Mancozeb

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Strukturformel
Struktur von Mancozeb
x : y = 94 : 6 [1]
Allgemeines
Name Mancozeb
Andere Namen
  • Mangan-Zink-Ethylenbis(dithiocarbamat)
  • Gemisch aus (Ethylenbis(ditiocarbamat))mangan und (Ethylenbis(dithiocarbamat))zink
  • Maneb-Zineb-Mischkomplex
Summenformel nicht angebbar da Gemisch
CAS-Nummer 8018-01-7
PubChem 3034368
Kurzbeschreibung

gelber Feststoff mit Geruch nach Schwefel[2]

Eigenschaften
Molare Masse 541,07 g·mol−1 (für x:y = 1:1)
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,92 g·cm−3 (für x:y = 1:1)[2]

Schmelzpunkt

192–194 °C (Zersetzung, für x:y = 1:1)[2]

Löslichkeit

unlöslich in Wasser (6 µg·l−1 bei 25 °C)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
08 – Gesundheitsgefährdend 07 – Achtung 09 – Umweltgefährlich

Achtung

H- und P-Sätze H: 361d​‐​317​‐​400
P: 273​‐​280 [4]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [5] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
Gesundheitsschädlich Umweltgefährlich
Gesundheits-
schädlich
Umwelt-
gefährlich
(Xn) (N)
R- und S-Sätze R: 43​‐​63​‐​50
S: (2)​‐​36/37​‐​46​‐​61
Toxikologische Daten

> 5000 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[6]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Mancozeb ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Dithiocarbamate, die als Pflanzenschutzmittel (Fungizid) verwendet wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Mancozeb wurde 1948 in den USA als Breitbandfungizid für die Landwirtschaft und den Gartenbau zugelassen.[7]

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Gewonnen wird Mancozeb durch Reaktion von Maneb mit Zinkchlorid. Es liegt vor als ein Gemisch von Mangan-Ethylenbisdithiocarbamat und Zink-Ethylenbisdithiocarbamat und lässt sich etwa mit der Verhältnisformel (C4H6MnN2S4)x·(C4H6N2S4Zn)y mit x:y=94:6[1] beschreiben.

Verwendung[Bearbeiten]

Verwendung in den USA

Mancozeb wird unter verschiedenen Handelsnamen (z. B. Dithane, Manzeb, …) als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln (Fungizid) bei vielen Land- und Gartenbauprodukten (z. B. vielen Obst-, Gemüse-, Nuss- und Getreidesorten, aber auch Kartoffeln, Wein, Mais und Baumwolle), auch in Kombination mit den Wirkstoffen Zineb und Maneb verwendet. Mancozeb hat lediglich eine vorbeugende Kontaktwirkung.[8]

In der Schweiz, Österreich und Deutschland ist der Wirkstoff Mancozeb in zahlreichen zugelassenen Pflanzenschutzmitteln enthalten.[9]

Regulierung[Bearbeiten]

EU[Bearbeiten]

Die derzeit gültige Zulassung läuft zum 31. Januar 2018 aus. Auf nationaler Ebene ist Mancozeb in 27 EU-Staaten zugelassen. Die Erlaubte Tagesdosis beträgt 0,05, die Akute Referenzdosis 0,6 und die Annehmbare Anwenderexposition 0,035 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag.[10]

Weblinks[Bearbeiten]

  • Joint Meeting on Pesticide Residues (JMPR), Monograph für Mancozeb

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Joint Meeting on Pesticide Residues (JMPR), Monograph für Mancozeb, abgerufen am 9. Dezember 2014.
  2. a b c d Eintrag zu CAS-Nr. 8018-01-7 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 16. Februar 2009 (JavaScript erforderlich).
  3. a b Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 8018-01-7 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich).
  4. Datenblatt Mancozeb bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 9. April 2011 (PDF).
  5. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  6. Extonet: Mancozeb.
  7. United States Environmental Protection Agency: Mancozeb Facts (PDF-Datei; 110 kB).
  8. ProfiFlor.de: Mancozeb
  9. Nationale Pflanzenschutzmittelverzeichnisse: Schweiz, Österreich, Deutschland; abgerufen am 13. Januar 2015
  10. EU Pesticides database. Abgerufen am 21. November 2013.