoli (größte Sprachgruppe in den Subdistrikten Laclo, Laleia und Manatuto); 26,0 % sprechen die Idalaka-Sprache Idaté (Subdistrikt Laclubar); 20,1 % sprechen Tetum, meist Tetum Terik (Subdistrikte Barique und Soibada); 7,4 % sprechen Mambai (Subdistrikt Bazartete); 5,1 % sprechen Habun im Zentrum des Distrikts; 3,3 % sprechen den Dialekt Dadu'a des Atauru. Er wird von Nachkommen von Bewohnern der Insel Atauros gesprochen, die in Dörfer Manatutos ausgewandert sind. Etwa 600 sprechen Midiki und 430 Kairui, die beide zu den Kawaimina-Sprachen gehören. Berücksichtigt man auch die Zweitsprachen, so sprechen 41,2 % Tetum, 36,2 % Bahasa Indonesia und 10,5 % Portugiesisch. Die Analphabetenrate beträgt 60,6 % (Frauen: 63,6 %; Männer: 57,7 %), die höchste Rate im ganzen Land. Nur 10,3 % der über 18-Jährigen haben die Sekundarschule abgeschlossen (Frauen: 8,1 %; Männer: 12,5 %).[6]

2004 waren 97,5 % der Einwohner Katholiken, 1,9 % Anhänger der traditionellen, animistischen Religion Timors und 0,2 % Protestanten.[7]

Geschichte [Bearbeiten]

Barique, Laclo, Laclubar, Laleia und Manatuto gehörten zu den traditionellen Reichen Timors, die von einem Liurai regiert wurden. Sie erscheinen auf einer Liste von Afonso de Castro, einem ehemaligen Gouverneur von Portugiesisch-Timor, der im Jahre 1868 47 Reiche aufführte.[8][9]

Ruinen des Colégio de Santa Isabel in Manatuto (1970)

1730 zog der portugiesische Gouverneur Pedro de Melo (1729 bis 1731) nach Manatuto und musste dort den Angriff durch 15.000 Krieger abwehren. Nach 85 Tagen gelang es ihm, die Belagerung zu brechen. Zwar konnte er die Rebellen aus dieser Region nicht vertreiben, er schloss aber Bündnisse mit dem Liurai von Manatuto und anderen lokalen Herrschern – ein Umstand, der die Verlagerung der kolonialen Hauptstadt von Lifau nach Dili 1769 erleichtern sollte. Zu diesem Zeitpunkt hatten Dominikaner bereits mehrere Missionen in Manatuto gegründet. Gouverneur Feliciano António Nogueira Lisboa (1788 bis 1790) geriet in Streit mit dem Vertreter der katholischen Kirche in Manatuto, dem Mönch Francisco Luis Francisco da Cunha. Beide beschuldigten sich gegenseitig unter anderem der Raubüberfälle und dem Diebstahl von Zolleinnahmen. Um den Gouverneur loszuwerden, wiegelte der Mönch die Einwohner Manatutos zur Rebellion auf. Christianisierte Timoresen drohten die Revolte auf ganz Belu auszudehnen. Schließlich griff der Vizekönig von Goa durch, ließ beide Männer verhaften und von Timor ausweisen. Der neue Gouverneur Joaquim Xavier de Morais Sarmento (1790 bis 1794) brachte die Lage wieder unter Kontrolle.[10][11] Um 1800 war in Manatuto eine Kompanie von Moradores stationiert, die Portugals Einfluss im wichtigen Zentrum des Herrschaftsbereichs sicherten. 1810 bis 1812 war die Stelle des Gouverneurs vakant und ein Conselho Governativo führte die Geschicke der Kolonie. Ein Mitglied des Rats war der Bischof der Kolonie, der zwischen 1769 und 1877 in Manatuto residierte.[12]

Im Frühjahr 1861 brachen in Laclo Revolten gegen die Zwangsarbeiten an öffentlichen Projekten aus. Gouverneur Afonso de Castro entsandte daraufhin Cabeira, einen Veteranen und Kenner des Landes, um eine Basis in Manatuto zu errichten. Doch er konnte nur auf einige Truppen aus Vemasse zurückgreifen. Bereits im April kam es zu Gefechten. Am 26. August wurde die Rebellion in Laclo niedergeschlagen. Das Lager der Rebellen wurde niedergebrannt und den einheimischen Verbündeten Plünderungen und die Kopfjagd auf die Rebellen erlaubt. Im Juni 1863 wurde ein Aufstand in Laga niedergeschlagen. Dabei wurde auch der Rebellenchef von Laclo gefangen genommen.

Verlauf der indonesischen Invasion (1975 bis 1979)

1882 kam es zu Kämpfen zwischen Vemasse und Laleia, wofür der portugiesische Kommandant der Militärkommandantur verantwortlich gemacht wurde. 1889 wurde im Ort Manatuto ein Militärposten errichtet, um den Handel besser kontrollieren zu können. 1898 (andere Quelle: 1904) gründeten Jesuiten in Soibada die erste Missionsschule in Portugiesisch-Timor, zuvor gab es bereits Unterricht in der Mission von Manatuto, wo 1890 eine Grundschule gegründet wurde. Erstmals wurden hier die Kinder der Liurais europäisch erzogen und ausgebildet. Am 23. Dezember 1910 wurden die Jesuiten aber auf Befehl der neuen, republikanischen Verwaltung aus Soibdada vertrieben. Dies bedeutete für die Portugiesen auf Jahre hinaus einen Rückschlag für ihren Einfluss in dieser Region. Während der Rebellion von Manufahi kam es 1912 in der Region erneut zu Kämpfen.[12]

Im September 1975 wurden infolge des Bürgerkriegs zwischen FRETILIN und União Democrática Timorense (UDT) zehn UDT-Mitglieder im Distrikt Manaturo ermordet. Am 4. September griffen FRETILN-Einheiten Hatu Conan an und nahmen zwölf UDT-Mitglieder gefangen. Neun von ihnen wurden ermordet. Das zehnte Opfer wurde am 7. September gefangengenommen, erst erschossen und dann enthauptet.[13]

Soibada wurde direkt nach der indonesischen Invasion 1975 zum Hauptquartier der FRETILIN. Auf deren Kongress wurde hier im Mai 1976 der bisherige Premierminister Osttimors Nicolau dos Reis Lobato offiziell zum militärischen Kommandanten erhoben. Außer in Manatuto entstanden in allen Subdistrikten des Distrikts bases de apoio, in denen die geflohene Zivilbevölkerung sich ansiedelte. Ende 1977 begann die indonesische Armee mit der Zerstörung der Widerstandsbasen. Die Menschen wurden auseinandergetrieben oder gefangengenommen. Bis Juni 1978 war der Distrikt vollständig unter indonesischer Kontrolle.[14]

Politik [Bearbeiten]

Distriktadministrator (bupati) während der indonesischen Besatzungszeit war unter anderem José Abílio Osório Soares, der ab September 1992 der letzte indonesische Gouverneur Osttimors war.[15]

Der Distriktsadministrator wird heute von der Landesregierung Osttimors in Dili ernannt. 2001 war dies Mateus Ximenes Belo.[16] Derzeit wird das Amt von Elvino Bonaparte do Rego bekleidet (Stand Februar 2012).[17]

Wirtschaft [Bearbeiten]

Wasserbüffel im Nördlichen Laclo
Schuppige Riesenmuschel (Tridacna squamosa) vor der Nordküste Manatutos

65,7 % der Haushalte betreiben Ackerbau, 87,7 % Viehzucht (Stand: 2010).[1] In Uma Boco (Natarbora) befindet sich eine Hochschule für Landwirtschaft.

52 % der Haushalte im Distrikt bauen Mais (Produktion 2008: 8.550 t) an, 50 % Maniok (1.998 t), 39 % Kokosnüsse, 30 % Reis (5.175 t) und 30 % Kaffee. Daneben werden für kommerzielle Zwecke Lichtnüsse, Früchte und Gemüse angebaut (insgesamt 944 t). Als Haustiere halten die Menschen hauptsächlich Hühner (24.635 in 73 % der Haushalte) und Schweine (14.363 in 74 % der Haushalte). Daneben auch Ziegen (8.575 in 33 % der Haushalte), Wasserbüffel (8.551 in 19 % der Haushalte), Schafe (4.048 in 6 % der Haushalte), Rinder (6.204 in 23 % der Haushalte) und Pferde (3.115 in 26 % der Haushalte).[18][19]

Bodenschätze gibt es nur in geringeren Mengen. So finden sich in Manatuto Marmor, Gips, Gold, Eisen, Magnesium, Zink, Erdöl, Erdgas und Chrom.

Vor der Nordküste liegen artenreiche Korallenbänke, die sich für den Tauchtourismus eignen, so im Suco Uma Caduac.[20]

Der lokale Radiosender ist Radio Communidade Ili-Wai (Radio Communidade Manatuto) auf FM 96,1 MHz.[21]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Manatuto (Distrikt) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. a b c d e f Direcção Nacional de Estatística: 2010 Census Wall Chart (English) (PDF; 2,7 MB)
  2. a b c Direcção Nacional de Estatística: Timor-Leste in figures 2011 (PDF; 3,8 MB, abgerufen am 5. Mai 2013
  3. Seeds of Life Timor: Rainfall Map of East Timor 2000-2050 (PDF; 1,0 MB)
  4. UN Office for the Coordination of Humanitarian Affairs: Flood Hazard Map, Timor-Leste, 19. November 2007
  5. Statistisches Amt Osttimors, Ergebnisse der Volkszählung von 2010 der einzelnen Sucos
  6. a b Census of Population and Housing Atlas 2004 (PDF; 14,0 MB)
  7. District Pritory Tables: Manatuto 2004 (PDF; 13,0 MB)
  8. TIMOR LORO SAE, Um pouco de história
  9. East Timor - Portugguese Dependency of East Timor
  10. History of Timor, S. 50 – Technische Universität Lissabon (PDF-Datei; 805 kB)
  11. Chronologie de l’histoire du Timor (1512-1945) suivie des événements récents (1975-1999) (französisch; PDF; 887 kB)
  12. a b History of Timor – Technische Universität Lissabon (PDF; 824 kB)
  13. „Chapter 7.2 Unlawful Killings and Enforced Disappearances“ (PDF; 2,5 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  14. „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  15. Masters of Terror: Jose Abilio Osorio Soares (englisch)
  16. National Directory of Studies and Research
  17. Webauftritt der Regierung Osttimors: 2935 civil servants were sworn in by the Public Service Commission
  18. Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch) (PDF; 9,8 MB)
  19. Direcção Nacional de Estatística: Timor-Leste in Figures 2008 (PDF; 3,7 MB)
  20. Dive Timor Lorosae: Divesites Map
  21. Timor Radio Connect

-8.5166666666667127Koordinaten: 9° S, 127° O